[Universitaet Hamburg][Suche][Hilfe]
Universität - Präsidialverwaltung - Pressestelle

28. 6. 1999

Präsident Jürgen Lüthje als Vorsitzender der Landeshochschulkonferenz zum Handelskammer-Memorandum:

Erfreuliche Unterstützung der Hochschulen

Der Vorsitzende der Landeshochschulkonferenz (LHK), Universitätspräsident Dr. Jürgen Lüthje, hat den positiven Stimmungswandel im Urteil der Handelskammer Hamburg über die Hamburger Hochschulen begrüßt. Während die Handelskammer in ihrer letzten großen hochschulbezogenen Stellungnahme 1992 den Hamburger Hochschulen noch vorgeworfen habe, sie riefen nur nach mehr Geld und ließen Refomwillen vermissen, wird ihnen im heute vorgelegten Positionspapier "Hamburger Hochschulen reformieren - Mehr Freiheit für unternehmerisches Handeln" bestätigt, sie hätten sich mit einer Reihe von Strukturinnovationen, vor allem auch mit der Internationalisierung ihrer Studienangebote, an die Spitze der Reformbewegung in der deutschen Hochschullandschaft gesetzt (Seite 7). Wie die Handelskammer in ihrem Papier zur Hochschulentwicklung weiter vermerkt, könne sie sich häufig auf die Empfehlung beschränken, schon vorhandenen positive Einzelbeispiele von Reformen auszuweiten beziehungsweise in Hamburg "zum allgemeinen Prinzip zu erheben und für alle Bereiche der Hochschulen umzusetzen" (S.21). Dies gelte beispielsweise für das neue Angebot interdisziplinär ausgerichteter Studiengänge, den Aufbau von Studienangeboten in modernem Baukastensystem (Modularisierung) oder die Einführung von international vergleichbaren Leistungspunktsystemen.

Zu den weiteren an die Hochschulen selbst - und nicht an die staatliche Seite beziehungsweise den Gesetzgeber - gerichteten Empfehlungen der Handelskammer sagte Dr. Lüthje:

"In der überwiegenden Zahl der Fälle stimmen Handelskammer und Hochschulen in dem, was für erstrebenswert gehalten wird, überein. Die Universität ebenso wie die anderen Hamburger Hochschulen sind seit längerem dabei, Schritte in die entsprechende Entwicklungsrichtung zu tun." Dies gelte etwa für

"In ihrer Forderung nach mehr unternehmerischem Denken und Handeln in den Hochschulen kann die Handelskammer auf unsere Zustimmung bauen", sagte der Universitätspräsident.

Kritisch äußerte sich Lüthje im Blick auf die Art und Weise, in der die Handelskammer in ihr Papier die Ergebnisse methodisch fragwürdiger Hochschul-Rankings von Zeitschriften aufnimmt und daraus einen durchweg mittelmäßigen Leistungsstandard der Hamburger Hochschulen ableitet. Die Rankings gäben, so Präsident Lüthje, überwiegend nur die subjektive Einschätzung von Studierenden im Blick auf ihre Studiensituation wieder beziehungsweise ebenso subjektive Eindrücke von Unternehmensvertretern vom "Renommee" von Hochschulen. Ein pauschales Qualitätsurteil über Hamburgs Hochschulen ("mittelmäßig bis ausreichend", S. 7), wie es die Handelskammer fällt, lasse sich auf diese Weise nicht begründen, vor allem dann nicht, wenn die Handelskammer selbst an mehreren Stellen ihres Papiers (S. 30, S. 51) auf Spitzenleistungen der Forschung ("führend in Deutschland", S. 30; "Spitzenstellung", S. 51) hinweist.

"Das Memorandum der Handelskammer Hamburg unterstützt in erfreulich klarer Weise Reformforderungen und Reformanstrengungen der Hochschulen, die auf eine Stärkung ihrer Autonomie und Handlungsfähigkeit abzielen", erklärte Dr. Jürgen Lüthje abschließend. In Kooperation mit der Politik müsse dieser bereits eingeschlagene Weg weiter beschritten werden.


Universität Hamburg, 29.06.1999. Impressum.

Universität - Präsidialverwaltung - Pressestelle
[Anfang]