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Pressedienst Nr. 10/98 vom 19.2.1998

Reisejournalismus - eine Entdeckung

Handbuch über eine wenig beschriebene Sparte erschienen

Die Reiselust der Deutschen ist ungebremst. Allerdings sinkt die Reisedauer. Das ergab die jüngste Tourismusanalyse des von Prof. Dr. Horst Opaschowski (Universität Hamburg) geleiteten Freizeit-Forschungsinstituts der British American Tobacco in der Hansestadt. Die Reisebegeisterung kommt auch dem deutschen Reisejournalismus zugute, als dessen Zentrum sich vor Jahren Hamburg profiliert hat. Hier erscheinen so bekannte Titel wie MERIAN, GEO und GEO SAISON.

Prof. Dr. Hans J. Kleinsteuber, Medienexperte an den Instituten für Politische Wissenschaft und für Journalistik der Universität Hamburg, nahm die Herausforderung an, sich näher mit Reisejournalismus zu beschäftigen. Dabei stellte er fest, daß Reisejournalismus ein alles andere als gesicherter Begriff darstellt. In der deutschsprachigen Literatur fand er nur wenig fundierte Informationen zum Thema. Das war Motivation genug, ein Handbuch zu konzipieren, in dem der Versuch unternommen wird, in das gesamte Spektrum dieser Sparte einzuführen. Es sollen Grundlagen vermittelt, aber auch weiterführende Kenntnisse in den für Reisejournalismus typischen Gebieten präsentiert werden. Die Darstellung beginnt mit einem Überblick über Reiseliteratur in der Vergangenheit und Reisebeschreibungen - von der Antike bis zur Moderne - sowie einer Geschichte des Reisejournalismus'.

Ausführlich wird auch das Handwerkszeug des Reisejournalisten in Text (Recherche, Reportage, Bericht, Nachricht) und Bild (Fotos, Beschaffung, Layout, TV-Journalismus) behandelt.

Von der Theorie führt der Weg in viele Hamburger Reiseredaktionen. Grundlage der Darstellung sind eigene Recherchen und Gespräche mit Praktikern. So kommt unter anderen GEO-Chefredakteur Peter-Matthias Gaede in einem ausführlichen Interview zu Wort.

Weitere Kapitel beschäftigen sich mit den Märkten für Reisemedien, mit den Fußangeln der Werbeabhängigkeit und mit den Schäden, die der unerfahrene Umgang mit Stereotypen und dem Fremden hinterlassen kann. Das wirft Fragen nach einer Ethik der Reiseberichterstattung auf.

Am Ende wird die Zukunft des Reisejournalismus' in Zeiten des Internets thematisiert.

Das Handbuch beruht auf einer Besonderheit, denn es wurde nicht nur von Prof. Hans J. Kleinsteuber verfaßt, sondern von vielen Einzelautoren. Die Ursprünge der Publikation liegen in zwei Universitätsseminaren im Hamburger Teilstudiengang Journalistik, in denen die beteiligten Studierenden ein ungewöhnliches hohes Interesse am Thema zeigten. Es stellte sich zudem heraus, daß viele Teilnehmer auch praktische Erfahrungen im Metier vorzuweisen hatten - als freie, in einzelnen Fällen auch als feste Redakteure in einem der zahlreichen Reiseressorts in Hamburg, vereinzelt auch anderswo. Sie gaben schließlich den Anstoß zu diesem Werk.

Das Handbuch ist vor kurzem im Westdeutschen Verlag, Wiesbaden, erschienen und kostet 46 Mark.


Der Planungsstab der Universität Hamburg, 25.02.98. Impressum.

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