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13. 1. 2000
"Wie Sie immer wieder sich selbst und damit auch die Angehörigen der Fachhochschule gefordert haben! Das hat die Hochschule zu dem gemacht, was sie heute ist: selbstbewußt und zukunftsstark - dies allerdings auch in der Annäherung an die Universität.
Und darin sehe ich eine der Paradoxien der gegenwärtigen Hochschulpolitik: So sehr die Universitäten im Zentrum der Kritik stehen, so eindeutig setzen sie die Maßstäbe, an denen sich auch die Entwicklung der Fachhochschulen orientiert. Gerade auch Sie als Präsident einer der größten Fachhochschulen in Deutschland haben sich an dem Ziel orientiert, mit ihrer Besonderheit eines stärkeren Lehr- und Praxisbezugs der Universität gleichwertig zu sein.
Wenn sich die Fachhochschule Hamburg mit Stolz und Selbstbewußtsein "University of Applied Sciences" nennt und Master-Abschlüsse anbietet, so kommt darin dieses Bestreben deutlich zum Ausdruck.
Die Kontinuität Ihrer Arbeit hat die Fachhochschule geprägt und ihr im Chor der Hamburger Hochschulen die zweite Stimme gegeben. Die Hamburger Hochschulen bilden ein starkes Ensemble, und die Fachhochschule ist daraus nicht mehr wegzudenken. Daran haben Sie hohen Anteil! Im Namen der Landeshochschulkonferenz danke ich Ihnen dafür.
Sie haben aber nicht nur die Fachhochschule geprägt, sondern auch das seinerzeit neue Amt des Hochschulpräsidenten. Professionalität, Kontinuität und Gestaltungskraft der Hochschulleitung haben Sie verkörpert und als Anspruch eingelöst.
Sie haben wesentlichen Anteil daran, daß in Hamburg mehr als in vielen anderen Bundesländern die Persönlichkeiten an der Spitze der Hochschulen zählen . . . Auf diese Weise ist die Hochschulentwicklung in Hamburg nicht vorrangig durch die staatliche Hochschulpolitik gestaltet worden, sondern wesentlich durch die Hochschulen selbst.
Hier ist Ihre Stimme immer vernehmbar gewesen, lieber Herr Dalheimer: bestimmt, streitbar, argumentationsstark und beharrlich - und voll anspielungsreichem, warmen Humor. Diese verantwortungs- und handlungsfreudige Haltung der Hamburger Hochschulen und ihrer jeweiligen Leitung hat erst das Vertrauen entstehen lassen, das in den letzten Jahren eine erfreuliche Stärkung der Eigenständigkeit durch Aufgabenübertragung und Globalhaushalte zur Folge hatte . . .
"Pflicht ist, was man von andern erwartet", hat Oscar Wilde einmal gesagt. Sie, lieber Herr Dalheimer, widerlegen ihn aufs Schönste - denn Ihr Engagement für Ihre Hochschule ist nicht nur in der zeitlichen Kontinuität beispiellos, sondern auch in seiner prägenden Wirkung. 25 Jahre lang haben Sie in Ihrer Leitungsarbeit immer wieder sich selbst - und "Ihre" Hochschule herausgefordert. Sie haben für die Anerkennung der Fachhochschulen über Hamburg hinaus viel erreicht, und durch Ihr Insistieren auf Leistung dieser in der Wissenschafts- und Bildungsgeschichte "jungen" Hochschulart hohe Anerkennung verschafft - die allmähliche Annäherung von Universitäten und Fachhochschulen ist das sichtbare Zeichen dieses Erfolgs! . . .
Sie haben zugleich zur Kooperation aufgerufen und sind auf die Kooperationsbereitschaft der Universität Hamburg und der TU Hamburg-Harburg gestoßen - zum Beispiel im Hinblick auf die gemeinsamen Studiengänge Wirtschaftingenieur und Schiffbau.
Sie haben sich stets als Veränderungsmotor begriffen - etwa im letzten Jahr, als Sie uns aufriefen, die Gruppenhochschule einer kritischen Prüfung zu unterziehen . . .
Die Fachhochschule ohne Sie - ein ungewohnter Gedanke. Die Landeshochschulkonferenz ohne Sie - uns wird der Kollege und Freund Rolf Dalheimer fehlen. Ihre Noblesse, Ihre leise, aber hartnäckig-dezidierte, beständig auf Verbesserung drängende Art wirken "über den Tag hinaus" - das Motto der heutigen Feier fängt das treffend ein. Auch Ihre Lebensleistung wird über den Tag hinaus wirken!"
