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Forschung 15.3.1999

Neues Pflanzenschutzmittel tötet Pilze in Sekunden

Erfindung von Prof. Geffken zu einem marktreifen Produkt entwickelt

Ein neues, hochwirksames Pflanzenfungizid haben Prof. Dr. Detlef Geffken vom Institut für Pharmazie der Universität Hamburg und die amerikanische Firma DuPont de Nemours erfunden und entwickelt. Das Mittel Famoxate ist eine wichtige Innovation auf dem Gebiet des Pflanzenschutzes. Es entfaltet seine pilzabtötende Wirkung innerhalb von Sekunden, indem es die Zellatmung blockiert. Bodenbakterien bauen es vollständig zu unbedenklichen Fragmenten ab. Wegen seiner starken Wirkung kann das Produkt in geringer Konzentration angewandt werden. Es dient der Verbesserung der landwirtschaftlichen Ernte und der Grundernährung der Weltbevölkerung.

Famoxate ist das seltene Ergebnis einer fruchtbaren wissenschaftlichen Zusammenarbeit einer universitären Arbeitsgruppe und der forschenden chemischen Industrie. Weltweit haben bisher nur drei solcher Kooperationen zur Entwicklung eines marktreifen Produkts im Pflanzenschutz geführt.

Bereits vor über zehn Jahren hatten einige der von Professor Geffken hergestellten Substanzen bei den von DuPont vorgenommenen biologischen Testungen eine herausragende Wirksamkeit gegenüber pflanzenschädigenden Pilzen gezeigt. Eine von den deutschen und amerikanischen Wissenschaftlern betriebene umfangreiche Wirkstoff-Optimierung führte zu weiteren hochwirksamen Verbindungen, von denen die Firma DuPont schließlich Famoxadon zur Marktreife entwickelte (Insgesamt wurden rund 750 Substanzen synthetisiert und untersucht). "Viele Hürden mußten auf diesem Weg genommen werden", sagt der Hamburger Professor, "da ein neues Pflanzentherapeuticum für das Zulassungsverfahren strengste Kriterien hinsichtlich der Wirksamkeit, Toxikologie, Umweltverträglichkeit und Qualitätskontrolle erfüllen muß."

Nachdem alle Kriterien erfüllt waren, konnte die Firma DuPont die weltweite Zulassung des nun Famoxate genannten Mittel zur Behandlung von Pilzinfektionen beantragen. Drei Produkte, in denen Famoxate jeweils mit einem anderen Fungizid der Firma (u. a. zur Vermeidung von Resistenzen) kombiniert ist, stehen dem Landwirt künftig zur Verfügung: eins für den Getreideanbau (Weizen, Gerste, Roggen), ein anderes für den Weinanbau und ein drittes für den Gemüseanbau (Kartoffel, Tomate, Gurke).

In Europa sind die Pflanzenschutzmittel im Laufe des vergangenen Jahres in Frankreich, Ungarn, Irland, Polen und der Schweiz zugelassen worden. Weitere europäische Zulassungen, unter anderem in Deutschland, erwartet die Firma in diesem Jahr. Seit dem Frühjahr vorigen Jahres kann Famoxate in verschiedenen Ländern Südamerikas und Afrikas eingesetzt werden. Professor Geffkens Kooperation mit den Amerikanern hat auch zur Schaffung von neuen Arbeitsplätzen beigetragen, da DuPont die verschiedenen Produkte künftig in einem eigens dafür gebauten chemischen Werk in Nordspanien fertigen wird.


Der Planungsstab der Universität Hamburg, 18.03.1999. Impressum.

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