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Kunstgeschichtliches Seminar



Inhalt:

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Hinweise
Literatur

Charlotte Schoell-Glass
09.601 Die Berliner Museumsinsel
2st. Do 10.00-12.00, ESA W, Rm 120
Begleitseminar zur Orientierungseinheit, (EM1/SOE).
Mit drei Exkursionstagen (ausschliesslich für Studierende des ersten Semesters im Hauptfach)
Beginn: 25. Oktober 2007
Das Begleitseminar zur Orientierungseinheit befasst sich in diesem Semester mit dem städtebaulichen Komplex von Museen in Berlin, der als „Museumsinsel“ bezeichnet wird. Beginnend mit dem „Alten Museum“ (1824-28) von Karl Friedrich Schinkel, weiter über das „Neue Museum“ (Stülerbau, 1843-46), die Nationalgalerie (1866-76), das Bodemuseum (1897-1904) bis hin zum Pergamonmuseum (1909-14, Eröffnung 1930) finden sich hier auf engstem Raum Museumsbauten aus weit über hundert Jahren sowie weltberühmte Sammlungen von Kunstwerken der Antike und des Alten Mittleren Ostens, Ägyptens, der Malerei des 19. Jahrhunderts, europäischer Plastik und Skulpturen und weitere Sammlungen. Hinzu kommt, dass die Museumsinsel seit Jahren und noch auf Jahre hinaus neu gestaltet und renoviert wird und so ein Laboratorium der Stadt- und Museumserneuerung des 21. Jahrhunderts ist. Das Seminar gibt Gelegenheit, die Kunstgeschichte in allen Facetten und mit allen Problemen kennenzulernen und mit eigenen kürzeren Arbeiten zu erproben, wie man mit dem historischen Material umgehen kann und welche Fragen in Bezug auf die Problemfelder Museumsbau, Sammlungsgeschichte, Kunstgattungen und Einzelwerke wir heute stellen können. Wie fahren an mindestens drei Tagen nach Berlin, um das im Seminar Erarbeitete vor den Originalen zu erproben und zu überprüfen.


Die Teilnahme an diesem Seminar ist für Studierende der Kunstgeschichte im ersten Semester verpflichtend.


Matthias Krüger / Rainer Donandt
09.602 Die Italienische Piazza in der frühen Neuzeit
2st. Do 14.00-16.00 ESA W, Rm 119
Seminar (AM2/VM1) Beginn: 25.10
Die italienische Piazza der frühen Neuzeit war nicht nur ein topographischer Knotenpunkt innerhalb der Stadt, sondern zugleich eine der wichtigsten Bühnen ihres religiösen, politischen und gesellschaftlichen Lebens. Für die Kunstgeschichte heißt das, dass es nicht genügt, die an und auf ihr platzierten Gebäude und Skulpturen für sich zu betrachten; vielmehr müssen sie sowohl als Teil eines Ensembles begriffen, als auch zu den öffentlichen Nutzungen, etwa an diesem Ort abgehaltenen Zeremonien, in Beziehung gesetzt werden. Genau das will der angebotene Kurs leisten. Jeder Seminarteilnehmer übernimmt die Bearbeitung einer Piazza, die es im Laufe des Seminars sukzessive vorzustellen gilt. So werden in je zwei Seminarsitzungen die historische Entwicklung der verschiedenen Plätze, die an oder auf den Plätzen gelegenen Gebäude, ihre skulpturale Ausschmückung und ihre Nutzung behandelt. Jeder Teilnehmer hat diese Aspekte in Bezug auf den von ihm übernommenen Platz zu bearbeiten und die Ergebnisse seiner Recherchen in den entsprechenden Sitzungen gebündelt vorzutragen. Bedingung für einen Schein ist neben der Anfertigung einer Hausarbeit auch die Lektüre der zu den einzelnen Sitzungen zur Vorbereitung angegebenen Aufsätze.


Einführende Literatur:
Franz-Joachim Verspohl: Der Platz als politisches Gesamtkunstwerk, in: Werner Busch (Hrsg.): Funkkolleg Kunst. Eine Geschichte der Kunst im Wandel ihrer Funktionen, München 1987, Bd. 2, S. 365-391.
Wolfgang Braunfels: Mittelalterliche Stadtbaukunst in der Toskana, 4. Aufl. Berlin 1979, Kap. 3: Straßen und Plätze.


