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8. 11. 1999

Zwei neue Kollegs für die Universität Hamburg

Die Universität Hamburg hält ihr hohes Niveau bei den Graduiertenkollegs. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligte ihr erneut zwei Kollegs, davon erstmals ein Europäisches Graduiertenkolleg in Kooperation mit der Université Pierre-et-Marie-Curie in Paris. Für beide Einrichtungen stellen die DFG (60 Prozent) sowie die Hansestadt insgesamt 2,35 Millionen Mark bereit, mit denen unter anderem 23 Stipendien für Doktoranden und Postdoktoranden bezahlt werden können. Obwohl in diesem Jahr nach neunjähriger Maximalförderung fünf Kollegs ausgelaufen sind bzw. auslaufen, verfügt die Universität - mit den beiden neuen - noch über elf Graduiertenkollegs.

Das Europäische Graduiertenkolleg wird sich mit "Design und Charakterisierung funktionaler Materialien" beschäftigen. Ziel ist die Genese von Materialien mit speziellen mechanischen, optischen und elektrischen Eigenschaften. Dies können keramische Materialien im weitesten Sinne sein - mit Einsatzgebieten wie zum Beispiel "lebenden" Knochenersatzsubstanzen. So werden zehn Doktoranden und zwei Postdoktoranden dieses im Fachbereich Chemie projektierten Kollegs etwa der Frage nachgehen, wie es beispielsweise lebende Organismen schaffen, aus den Verbindungen, die im Meerwasser gelöst sind, ein Material mit den herrlichen optischen Eigenschaften von Perlmutt oder etwas so Stabiles wie einen Seeigelstachel aufzubauen.

Für die Synthese der Materialien und deren Charakterisierung werden Chemiker, Physiker und Mineralogen gebraucht. Zusammenarbeit mit Biologen und Medizinern einerseits und Ingenieurwissenschaftlern andererseits ist vorgesehen. Für die ersten drei Jahre stehen rund 1,45 Millionen Mark zur Verfügung. Sprecher des Kollegs ist Prof. Dr. Dieter Rehder vom Institut für Anorganische und Angewandte Chemie. Die Université Pierre-et-Marie-Curie wurde aufgrund bestehender Kontakte und wegen der Möglichkeit, in Hamburg fehlende Bereiche zu integrieren, einbezogen. Innerhalb des Kollegs werden Hamburger Doktoranden in Paris forschen und französische Nachwuchswissenschaftler in der Hansestadt arbeiten. Kontakte zu den Bereichen "Materialwissenschaften" und "Lebenswissenschaften" des International Center for Graduate Studies der Universität Hamburg sind eingeplant.

Das Graduiertenkolleg "Zukünftige Entwicklungen in der Teilchenphysik" soll junge theoretische Physikerinnen und Physiker auf Fortschritte in der Elementarteilchenphysik vorbereiten, insbesondere auf die Grundlagen der Physik eines Elektron-Positron-Linearbeschleunigers, der aller Voraussicht nach den nächsten großen Schritt weltweit in der Teilchenphysik darstellen wird. Die Aussichten, dass diese Maschine beim Deutschen Elektronen-Synchrotron in Hamburg (TESLA) gebaut wird, sind sehr gut.

Das Kolleg wird jährlich mit rund 300 000 Mark unterstützt. Es erhält zehn Doktorandenstellen und eine Postdoc-Stelle. Sprecher ist Prof. Dr. Joachim Bartels vom II. Institut für Theoretische Physik. Beide Einrichtungen sind auf neun Jahre angelegt und zunächst für drei Jahre bewilligt worden. Sie werden ihre Arbeit am 1. Mai 2000 aufnehmen.

Die DFG fördert in Graduiertenkollegs besonders qualifizierte Doktoranden, die in einem meist interdisziplinären Forschungs- und Studienprogramm mitwirken.


Universität Hamburg, 01.11.1999. Impressum.

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