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Fünf-Punkte-Erklärung der Dekaninnen und Dekane der Universität Hamburg

vom 24. März 2000

1. Die Universität Hamburg verfolgt seit Jahren einen konsequenten Weg der Reform in Eigenverantwortung. Auf gestiegene Anforderungen, veränderte Bedingungen und neue Aufgaben hat sie mit einer Vielzahl koordinierter Einzelinitiativen und mit wegweisenden Reformprojekten reagiert. Sie strebt aus eigenem Willen eine Fortsetzung und Intensivierung dieses Weges an, ist dabei aber auch auf förderliche Rahmenbedingungen angewiesen. Die Universität Hamburg hat sich ein Leitbild gegeben, in dem ihre Organe und Mitglieder ihr Selbstverständnis und ihre Entwicklungsziele ausdrücken. Auf der Basis dieses Leitbildes finden Reformmaßnahmen im Zusammenwirken der Fachbereichen und der Universitätsleitung statt.

2. Fachbereiche und Universitätsleitung verständigen sich in Vereinbarungen über Reformschwerpunkte und Veränderungsvorhaben der Fachbereiche. Daraus ergibt sich ein Leitbild orientiertes Arbeitsprogramm der gesamten Universität Hamburg. Darin legt die Universität konkret und verbindlich ihren Willen fest, den eingeschlagenen Weg zur Stärkung ihrer Leistungsfähigkeit durch eine eigenverantwortliche Reformpolitik fortzusetzen.

3. Die Universität Hamburg muß im Rahmen der Konsolidierungsprogramme der Stadt Ham-burg seit 1995 den ursprünglichen Sachmitteletat von 101,8 Mio. DM um jährlich etwa 3 Prozent auf inzwischen 91,8 Mio. DM kürzen. Jedes Jahr kann sie im Umfang von 15 Mio. DM Stellen nicht besetzen und muß darüber hinaus jede zweite frei werdende Stelle streichen. Die Stellenstreichungen haben inzwischen einen Gesamtwert von 26, 5 Mio. DM erreicht und werden sogar noch auf rund 40 Mio. DM anwachsen. Das entspricht einer Zahl von etwa 500 Stellen. Die Universität Hamburg hat in den vergangenen Jahren alle ihr nur möglichen Anstrengungen unternommen, um die erforderlichen Stellenstreichungen so zu gestalten, daß Forschung und Lehre möglichst geringen Schaden nehmen. Sie hat trotz dieser Einschränkungen Studiengänge und Organisationsstrukturen reformiert und neue Forschungsschwerpunkte geschaffen.

4. Die Spielräume für Innovationen sind angesichts dieser Einsparungen in Forschung und Lehre und in der Universitätsverwaltung ausgeschöpft. Das Ausmaß der Sparpolitik gefährdet den Kurs eigeninitiierter struktureller Reformen und Innovationen in hohem Maße. Angesichts steigender Studiennachfrage und der Notwendigkeit, neuen Anforderungen der Wissensgesellschaft Rechnung zu tragen, ist eine Fortsetzung der Einsparungen unvertretbar.

5. Die Dekaninnen und Dekane fordern gemeinsam mit der Leitung der Universität Hamburg den Senat und die Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg auf, der Universität Hamburg keine weiteren finanziellen Sparmaßnahmen mehr aufzuerlegen. Dies ist wissenschaftlich und gesellschaftlich notwendig, damit die Universität Hamburg ihren Weg der Innovationen und Weiterentwicklungen fortsetzen kann.


Universität Hamburg, 17. April 2000. Impressum.

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