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Forschung Nr. 19/96 vom 22.10.1996

Uni beherbergt singuläres Archiv der DDR-Kunst

Es besteht aus Bibliothek, Bildarchiv und Pressedokumentation

Mit dem im Aufbau befindlichen, von Prof. Dr. Monika Wagner betreuten Archiv der DDR-Kunst könnte im Kunstgeschichtlichen Seminar der Universität Hamburg eine zentrale Koordinations- und Forschungsstelle zur Kunst der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik entstehen. Mit seinen drei ineinandergreifenden Bereichen Bibliothek, Bildarchiv und Pressedokumentation bietet das Archiv eine in Deutschland einzigartige Recherchemöglichkeit zur DDR-Kunst. Es bildet eine Abteilung des am Seminar vertretenen Schwerpunktes Politische Ikonographie.

Als Grundstock konnten aus Mitteln des Prof. Dr. Martin Warnke, ebenfalls Kunstgeschichtliches Seminar, verliehenen Leibniz-Preises Teile der Bibliothek des Leipziger Kunsthistorikers und Kritikers Lothar Lang erworben werden. Die Bibliothek umfaßt bisher rund 3000 Publikationen zur Kunst der DDR (Monographien von über 700 Künstlern, über 600 Ausstellungskataloge, Abteilungen zur Architektur, Photographie, Gebrauchskunst, Kunstpädagogik, Kunsttheorie unter anderen).

Darauf aufbauend, wurde ein ikonographisch gegliedertes Bildarchiv mit Abbildungen von rund 10 000 Kunstwerken angelegt. Sie reichen von Abstraktem über Arbeit, Demonstrationen, Imperialismus, Landschaft, Militär und Politiker bis zum Sozialismus/Kommunismus und zur Zukunft. Überraschenderweise bildet die abstrakte Kunst eine der größten Abteilungen. Das Bildarchiv enthält u.a. sämtliche Abbildungen der Zeitschrift Bildende Kunst. Damit ist der zentrale Bereich der DDR-Kunst erschlossen.

Als dritter Sektor kommt die nach Künstlern, Orten und Sachgebieten systematisierte umfangreiche Dokumentation zur Rezeption der Kunst, Architektur und Stadtplanung der DDR in der deutschsprachigen Presse hinzu. Sie geht zum Teil bis zum Ende der 70er Jahre zurück; ihr Schwerpunkt liegt in der Zeit nach 1989.

Das Archiv dient der Lehre ebenso wie der Forschung und könnte auch von außeruniversitären Interessenten genutzt werden, wenn zusätzliche Personalmittel zur Verfügung stehen würden. Die Bestände sind über einen EDV-Katalog erschlossen.

Professorin Wagner hofft, daß mit dem Archiv auch Impulse für eine zukünftige Auseinandersetzung mit der Kunst der DDR zu geben. Sie strebt einen (inzwischen zaghaft beginnenden) Austausch mit Institutionen im Bereich der ehemaligen DDR an. Für jede Ergänzung und Erweiterung der Bestände ist sie dankbar. »Bevor Sie eventuell ungeliebten Plunder aus der Vergangenheit entsorgen oder nicht wissen, wohin mit den erinnerungswerten Büchern, Fotos usw., wären wir froh, wenn Sie sich an uns wendeten, und zwar unter den Telefonnummern 4123-3268/3272.«


Der Planungsstab der Universität Hamburg, 19.10.1996. Impressum.

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