Hendrik Ziegler
09.603 Weimar. Kulturpolitische Konzepte von Goethe bis Kohl,
(mit 3tägiger Exkursion nach Weimar)
2st. Di 16.00 - 18.00 Uhr ESA-W Rm 120
Seminar (EM/AM2,3,5/Ex) Beginn 23.10.2007
Der Aufstieg Weimars – der einstiegen Residenzstadt des Herzogtums (und späteren) Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach – zu einer der bedeutendsten Kulturmetropolen Deutschlands am Ende des 18. Jahrhunderts verdankt sich der immer offensichtlicher werdenden politischen Bedeutungslosigkeit des thüringischen Kleinstaats. Mitte der 1780er Jahre scheiterte Herzog Carl August mit seinem Versuch, einen Zusammenschluss der kleineren Fürstentümer im Reich als dritte politische Kraft neben den Großmächten Brandenburg-Preußen und Österreich zu erreichen. Als Kompensation für den immer stärkeren Verlust an politisch-militärischer Eigenständigkeit des Herzogtums hatte die in der Folge unter wesentlicher konzeptueller Hilfeleistung Johann Wolfgang von Goethes betriebene systematische Kunst- und Wissenschaftsförderung in Weimar und Jena zu dienen. Neben diese aktive Kunst- und Kulturförderung trat im 19. Jahrhundert ein weiteres Mittel hinzu, um Weimar das politische Überleben zu sichern: die Pflege des Erreichten, des „klassischen“ Erbes. In einem zweiten Teil des Seminars soll daher das so genannte „Silberner Zeitalter“ Weimars in den Blick gerückt werden. Großherzog Carl Alexander, der Enkel Carl Augusts, erkannte sowohl die Chancen als auch die Risiken, die der ihm und seiner Frau 1885 zugefallene Nachlass Goethes bot: Zum einen beförderte der Großherzog die zunehmende nationale Vereinnahmung des Goethe’schen Erbes durch die Einrichtung des Goethe-Nationalmuseums und des Goethe- und Schiller-Archivs; zugleich aber stellte er dieser gezielten Überhöhung Weimars noch eine intensive lokale Kunstförderung zur Seite, etwa durch eine anhaltende Unterstützung der Neuen Musik oder durch die Gründung einer örtlichen Kunstschule. Doch spätestens 1925, mit der politisch motivierten Vertreibung des Bauhauses, hörte Weimar auf, ein Zentrum der Kunstproduktion der Gegenwart zu sein. Die Stilisierung Weimars zum Hort nationaler Identität, die seit langem mit schwankender Intensität und aus den unterschiedlichsten politischen Motiven betrieben worden war, kippte definitiv um in aggressive ideologische Vereinnahmung. In einem letzten Teil des Seminars muss daher schließlich die kulturpolitische Rolle untersucht werden, die Weimar unter den jeweils wechselnden politischen Systemen seit den 1930er Jahren bis in die Nachwendezeit zugewiesen bekam.



Literatur:
Genius huius loci. Weimar: Kulturelle Entwürfe aus fünf Jahrhunderten, hg. v. der Stiftung Weimarer Klassik, Ausstellungskatalog, Kunsthalle am Theaterplatz, Weimar 1992
Peter Merseburger, Mythos Weimar. Zwischen Geist und Macht, Stuttgart 1998
Aufstieg und Fall der Moderne, hg. v. Rolf Bothe u. Thomas Föhl, Ausstellungskatalog, Kunstsammlungen zu Weimar 1999
Ereignis Weimar. Anna Amalia, Carl August und das Entstehen der Klassik 1757-1807, hg. v. der Klassik-Stiftung Weimar und dem Sonderforschungsbereich 482 „Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800“ der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Ausstellungskatalog, Schlossmuseum, Weimar 2007

