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Nr. 80/98 vom 10.11.1998
Die Idee zu der Spendenaktion hatten Jorg Foitzik und Thomas Neukirchen, die schnell den Universitätspräsidenten und die Redaktion des "Hamburger Abendblatts" dafür begeisterten. "Liebe Leserinnen, lieber Leser, die Hamburger Universität braucht Ihre Unterstützung", schrieb "Abendblatt"-Chefredakteur Peter Kruse zu Anfang der Aktion im Oktober 1997. Das 40 Jahre alte Gestühl des Auditoriums maximum - von Generationen Studierender abgenutzt, wacklig geworden und mit seinen viel zu schmalen Schreibflächen eine Zumutung für jene, die hier stundenlang Klausuren schreiben müssen - sei dringend zu sanieren, jedoch: "Wir können nicht alles dem Staat überlassen." Und weiter hieß es Aufruf der Zeitung: "Viele Hamburger haben hier studiert und sich die Grundlagen für ihren späteren Beruf angeeignet. An sie appellieren wir, nach vielen Jahren einen Dank an ihre Alma mater abzustatten."
Und dieser Appell kam an, erreichte Firmenchefs und Privatleute, Politiker und Künstler, auch viele Mitglieder der Universität selbst und natürlich vor allem auch ehemalige Studierende, die sich dankbar daran erinnerten, etwa Karl Schiller oder Carl Friedrich von Weizsäcker in diesem Audimax gehört zu haben und jetzt gute Gelegenheit sahen, hierfür etwas zurückzugeben. Die größten Einzelspenden kamen von den Hamburger Freimauererlogen (20 Stühle) und vom Heinrich Bauer Verlag (zwölf Stühle), die Liste der prominenten Freunde der Hamburger Institution, die ihre Verbundenheit mit dieser Institution durch eine Stuhl-Patenschaft deutlich machten, reicht von Rudolf Augstein und Erich Böhme über Walter Jens und Siegfried Lenz bis Max Schmeling, Otto Waalkes und Ulrich Wildgruber. Alle Spender konnten sich in einer guten Hamburger Tradition stehend empfinden, denn die Geschichte der Universität der Hansestadt ist wohl mehr als die anderer deutscher Hochschulen mit privater Förderung verbunden: Der Kaufmann Edmund Siemers stiftete 1907 eine Million Goldmark zum Bau des heutigen Universitäts-Hauptgebäudes, nachdem kurz zuvor der aus Hamburg stammende Diamanten-König Alfred Beit zwei Millionen Mark in eine Stiftung zur Universitätsgründung hatte fließen lassen. Und 1994, zum 75. Jahrestag der Gründung der Universität, äußerte das Hamburger Unternehmer-Ehepaar Greve seinen Willen, zwei Flügelbauten im Gesamtwert von 70 Millionen Mark an eben jenem Hauptgebäude zu errichten und der Stadt beziehungsweise der Universität zu schenken. Der erste dieser beiden Flügelbauten, in zweijähriger Bauzeit errichtet, konnte soeben von der Universität bezogen werden.
Am 20. November 1998 bedankt sich die Universität bei allen Stuhl-Spenderinnen und Spendern: Sie wurden eingeladen, bei einer Einweihungsfeier mit großem Kulturprogramm (Beginn 19.30 Uhr) auf "ihrem" mit einem Namensschild versehenen, gepolsterten Stuhl im Auditorium maximum Platz zu nehmen. Festredner des Abends sind Bürgermeisterin und Wissenschaftssenatorin Krista Sager, Chefredakteur Peter Kruse und Uni-Präsident Dr. Jürgen Lüthje. Es spielen die Big Band der Universität unter Andreas Böther und das Orchester der Universität unter Leitung von Bruno de Greeve.
Mit allen jenen, die durch eine Patenschaft im Rahmen von "Ein Platz im Audimax" ihre Anhänglichkeit an die Universität zeigten, soll auch über die Einweihungsfeier hinaus Kontakt gehalten werden. "Wir haben mit dieser erfolgreichen Aktion zugleich einen wesentlichen Schritt hin zur künftig engeren Bindung der Universität an ihre Absolventen getan - auf eine zweifellos sehr originelle, im deutschen Hochschulbereich einmalige Weise", erklärte Präsident Dr. Lüthje. Es soll eine dauerhafte Wechselbeziehung zwischen der Alma mater und ihren Ehemaligen entstehen: zum Beispiel Weiterbildungsangebote der Uni für ihre Absolventen einerseits, Förderung der Uni durch ihre Absolventen andererseits.
