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Pressedienst

22. Oktober 2002

Globale Zukunftsfragen

Universität fordert zum Handeln auf / Einzigartiges Vorlesungs- und Seminarprojekt / Forschungswettbewerb regt Studierende an

Horizonterweiterung garantiert: Zum ersten Mal widmet sich ein Vorlesungs- und Seminarprojekt an der Universität Hamburg fächerübergreifend der Zukunft der Menschheit und des Planeten. Von Klimaschutz bis Globalisierung, von Migration bis Welternährung, von Wasserversorgung bis zu Nachhaltigkeitsstrategien reicht das Spektrum der insgesamt 14 Vorlesungen. Dazu bieten Lehrende aus zahlreichen Fachbereichen insgesamt 18 Begleitseminare an. Ein Essay- und Forschungswettbewerb der Körber-Stiftung fordert die Studierenden an, zu globalen Zukunftsfragen Stellung zu beziehen.

"Global denken reicht nicht, wir müssen lokal handeln – auch in der Lehre", sagt Prof. Dr. Hartwig Spitzer. Der Physiker hat gemeinsam mit einem kleinen Wissenschaftler-Team das Mammutprojekt verwirklicht. Ihr Ziel ist es, viele Studierende zu ermutigen, sich für eine globale Partnerschaft zu engagieren. Dazu informieren Wissenschaftler aus vielen Fachbereichen über Trends, Entwicklungen und zukunftsweisende Beispiele – darunter eine Reihe renommierter Hamburger Forscher. Dass rund 25 Lehrende die Vorlesungen mit Seminaren begleiten, hätte Spitzer anfangs kaum zu träumen gewagt. Heute hat er Theologen, Philosophen, Informatiker, Natur- und Wirtschaftswissenschaftler ebenso im Boot wie Medien-, Erziehungs- und Rechtswissenschaftler.

Ein engagierter Unterstützer des Vorlesungsprojektes ist Prof. Hartmut Graßl vom Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie. Der Klimaforscher wird nicht müde, vor gefährlichen globalen Entwicklungen zu warnen. Die Bevölkerung wachse noch immer zu schnell. Gleichzeitig würden Böden versiegelt und übernutzt, die Arten und Ökosysteme verringert, Treibhausgase ungeniert in die Luft geblasen und Süßwasser verschmutzt und daher knapp. Eine Umkehr dieser Trends in Richtung nachhaltige Entwicklung sei nur möglich, wenn weltweit der globale Wandel erforscht werde und die Probleme öffentlich gemacht werden.

Die Vorlesungsreihe stellt den Stand der Forschung vor. Sie thematisiert naturwissenschaftlichen Erklärungs- und Lösungsszenarien, weist gleichzeitig auf den engen Zusammenhang zwischen Umwelt- und Entwicklungsproblemen und diskutiert ausführlich die Folgen der Globalisierung.

Für Universitätspräsident Dr. Jürgen Lüthje ist das Projekt ein zukunftsweisendes Modell: "Das Projekt "Globale Zukunftsfragen" ist ein hervorragendes Beispiel dafür, welche großartigen Möglichkeiten zu interdisziplinärer Zusammenarbeit sich aus der Vielfalt der Lehr- und Studienangebote an unserer Universität ergeben. Und es macht deutlich, dass die Universität sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung stellt und wichtige Impulse zur Lösung globaler Zukunftsaufgaben geben kann."

Ein zusätzlicher Anreiz, die globalen Zukunftsfragen zu vertiefen, ist der Essay- und Forschungswettbewerb. Studierende, die fundierte, originelle Examensarbeiten oder Promotionen zum Thema einreichen und dabei im besten Fall fachübergreifende Zusammenhänge herstellen, haben Chancen auf einen Forschungspreis von 2500 Euro. Gelungene Essays werden mit bis zu 250 Euro belohnt. "Wir suchen die klügsten und engagiertesten Köpfe der Universität Hamburg", erklärt Hartwig Spitzer.

Und noch eine weitere Premiere verbindet sich mit der Veranstaltungsreihe: Erstmals ist es möglich, die Vorlesungen per Live-Streaming zu verfolgen: www.globale-zukunft. Dort finden Sie auch weitere ausführliche Informationen.

Für Rückfragen:

Peter Wiegand , Universität Hamburg, Tel. (040) 4 28 38 - 45 21
Gerlinde Geffers, Zukunftsrat Hamburg, Tel. (040) 45 78 50


Universität Hamburg, 23. Oktober 2002. Impressum.

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