Philippe Cordez
09.604 Pilgererinnerungen. Materialien und Bilder von der Reliquie zur Postkarte
2st. Di 18.00-20.00 ESA W, Rm 119
Seminar (AM1,4,5) Beginn: 23.10.2007
In ihren materiellen Eigenschaften, in ihren Formen und ihrem Gebrauch haben Reiseerinnerungen von Pilgerschaften der christlichen Antike bis hin zum heutigen Massentourismus eine kontinuierliche Entwicklung erlebt. An diesem Phänomen lassen sich eine Reihe kunstwissenschaftlicher Probleme verorten, die man unter zwei Fragen zusammenfassen kann: Erstens: Wie entsteht das Verhältnis zwischen einerseits einem Ort oder einem lokal vorhandenen Gegenstand (sei es der Körper eines Heiligens, ein Bild, ein Gebäude), und anderseits einem weiteren Objekt, das von diesem Ort ausgeht, um somit lokale Eigenschaften zu vervielfältigen, sie in den Rest der Welt zu tragen und dort daran zu erinnern? Zweitens: Welche religiösen, politischen, in einem Wort kulturellen Beziehungen werden dadurch etabliert und aktiviert? Das Phänomen Reiseerinnerung reicht in seiner Vielfalt wirkt sich in seiner Vielfalt bis auf die heutige Praxis des Reisens aus, ist allgegenwärtig zu beobachten und daher von jedem selbst kritisch wahrzunehmen. Im Seminar soll sich das Augenmerk hauptsächlich auf das Mittelalter fokussieren mit seinen Pilgererinnerungen: Reliquien, gegossene Pilgerzeichen und frühe Drucke. Alle inhaltlichen Schwerpunkte lassen sich bereits hier problematisieren und für die Diskussion festmachen. Ausgehend von einer überschaubaren Fragestellung, wird den Teilnehmern/Innen auf diese Weise ermöglicht, sich profunde Einsichten in einen wesentlichen Aspekt der mittelalterlichen Kultur zu erarbeiten.


Literatur zur Einführung:
Beyer, Andreas (Hrsg.): Der Souvenir. Erinnerung in Dingen - von der Reliquie zum Andenken, Ausstellungskatalog Frankfurt, Köln 2006.
Haasis-Berner, Andreas: Pilgerzeichen des Hochmittelalters, Darmstadt 2003.


Monika Wagner
09.605 Zur Politischen Ikonographie der DDR-Kunst
2st. Mo 10.00-12.00, ESA W, Rm 119
(AM 3,5) Seminar Beginn 22.10. (auf 25 Teilnehmer begrenzt)
Das Kunstgeschichtliche Seminar verfügt über ein umfangreiches „Archiv zur DDR-Kunst“ (Raum 108). Neben einer Spezialbibliothek und einem Pressearchiv findet sich darin ein thematisch erschlossenes Bildarchiv, mit dessen Hilfe im Seminar die zentralen Bereiche der politischen Ikonographie der DDR-Kunst erarbeitet werden sollen. Dazu gehören vor allem Porträts politischer Vorbilder und „Helden der Arbeit“, Arbeits- und Technikdarstellungen, Historienbilder von Revolutionen und Kriegen sowie Bilder von sozialistischer Gemeinschaftsvisionen. Um die Besonderheiten der DDR-Kunst kennen und beurteilen zu lernen, sind einerseits die ikonographischen Traditionen zu berücksichtigen, auf die sich Künstler bzw. Auftraggeber bezogen haben; andererseits ist zu untersuchen, inwieweit diese Traditionen verändert und umgedeutet wurden, um so eine politische Ikonographie der DDR zu entwickeln. Darüber hinaus sind die künstlerischen Produktionsbedingungen und die speziellen Auftragsverhältnisse in der DDR zu berücksichtigen. Die Selbstdarstellungen der DDR-Kunst finden Sie in der Bibliothek des DDR-Archivs in Raum 108, spätere Aufarbeitungen in der Bibliothek.


Eine erste Orientierung bieten:
Lothar Lang: Malerei und Graphik in der DDR, Leipzig 1983,
Martin Damus: Malerei der DDR: Funktionen der bildenden Kunst im Realen Sozialismus, Reinbek bei Hamburg 1991,
Ausst.-Kat.: Auftrag: Kunst 1949-1990. Bildende Künstler in der DDR zwischen Ästhetik und Politik, hg. von Monika Flacke. Deutsches Historisches Museum Berlin 1995,
Doris Müller-Toovey: Bilder des Aufbaus. Eine vergleichende Studie bildkünstlerischer Darstellungen im Osten und Westen Deutschlands nach 1945, Frankfurt/M. 2005.


