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Universität - Präsidialverwaltung - Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Pressedienst

10. Mai 2002

Kinder im KZ Theresienstadt - Zeichnungen, Gedichte, Texte

Eine Ausstellung des Studienkreises Deutscher Widerstand 1933-1945 e.V.

27. Mai - 14. Juni 2002
Universität Hamburg
Edmund-Siemers-Allee 1
Westflügel, Forum
Öffnungszeiten: Mo - Fr 9-21 Uhr, Sa 9-14 Uhr

Die Ausstellung erinnert an die 11.000 jüdischen Kinder, die aus Deutschland, der Tschechoslowakei, Österreich, den Niederlanden, Polen und Dänemark nach Theresienstadt deportiert wurden. Die meisten von ihnen wurden in Auschwitz ermordet. Aus Hamburg fanden von 1942 bis 1945 elf Transporte mit etwa 1900 Menschen nach Theresienstadt statt. Die Zeichnungen, Gedichte und Aussagen von Kindern geben Zeugnis von ihrem Leben im KZ, von ihrer Isolation, der Trennung von ihrer Familie, von Grauen und Tod, Angst und Verzweiflung, aber auch von ihrem ungebrochenen Willen zu leben.

Schulunterricht war für die Kinder in Theresienstadt verboten. Dieses Verbot beraubte die Kinder eines weiteren Stücks alltäglicher Normalität und jeglicher Zukunftsperspektive. Aber die Kinder wollten lernen, und so wurde der Schulunterricht zu ihrer Form des Widerstands. Die hier gezeigten Zeichnungen sind bei diesem heimlichen Unterricht entstanden. In Hamburg wurden, wie im gesamten Deutschen Reich, am 30. Juni 1942 die jüdischen Schulen geschlossen. Hieran soll diese Ausstellung erinnern.

Eröffnung
Mo, 27.5., 18 Uhr, Forum Westflügel

Es sprechen:
Prof. Dr. Dr. h.c. Wilfried Hartmann, Vizepräsident der Universität Hamburg
Steffi Wittenberg, Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes Bund der Antifaschisten Hamburg
Jens Michelsen, KZ-Gedenkstätte Neuengamme
Musik (in Zusammenarbeit mit der Initiative Hans Krása, Hamburg): Finale der 7. Klaviersonate von Viktor Ullmann (1898-1944)
Vier Lieder nach Worten chinesischer Poesie von Pavel Haas (1899-1944)
Cornelis Witthoefft, Klavier, Matthias Flohr, Bariton

Brundibár. Oper für Kinder aus Theresienstadt
Musik von Hans Krása, Text von Adolf Hoffmeister
Fr, 7.6., 18 Uhr, Audimax der Universität Hamburg
Eine Aufführung der Klassen 6-8 des Christianeums Hamburg
Musikalische Leitung: Dietmar Schünicke, Inszenierung: Ivo Petrlik
Begrüßung: Dr. Jürgen Lüthje, Präsident der Universität Hamburg
Einführung: Paul Aron Sandfort
Eintritt: 5 €, ermäßigt 3 €, Schulklassen 25 €
Diese Inszenierung ist den Kindern von Theresienstadt gewidmet, die zwischen 1942 und 1944 auf der Bühne des Ghettos den Sieg über den bösen Diktator Brundibár spielten, dann aber, eins nach dem anderen, von den Nazis in das Todeslager Auschwitz deportiert wurden. Einer der wenigen Überlebenden, die in dieser Kinderoper mitgewirkt haben, ist Paul Aron Sandfort. Er wird als Zeitzeuge eine Einführung geben. Die Kinderoper wird ergänzt durch Texte aus "Ich bin ein Stern" von Inge Auerbacher.
Ausführende sind SchülerInnen, Chor und Orchester des Christianeums.

Abschlussveranstaltung
Do, 13.6., 18 Uhr, Forum Westflügel
Esther Bauer im Gespräch mit Dr. Ursula Randt
Cornelia Kerth, Vorsitzende Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes Bund der Antifaschisten Hamburg
Frau Esther Bauer ist die Tochter des letzten Schulleiters der Israelitischen Töchterschule Carolinenstraße, Dr. Alberto Jonas. Sie hat Theresienstadt überlebt. Ein Videofilm mit einen Gespräch mit ihr wird während der Ausstellung gezeigt. Frau Bauer lebt heute in den USA.

Weitere Veranstaltungen zum Thema:

Ausstellung in der Gedenk- und Bildungsstätte Israelitische Töchterschule, Hamburger Volkshochschule, - Dr. Alberto Jonas Haus -, Karolinenstr. 35, 20357 Hamburg:

"Frauen und Kinder sind nicht gefährdet"
Rostock - Hamburg - Auschwitz: Drei Stationen im kurzen Leben der Ruth Zuckermann, Schülerin der letzten jüdischen Schule in Hamburg von 1939 bis 1942
17. Juni - 4. Juli 2002
Öffnungszeiten: Mo und Do 15 - 18 Uhr und nach Vereinbarung, Tel. 4 28 43-2175
Ruth Zuckermann, 1931 in Rostock geboren, war das jüngste Kind des jüdischen Ehepaars Heinz und Perle Zuckermann. Dem Vater gelang die Flucht nach England, seine Frau und seine Tochter mußte er zurücklassen. Das britische Konsulat versicherte, für Frauen und Kinder bestehe keine Gefahr. Die Mutter schickte Ruth Anfang 1939 nach Hamburg, damit sie dort die jüdische Mädchenschule besuchen konnte. Am 10. Juli 1942 wurden Ruth und ihre Mutter deportiert. Die Fahrt endete in Auschwitz. Keine von beiden hat überlebt.

Vortragsveranstaltung zur Ausstellung:
Do, 27.6., 18 Uhr, Gedenk- und Bildungsstätte Israelitische Töchterschule, Karolinenstr. 35
Es sprechen:
Dr. Yaakov Zur (Israel, Bruder von Ruth Zuckermann)
Dr. Ursula Randt, Autorin des Buches "Carolinenstr. 35"

Veranstalter:
Universität Hamburg
Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes Bund der Antifaschisten Hamburg Auschwitz Komitee
Gedenk- und Bildungsstätte Israelitische Töchterschule, Hamburger Volkshochschule KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Für Rückfragen:
Dr. Claudine Hartau
Universität Hamburg, Edmund-Siemers-Allee 1, 20146 Hamburg
Tel. 040/4 28 38-5293, -2505, Fax: 040/4 28 38-2449,
eMail: claudine.hartau@uni-hamburg.de


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