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25. 1. 2000

Guter Rat für Frauen von Frauen

Zehn Jahre Expertinnen-Netz in Hamburg

Das Expertinnen-Beratungsnetz Hamburg, eine Einrichtung der Universität Hamburg, feiert zehnjähriges Bestehen. Das Konzept "Frauen helfen Frauen und Alt hilft Jung" wurde von der damaligen Vizepräsidentin der Universität, der Erziehungswissenschaftlerin Prof. Angelika Wagner entwickelt, und praktisch umgesetzt. Das Hamburger Expertinnen-Netz, an das sich in zehn Jahren 5400 ratsuchende Frauen wandten, arbeitete so erfolgreich, dass entsprechende Einrichtungen auch in Dresden , Berlin, Köln und München entstanden. Bürgermeisterin Krista Sager und Universitätspräsident Dr. Jürgen Lüthje nehmen an der Jubiläumsfeier am Mittwoch, dem 26. Januar, im Gästehaus der Universität teil (Programm beiliegend).

Junge Frauen haben es noch immer schwerer als junge Männer, ihre Qualifikationen in einen erfolgversprechenden Beruf münden zu lassen. Nach wie vor bremsen Barrieren, nicht zuletzt eine Familienphase, ihren Aufstieg - aber eben nicht ihren Anspruch auf ein befriedigendes Berufsleben. Wer kann in dieser Situation besser beratend helfen als eine Frau, die im Beruf schon erfolgreich war, die aus demselben Beruf kommt und die schon Mehrfachbelastungen bewältigt hat?

Allein in Hamburg gibt es über 40 solche engagierte und ehrenamtlich tätige "Expertinnen", in Deutschland sind es insgesamt 150, organisiert in fünf Expertinnen-Netzen. Im Bundesgebiet sind es bisher über 11000 Frauen, die in Situationen beruflicher Weichenstellung um Rat gebeten haben. Die Expertinnen kommen aus den verschiedensten Berufsbereichen: Industrie und Handwerk, Wirtschaft und Verwaltung, Banken und Versicherungen, Kultur und Wissenschaft, Justiz und Medien. Sie haben erreicht, was die jungen Frauen anstreben. Als Senior-Expertinnen sind sie frei von beruflichen Zwängen und Verpflichtungen, frei von familiären Rücksichtnahmen und gesellschaftlichem Opportunismus und können so ganz ungebunden viel für andere tun. Ihre Erfahrungen machen den Ratsuchenden Mut, die eigenen Wünsche nach einer vielseitigen Tätigkeit, nach einer leitenden Position, nach Selbständigkeit und Verantwortung konsequent zu verfolgen.

Die Mehrzahl der ratsuchenden Frauen ist 30 bis 40 Jahre alt. Zwei Drittel von ihnen haben Hochschulreife. Rat suchen sie im Hinblick auf den ersten beruflichen Einstieg, den Aufstieg im Beruf, die Wiedereingliederung nach der Familienphase, Existenzgründung, den Aufbau einer Freiberuflichkeit oder die Klärung von Konflikten im Arbeitsalltag. Auf die Frage: "Hat Ihnen die durch das Expertinnen-Netz vermittelte Beratung geholfen?" äußerte sich die überwiegende Mehrheit der ratsuchenden Frauen positiv. Wichtig wurden ihnen im Gespräch mit einer Expertin: Orientierung im Berufsfeld, praktische Verhaltenstips, realistische Einschätzung ihrer Chancen, das Aufzeigen neuer Perspektiven, konkrete Ratschläge und Entscheidungshilfen, allgemeine Rückenstärkung.

Das Expertinnen-Netz Hamburg wird von seiner Gründerin, Frau Prof. Wagner, und deren Kollegin, Frau Prof. Dr. Ellen Schulz, geleitet. Finanziell wird es von der Freien und Hansestadt Hamburg, der Universität Hamburg, der Bundesanstalt für Arbeit und durch Spenden getragen. Wie arbeitet es?:

Die ratsuchenden Frauen wenden sich telefonisch oder geschäftlich an die Geschäftsstelle. Nachdem sie einen Fragebogen zu ihrer beruflichen Biographie und dem Beratungsanliegen ausgefüllt haben, werden sie zu einem ausführlichen Vorgespräch geladen, das die Mitarbeiterin der Arbeitsstelle, Dipl.-Psych. Sabine Podolsky, führt. Im Anschluss daran wird das persönliche Beratungsgespräch mit einer Expertin vermittelt.

Die Nachfrage nach Beratungsgesprächen ist mit etwa 50 Anfragen pro Monat in Hamburg konstant hoch. Werben braucht das Expertinnen-Netz nicht, die Mundpropaganda zufriedener "Kundinnen" und die hohe Aufmerksamkeit der Medien, die die Arbeit der Einrichtung seit zehnJahren begleitet, reichen aus.

Kontakt: Tel. 040/29 10 26 (Geschäftsstelle Expertinnen-Beratungsnetz)


Universität Hamburg, 26. Januar 2000. Impressum.

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