Matthias Krüger
09.606 Lokalkolorit
2st. Do 10.00-12.00 ESA W, Rm 119
Seminar (AM2,3/VM1) Beginn: 25.10
»Unter Lokalkolorit versteht man die Eigenart und Atmosphäre, die einen Ort, eine Gegend oder eine Landschaft auszeichnen«, so die Definition bei Wikipedia. Das Lokalkolorit lässt sich aus zwei Blickwinkeln heraus kunstgeschichtlich thematisieren: So lässt sich fragen, wie durch (etwa architektonische) Eingriffe in eine bestimmte Gegend oder Landschaft ein bestimmtes Lokalkolorit erzeugt, verändert oder zerstört wird. Zum anderen lässt sich untersuchen, wie Lokalkolorit in den Bildmedien (etwa Malerei, Photographie oder auch Film) »eingefangen« und »festgehalten« wird. Diesen beiden Aspekten soll im Seminar Rechnung getragen werden. Dazu soll zunächst die Bedeutung des Lokalkolorits in einem historischen Durchlauf analysiert werden, ansetzend um 1500, als eine Reihe von Künstlern damit begann, in ihren Werken – wenn auch meist nur im Hintergrund – reale Orte und Landschaften darzustellen, bis hin zur Vermarktung des Lokalkolorits in der Tourismusbranche des 21. Jahrhunderts. Ein besonderer Schwerpunkt wird dabei auf dem 19. und 20. Jahrhundert liegen, gewinnt doch das Lokalkolorit im Zuge der fortschreitenden Globalisierung zunehmend als vermeintlich bedrohtes Gut an Bedeutung. In der zweiten Seminarhälfte soll das Lokalkolorit bestimmter Orte und Gegenden (z.B.: Hamburg, Venedig, Provence, Toskana) behandelt werden. Bedingung für einen Schein ist die Übernahme eines Referats, die Anfertigung einer Hausarbeit und die Lektüre der zu den einzelnen Sitzungen zur Vorbereitung angegebenen Aufsätze.


Einführende Literatur wird rechtzeitig vor Semesterbeginn im Seminarapparat bereitgestellt


Hermann Hipp
09.607 Campus-Projekt
3 St. Di 13.15-15.30 ESA W 120
Seminar Beginn 23. Oktober
Wenn man Kunstgeschichte studiert, kann es einem passieren, daß man um kompetente Auskünfte angegangen wird: Wo immer uns von Menschenhand geschaffene Dinge begegnen, ist ja mit Recht von diesem Fach zu erwarten, daß seine Vertreter in der Lage seien, ihre Gestalt zu erschließen, zu erklären und zu deuten, Häuser und Bilder in einen kulturellen Kontext zu stellen und vergleichend Bezüge herzustellen. Das „Campus-Projekt“ will in diesem Sinne unserem ureigenen Biotop auf den Leib rücken. Wir wollen die Gebäude und Orte, die Plätze unserer Universität, die Kunst in ihrem öffentlichen Raum, die Bilder an ihren Wänden und die Skulpturen auf ihren Fluren in den Blick nehmen und daran Kunstgeschichte erproben. Wir werden unseren Campus (soweit man die verstreuten Lagen der Institute und Hörsäle als solchen subsumieren will) in den Stadtteilen und der Gesamtstadt verorten. Und wir werden natürlich auch fragen, ob und wie sich daraus das „Bild“ einer Universität gewinnen läßt. Als Ziel steht am Horizont - mutmaßlich erst in einigen Semestern - ein Kunstführer für die Universität Hamburg. Den werden wir vorbereiten durch Begehungen, durch Referate und durch Diskussionen über die Frage, was denn überhaupt des künftigen „Guide“ würdig ist und warum.



