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Universität -
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1. Februar 2002
Das Jahr 2002 wird für die Universität Hamburg ein Jahr von historischer Bedeutung: Denn erstmals in ihrer Geschichte hat die Hochschule die Möglichkeit, ihre innere Struktur durch eine Grundordnung selbst zu gestalten und damit die Leistungsfähigkeit und Eigenverantwortung erheblich zu stärken. In diesem Zusammenhang wird die Universität auch ihr Körperschaftsvermögen in eine „Stiftung Universität Hamburg“ überführen und durch aktives Vermögensmanagement ihr Stiftungsvermögen ausbauen.
Auch im wissenschaftlichen Bereich setzt die Universität 2002 neue Akzente. Mit der Eröffnung der International Max Planck Research School for Maritime Affairs und der International Max Planck Research School on Earth System Modelling wird die Universität Hamburg ihre Position als eine der international führenden Hochschulen auf dem Gebiet des Seerechts sowie der Klima-, Meeres- und Erdsystemforschung weiter ausbauen. Diese Exzellenzzentren und die zahlreichen Graduiertenkollegs werden auch dem International Center for Graduate Studies der Universität ein einzigartiges Leistungsprofil geben. Auch bei den Veranstaltungen zum „Jahr der Geowissenschaften“ ist die Universität Hamburg mit zahlreichen herausragenden Beiträgen vertreten. Den Höhepunkt des Veranstaltungszyklus bildet im August der Tag der Geowissenschaften, eine ganztägige Vortragsreihe auf dem Campus, die sich nicht nur an Wissenschaftler, sondern auch an die interessierte Öffentlichkeit wendet. In diesem Zusammenhang wird die Universität einen Preis für besondere Verdienste um die internationale Kooperation in der geowissenschaftlichen Forschung verleihen.
Die Universität Hamburg ist bei Studierenden so beliebt wie nie zuvor. Bereits zum Wintersemester 2001/2002 war bei den Bewerberzahlen ein Plus von 20 Prozent zu verzeichnen, ein Trend, der sich auch bei den aktuellen Bewerbungen für das Sommersemester fortsetzt. Dennoch muss die Universität 2002 auch unter dem neuen Senat - entgegen den vorherigen Koalitionsversprechen - weiterhin im bisherigen Umfang ihre Sparauflagen erfüllen. Durch die Fortschreibung der Unterfinanzierung ist die Qualitätssicherung von Forschung und Lehre erheblich gefährdet. Etwa 10 Prozent der im Haushalt veranschlagten Stellen sind nicht finanziert, werden aber als Lehrkapazität der Berechnung der Zulassungszahlen zugrunde gelegt. Ohne eine Erhöhung des Personal- und Sachhaushalts wird die Universität ihrem Bildungsauftrag dauerhaft nicht mehr gerecht werden können.
Universitätspräsident Lüthje: „Die kontinuierliche Qualitätsentwicklung von Forschung und Lehre hat seit Jahren an der Universität Hamburg höchste Priorität. Mit dem Haushalt 2002, der die Sparauflagen fortschreibt, hat der Senat die durch den Koalitionsvertrag geweckte Erwartung enttäuscht, die Unterfinanzierung der Hochschulen abzubauen. Dadurch ist die Qualitätsoffensive der Universität erheblich gefährdet. Die Universität Hamburg fordert deshalb vom Senat eine Erhöhung der Sachmittel für Forschung und Lehre um mindestens 20 Prozent und eine Vorfinanzierung der wissenschaftlichen Nachwuchsstellen zur Verbesserung der Personalstruktur.
Der Haushalt 2003 wird zur Stunde der Wahrheit. Er wird zeigen, ob es der Senat mit der versprochenen Qualitätsoffensive der Hochschulen wirklich ernst meint. Der erwartete Rückgang der Steuereinnahmen lässt befürchten, dass die dringend erforderliche bessere Ausstattung der Hochschulen erneut verschoben wird. Die Universität wird deshalb in die Offensive gehen und dem Senat ein Modell zu Studiengebühren vorschlagen, das für die Universität nach derzeitigen Berechnungen ohne Belastung des Landeshaushalts zu Mehreinnahmen von bis zu 40 Mio. Euro führt.
Eins muss klar sein: Die vom Senat verkündete Qualitätsoffensive ist umsonst nicht zu haben. Von daher ist die Zeit gekommen für einen Paradigmenwechsel der Wissenschaftspolitik.“
