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Pressedienst

15. November 2002

Die Universität Hamburg ehrt den US-amerikanischen Historiker
Fritz Stern mit der Bruno Snell-Plakette

Fritz Stern ist einer der bedeutendsten amerikanischen Historiker der Gegenwart. In seinem wissenschaftlichen Werk hat er sich intensiv mit der politischen Kulturgeschichte Deutschlands im 19. und 20. Jahrhundert auseinander gesetzt. Angetrieben durch sein Selbstverständnis der politischen Verantwortung des Historikers, mischte sich Stern immer wieder ein in die gesellschaftlichen Entwicklungen der Gegenwart und kommentierte wichtige politisch-historische Weichenstellungen der westlichen Welt. Mit der Verleihung der Bruno Snell-Plakette an Professor Fritz Stern ehrt die Universität Hamburg das beispielhafte Wirken dieses herausragenden Historikers in Wissenschaft und Gesellschaft.

Der Festakt findet statt am
Dienstag, dem 19. November 2002, 16.00 Uhr,
im Hauptgebäude der Universität,
Flügelbau Ost, Großer Hörsaal,
Edmund-Siemers-Allee 1.

Der 1926 in Breslau geborene und 1938 in die USA emigrierte Fritz Stern hielt 1987 als erster ausländischer Gast im Deutschen Bundestag die Rede zum nationalen Gedenktag des 17. Juni. Die britische Premierministerin Margaret Thatcher beriet er im Jahr 1990 dahingehend, auch nach der Wiedervereinigung Vertrauen in die intakten demokratischen Institutionen der Bundesrepublik zu bewahren. Im Oktober 1999 wurde Stern mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet.

Weltberühmt wurde Stern durch sein Buch über den jüdischen Bankier Gerson von Bleichröder ("Bismarcks Bankier"), das 1977 unter dem Titel "Gold and Iron: Bismarck, Bleichröder and the Building of the German Empire" erschien. Große Beachtung und anerkennung erlangte er außerdem durch verschiedene Essay-Bände wie "Dreams and delusion. The Drama of German History" (1988), "Verspielte Größe. Essays zur deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts" sowie "Einsteins German World" (2000).

Mit Hamburg und der Universität Hamburg verknüpfen Stern langjährige Beziehungen. So haben ihn u.a. seine freundschaftlichen Beziehungen zu der in diesem Frühjahr verstorbenen ehemaligen ZEIT-Herausgeberin und Ehrensenatorin der Universität, Marion Gräfin Dönhoff, zu verschiedenen Vorträgen und Podiumsdiskussionen nach Hamburg geführt.

Nach Walter Jens, der die Auszeichnung 1999 erhielt, ist Fritz Stern der zweite Preisträger der alle drei Jahre von der Universität Hamburg verliehenen Bruno Snell-Plakette. Benannt ist der Preis nach dem ehemaligen Rektor der Universität Hamburg (1951 - 1953), der zeitlebens engagiert für einen auf die Grundwerte von Freiheit und Demokratie aufbauenden europäischen Humanismus eintrat. In der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft gehörte Bruno Snell zu einer kleinen Gruppe oppositioneller Professoren. Als nach Kriegsende 1945 zu befürchten war, dass die britische Militärregierung die Universität schließen würde, setzte Snell sich mit aller Energie für ihre Erhaltung und Reform ein.

Für Rückfragen:
Peter Wiegand, Tel. (040) 428 38 - 42 51


Universität Hamburg, 19. November 2002. Impressum.

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