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22.7.1999
Die fast neunzigjährige Frau Komatsu, Äbtissin des berühmten Klosters Jakkoin in Ohara bei Kyoto, ist eine der bedeutensten Klerikerinnen Japans. Durch ihre Schriften zur Lehre Buddhas, ihren Einsatz für den Umweltschutz in Japan und ihre Friedensbemühungen - bekannt wurden die Gespräche, die sie als junge Frau mit General MacArthur, den Oberbefehlshaber der allierten Streitkräfte gegen Japan, führte - erwarb sie über ihr Land hinaus große Anerkennung. Komatsu Chikô entfaltete außerdem weltweit eine Mäzenaten-Tätigkeit zugunsten der Japanologie. Das Institut für Sprache und Kultur Japans der Universität Hamburg war die erste japanologische Einrichtung in Deutschland, die sie Anfang der neunziger Jahre in ihre finanzielle Förderung aufnahm. "Mit der Ernennunmg zur Ehrensenatorin würdigt die Universität die herausragende Bedeutung der Äbtissin Komatsu Chikô als Buddhologin wie als Seismographien der Umweltgefährdungen und darüber hinaus als Unterstützerin der Japanologie in verschiedenen Universitäten der Welt", heißt es zusammenfassend in der Laudatio des Akademischen Senats.
Lord Ralf Dahrendorf, 1929 in Hamburg geboren, studierte nach dem Krieg Philosophie, Germanistik und Klassische Philologie an der Universität seiner Heimatstadt. 1952 wurde er hier im Fach Philosophie mit einer Arbeit über "Der Begriff des Gerechten im Denken von Karl Marx" promoviert. Von 1958 bis 1960, bis zu seinem Weggang nach Tübingen, war er in Hamburg als Professor an der damaligen Akademie für Gemeinwirtschaft, der Vorläuferin der Hochschule für Wirtschaft und Politik, und gleichzeitig als Lehrbeauftragter an der Universität tätig. Mit seiner Ernennung zum Ehrensenator würdigt der Akademische Senat Dahrendorfs vielfältiges Wirken für die freiheitliche Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland sowie die wichtigen Impulse, die er als Wissenschaftler der deutschen Soziologie gegeben hat, und nennt ihn einen "herausragenden Absolventen" der Universität, der den Kontakt zu seiner Alma mater nicht abreißen ließ.
Dr. Michael Otto (56) wird für sein bedeutendes unternehmerisches Wirken unter dem Vorzeichen des Umweltschutzes ausgezeichnet. Nach Auffassung des Akademischen Senats beweist sein Handeln als Unternehmer eindrucksvoll, daß bewußter Umweltschutz und ökonomischer Erfolg keine Gegensätze zu sein brauchen. Die Universität dankt ihm außerdem für die außerordentliche Förderung wissenschaftlicher Forschung, wie sie in seiner Stiftung einer Professur für "Sustainability and Global Change/Nachhaltige Umweltentwicklung" im vergangenen Jahr zum Ausdruck gekommen ist. Michael Otto sei damit dem großen Mäzenatentum seines Vaters Werner Otto gefolgt, der besonders die medizinische Forschung fördert und dafür im Jahr 1988 mit der Ehrensenator-Würde bedacht wurde.
Die Überreichung der Urkunden an die Geehrten erfolgt auf einer festlichen Sondersitzung des Akademischen Senats im kommenden Wintersemester.
