[Universitaet Hamburg][Suche][Hilfe]
Universität - Präsidialverwaltung - Pressestelle

Forschung Nr. 16/96 vom 29.8.1997

Digitale Bibliothek für politische Bild-Botschaften

Neues Forschungsheft der Universität Hamburg mit neun Beiträgen

Informatiker und Kunstgeschichtler haben sich an die spannende Aufgabe gemacht, mit der "Warburg Electronic Library" eine digitale Bibliothek für Politische Ikonographie aufzubauen. Dieser Wissenschaftszweig untersucht politische Botschaften bildlicher Darstellungen. Sie geht von der Annahme aus, daß sich die politische Wirkung vergangener und gegenwärtiger Machtstrukturen nicht nur in Text-Dokumenten wie Akten und Verträgen niederschlägt, sondern ganz besonders in Bildern über Zeremonien, Gebäude, Denkmäler, Medaillen usw. Als Grundlage und Ausgangsmaterial des WEL-Projekts dient der Index zur Politischen Ikonographie, der in den letzten Jahren aus Mitteln des an Prof. Dr. Martin Warnke vom Kunstgeschichtlichen Seminar der Universität Hamburg verliehenen Leibniz-Preises aufgebaut worden ist. In der Tradition des Kulturwissenschaftlers Aby Warburg aufgebaut, umfaßt der Index zurzeit rund 250 000 Dokumente. Er wird ständig erweitert. Derart umfangreiches Material aus allen Epochen und Ländern ist nirgends sonst zusammengeführt. Aufgenommen sind zum Beispiel Verbildlichungen und Personifikationen von Freiheit und Demokratie, von Recht und Macht, von Agitation und Revolution, von Herrschaft und Heroismus, von Krieg und Frieden, von Tugenden und Lastern oder von Unterwerfung und Widerstandsformen.

Innerhalb der WEL haben die Hamburger Wissenschaftler eine Reihe von Teilprojekten bereits erfolgreich abgeschlossen. Eines ist das PolitIcon-Vorhaben, in dem die Anforderungen an eine integrierte Computerumgebung zum adäquaten Umgang mit ikonischem Material erforscht wurden. Dazu mußten nicht nur eine stattliche Anzahl von Bildkarten digitalisiert, sondern auch die speziellen Dienste des PolitIcon-Systems festgelegt werden. Schließlich wurde das gewünschte Softwaresystem von den Informatikern entworfen und implementiert. Wie das im einzelnen geschah, ist ausführlich im neuen Forschungsheft der Universität Hamburg nachzulesen.

Von den anderen Beiträgen seien genannt:

Das Forschungsheft kann kostenlos bei der Pressestelle der Universität Hamburg, Edmund-Siemers-Allee 1, 20146 Hamburg, Email: presse@rrz.uni-hamburg.de angefordert werden.


Der Planungsstab der Universität Hamburg, 22.9.1997. Impressum.

Universität - Präsidialverwaltung - Pressestelle
[Anfang]