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Universität - Präsidialverwaltung - Pressestelle

Nr. 83/97 vom 29.10.1997

Erster Energie-Tisch an einer deutschen Universität

Studierende, Professoren und Hausmeister erarbeiten gemeinsam Energiesparmaßnahmen

Der Klimaschutz hat in den letzten Wochen wieder einmal negative Schlagzeilen gemacht. Auf internationaler Ebene kommen die Bemühungen zur Reduzierung der CO2-Emissionen nur schleppend voran. Wo internationale und nationale Programme an ihre Grenzen gelangen, zeigen lokale Initiativen konkrete Möglichkeiten zum Schutz des Weltklimas auf.

Zu den Vorreitern in Sachen Klimaschutz gehört künftig auch die Universität Hamburg. Sie geht bei der praktischen Umsetzung einen Weg, der in dieser Form bisher nur von Kommunen beschritten wurde: Als erste deutsche Universität richtet sie einen Energie-Tisch ein. Teilnehmer aus den unterschiedlichen Bereichen des universitären Lebens entwickeln gemeinsam Energie-Einsparkonzepte für die Universität und setzen diese um. Moderiert wird dieses Forum vom Institut für Organisationskommunikation (IFOK in Bensheim), das in einer bundesweiten Kampagne unter der Schirmherrschaft von Ernst Ulrich von Weizsäcker Energie-Tische in über 20 Kommunen durchführt.

Den Startschuß für den Energie-Tisch der Universität Hamburg gaben am 4. November Hamburgs amtierender Umweltsenator Dr. Fritz Vahrenholt und Universitätspräsident Dr. Jürgen Lüthje. Dabei stellte Initiator Prof. Dr. Hartwig Spitzer vom Fachbereich Physik das Projekt im Hörsaal 1 vor.

Das Konzept der Energie-Tische baut auf folgenden Erkenntnissen auf: Die Einsparmöglichkeiten durch technische Verbesserungen sind begrenzt. Das größte Potential zur Energieeinsparung liegt in der Änderung des Nutzerverhaltens. Die Erfahrung zeigt: Nicht allgemeine Appelle versprechen Erfolg, sondern praktisches Handeln. Die Nutzer sollen eigenständig für ihr unmittelbares Umfeld ermitteln, wie dort der Energieverbrauch gesenkt werden kann.

An der Universität kommen die dabei erzielten Erfolge nicht nur der Umwelt zugute, auch die einzelnen Fachbereiche profitieren davon. Der Energie-Tisch der Universität Hamburg arbeitet nach einem Modell, daß sich an Hamburger Schulen schon bewährt hat: das "fifty-fifty"-Modell. Dahinter verbirgt sich eine Art Gewinnbeteiligung, die als Anreiz zum Energiesparen dient. Die durch den geringeren Energieverbrauch eingesparten Kosten werden zwischen der zentralen Universität und den jeweiligen Fachbereichen geteilt. Dies entlastet nicht nur den Globalhaushalt, sondern eröffnet den einzelnen Fachbereichen neue finanzielle Spielräume. Je mehr eingespart wird, desto mehr Finanzmittel stehen für andere Projekte zur Verfügung. Die Erfahrungen mit solchen Beteiligungsmodellen zeigen, daß dadurch die Motivation der Beteiligten erhöht werden kann.


Der Planungsstab der Universität Hamburg, 05.11.97. Impressum.

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