Literatur:
Baark, Katharina: Das Vorlesungsgebäude in Hamburg. Baugeschichte, Architekturentwürfe, Ausstattung. Hamburg 1983 (Magisterarbeit)
Hipp, Hermann: Harvestehude-Rotherbaum. Hamburg 1976 (Arbeitshefte zur Denkmalpflege in Hamburg 3)
Krause, Eckart; Huber, Ludwig; Fischer, Holger (Hg.): Hochschulalltag im Dritten Reich. Die Hamburger Universität 1933 bis 1945. Berlin 1991 (Hamburger Beiträge zur Wissenschaftsgeschichte 3, I-III - 3 Bde.)
Kunst an der Universität Hamburg. Ein Inventar. Hamburg 1991 (herausgegeben vom Kunstgeschichtlichen Seminar der Universität)
Lüthje, Jürgen (Hg.): Universität im Herzen der Stadt. Eine Festschrift für Dr. Hannelore und Prof. Dr. Helmut Greve. Hamburg 2002
Lüthje, Jürgen; Siemers, Hans-Edmund (Hg.): Das Vorlesungsgebäude in Hamburg 1911-2004. Festschrift aus Anlaß der Neugestaltung des Hauptgebäudes der Universität Hamburg. Hamburg 2004
Moeller, Ilse: Die Entwicklung eines Hamburger Gebietes von der Agrar- zur Großstadtlandschaft. Mit einem Beitrag zur Methode der städtischen Aufrißanalyse. Hamburg 1959 (Diss. Hamburg 1958)
Wamser, Ursula; Weinke, Wilfried (Hg.): Eine verschwundene Welt. Jüdisches Leben am Grindel. Springe 2006 (zuerst ersch. 1991)

Maike Steinkamp
09.608 Land Art
Di 16.00-18.00 Uhr ESA W, Rm 119
Seminar Beginn 23.10.2007
Ende der 1960er Jahre begannen Künstler vor allem in den USA ihre Arbeiten außerhalb des traditionellen Ausstellungsbereichs zu realisieren. In ihren so genannten „Earthworks“ bedienten sie sich der Natur als Material, griffen in die Physiognomie der Landschaft ein und verwirklichten raumgreifende Projekte in den Wüsten oder in Industrievororten amerikanischer Städte. Künstlern wie Robert Smithson, Michael Heizer, Walter de Maria oder dem in Großbritannien arbeitenden Richard Long ging es dabei zunächst um eine veränderte Raum- und Naturwahrnehmung, die sie mittels monumentaler Eingriffe aber auch kleinformatiger oder temporärer Zeichen in der Landschaft zu erreichen suchten. Im Rahmen des Seminars werden die unterschiedlichen Tendenzen der amerikanischen und europäischen „Land Art“ bzw. „Naturkunst“ behandelt. Es sollen die verschiedenen Facetten der unter diesen Termini subsumierten Werke herausgearbeitet werden, die sowohl in Bezügen zu archaischen/prähistorischen Formen, zur europäischen Landschaftskunst als auch zu ökologischen oder soziokulturellen Diskursen bestehen können. Anhand ausgewählter Künstler und konkreter Projekte sollen die Charakteristiken ebenso wie die Dokumentations- und Rezeptionsformen der Land Art behandelt werden. Im Mittelpunkt des Seminars stehen die Projekte der 1960/70er Jahre, die im Kontext anderer künstlerischen Entwicklungen dieser Zeit (Concept- und Minimal Art, Arte Povera, Happening) und der damit in Zusammenhang stehenden Erweiterung des Kunstbegriffs diskutiert werden sollen. Darüber hinaus werden auch jüngere Entwicklungen einer ortsspezifischen, naturbezogenen Kunst thematisiert. Die Voraussetzung für einen benoteten Leistungsnachweis ist die Bereitschaft zur Übernahme eines Referats, kontinuierliche Mitarbeit sowie das Verfassen einer Hausarbeit. Für einen unbenoteten Leistungsnachweis (BA-Studiengang) ist neben der regelmäßigen Teilnahme, für eine Sitzung ein Stundenprotokoll anzufertigen.



Einführende Literatur:
o Patrick Werkner: Land Art USA. Von den Ursprüngen zu den Großraumprojekten in der Wüste, München 1992.
o Anne Hoormann: Land-Art. Kunstprojekte zwischen Landschaft und öffentlichem Raum, Berlin 1996. o Gillis A. Tiberghien: Land art, New York 1995.
o Jeffery Kastner, Brian Wallis (Hrsg.): Land and environmental art, London 1998.
o Suzaan Boettger: Earthworks. Art and the Landscape of the Sixties, Berkley/Los Angeles/London 2002

Bruno Reudenbach
09.609 Buchmalerei im Mittelalter: Ihre Formen, Themen und Aufgaben
2st. Di 10.00-12.00 ESA C, Erwin-Panofsky-HS
Vorlesung Beginn: 23.10.2007
Die Vorlesung wird sich vor allem mit der Rolle der Buchmalerei in der Buchkultur des Mittelalters befassen. So werden die wichtigsten Buchtypen und die Buchmalerei in mittelalterlichen Kommunikationssystemen zu behandeln sein. Ebenso soll auf mediengeschichtliche Fragen wie den Wechsel von der Schriftrolle zum Codex und das Verhältnis von Bild zu Text und Schrift eingegangen werden. Damit werden auch wichtige Bildtypen - wie z. B. Initiale, Schreiberbild, Dedikationsbild, Stifterbild, Diagramm - und Formen der Textillustration zur Sprache kommen.


Literatur:
Pächt, Otto: Buchmalerei des Mittelalters, München 1984.
Jakobi-Mirwald, Christine: Buchmalerei. Ihre Terminologie in der Kunstgeschichte, 2. Aufl. Berlin 1997.
Jakobi-Mirwald, Christine: Das mittelalterliche Buch. Funktion und Ausstattung, Stuttgart 2004 (Reclam UB 18135) (zur Anschaffung empfohlen!)


Hermann Hipp
09.610 „Orte und Ordnung“
Protestantischer Kirchenbau seit der Reformation
2 St. Freitag 10.15-11.45, ESA C
Vorlesung
Beginn 26. Oktober
Die Architekturgeschichte der älteren Epochen beruht zu ganz überwiegendem Teil auf der Geschichte der Sakralbauten; immer stellten der Tempel oder die Kirche die höchstrangige in der Ordnung der Bauaufgaben. Dennoch haben Kirchengebäude, wie sie die protestantischen Konfessionen seit der Reformation neu errichtet haben, nur am Rande und allenfalls mit exzeptionellen Sonderleistungen Eingang in den Kanon der allgemeinen Architekturgeschichte gefunden - etwa mit der barocken Dresdner Frauenkirche. Die Vorlesung soll dem nicht etwa abhelfen, indem sie einfach nur Vergessenes ans Licht holt. Vielmehr wird sich erweisen, daß im protestantischen Kirchengebäude seit der Reformation immer neu frühneuzeitliche und moderne Probleme des Bauens besonders virulent werden: So die Ausdifferenzierung von Bauaufgaben als Grundlage modernen Architekturverständnisses, das Verhältnis von Ort, Raum und sozialer Ordnung in Staat, Stadt und Kirchengebäude, die Frage der Angemessenheit von Form und Stil, Forderungen der Funktionalität, der „Wahrheit in der Architektur“ und der Stimmung. - Nicht zuletzt wird man mit Erstaunen wahrnehmen, daß die seit 1529 lutherische Freie und Hansestadt Hamburg von der Reformation bis zur Gegenwart markante Beispiele dafür beisteuern kann.


Literatur:
Bahns, Jörg: Johannes Otzen 1839-1911. Beiträge zur Baukunst des 19. Jahrhunderts. München 1971 (Materialien zur Kunst des neunzehnten Jahrhunderts 2)
Bartning, Otto: Vom Raum der Kirche. Aus Schriften und Reden, ausgewählt und eingeleitet von Alfred Siemon. Bramsche 1958 (Baukunst des 20. Jahrhunderts 2)
Dächer der Hoffnung. Kirchenbau in Hamburg zwischen 1950 und 1970. Hamburg 1995
Dammann, Walter H.: Die St. Michaeliskirche zu Hamburg und ihre Erbauer. Ein Beitrag zur Geschichte der neueren protestantischen Kirchenbaukunst. Leipzig 1909 (Studien über christliche Denkmäler N.F. 7/8) Fritsch, K. E. O. (Hg.): Der Kirchenbau des Protestantismus von der Reformation bis zur Gegenwart. Herausgegeben von der Vereinigung Berliner Architekten. Berlin 1893
Germann, Georg: Der protestantische Kirchenbau in der Schweiz. Von der Reformation bis zur Romantik. Zürich 1963 (Diss. Basel)
Grashoff, Ehler Wilhelm: Raumprobleme des protestantischen Kirchenbaues im 17. und 18. Jahrhundert. Berlin 1938
Hamberg, Per: Tempelbygge för Protestanter. Stockholm 1955
Langmaack, Gerhard: Evangelischer Kirchenbau im 19. und 20. Jahrhundert. Geschichte, Dokumente, Synopse. Kassel 1971
Raschzog, Klaus (Hg.): Geschichte des protestantischen Kirchenbaues. Festschrift für Peter Poscharsky zum 60. Geburtstag. Erlangen 1994
Semper, Gottfried: Über den Bau evangelischer Kirchen. Leipzig 1845 (auch in: Semper, Kleine Schriften, Berlin-Stuttgart 1884, S. 443-467)
Seng, Eva Maria: Der evangelische Kirchenbau im 19. Jahrhundert. Die Eisenacher Bewegung und der Architektur Christian Friedrich von Leins. Tübingen 1995 (Tübinger Studien zur Archäologie und Kunstgeschichte 15 - phil. Diss. Tübingen 1991)
Wex, Reinhold: Ordnung und Unfriede. Raumprobleme des protestantischen Kirchenbaus im 17. und 18. Jahrhundert in Deutschland. Marburg 1984 (Diss. Marburg 1981)


Bruno Reudenbach
09.611 Skulptur im Mittelalter
2st. Mo 14.00-16.00 ESA W 119
Proseminar Beginn: 22.10.2007
Das Seminar wird an ausgewählten Beispielen einen Überblick über die stilgeschichtliche Entwicklung der mittelalterlichen Skulptur sowie über ihre wichtigsten Typen und Funktionen - z.B. Kultbild, Grabplastik, Portalskulptur, Bauskulptur etc. - erarbeiten. Die Besprechung der Arbeitsformen und die Aufgabenverteilung erfolgt in der ersten Seminarsitzung.


Literatur:
Budde, Rainer: Deutsche romanische Skulptur 1050 - 1250, München 1979.
Körner, Hans: Grabmonumente des Mittelalters, Darmstadt 1997. Panofsky, Erwin: Die deutsche Plastik des elften bis dreizehnten Jahrhunderts. Text- u. Tafelbd., München 1924.
Poeschke, Joachim: Die Skulptur des Mittelalters in Italien. Bd. 1: Romanik, München 1998;
Bd. 2: Gotik, München 2000.
Rupprecht, Bernhard: Romanische Skulptur in Frankreich, München 1975. Sauerländer, Willibald: Gotische Skulptur in Frankreich: 1140 - 1270, München 1970.
Schneider, Norbert: Geschichte der mittelalterlichen Plastik von der frühchristlichen Antike bis zur Spätgotik. Ein historischer Überblick mit 43 Werkanalysen, Köln 2004.


Jeannet Hommers
09.612 Mittelalterliche Kirchenausstattungen
OrtZeit
Proseminar (EM2,3/AM1) Beginn: 25. Oktober 2007
Da heute kein Kirchenraum mehr mit seiner rein mittelalterlichen Ausstattung zu sehen ist, erweist sich die Frage nach der ursprünglichen Verwendung der mittelalterlichen Ausstattungselemente als besonders schwierig. Das Seminar versucht – trotz der schlechten Literaturlage – anhand von ausgewählten Objekten aus dem Früh- und Hochmittelalter die heute meist verlorengegangenen Funktionszusammenhänge zu rekonstruieren und mit liturgischen Grundlagen vertraut zu machen: Wozu dienten unter anderem Altar, liturgische Geräte, Palmesel, Lesepult sowie Chorschranken oder Lettneranlagen? Was sind die theologischen und frömmigkeitsgeschichtlichen Rahmenbedingungen? Pflichtlektüre für die erste Sitzung ist der Aufsatz von Robert Suckale: Der mittelalterliche Kirchenbau im Gebrauch und als Ort der Bilder. In: Ausst.-Kat. Goldgrund und Himmelslicht. Die Kunst des Mittelalters in Hamburg. Hamburg 1999. S. 15-25. (Kopie im Seminarordner)


Grundlegende Literatur des Seminars:
Adolf Reinle: Die Ausstattung deutscher Kirchen im Mittelalter – eine Einführung. Darmstadt 1988.
Einführende Literatur:
Kunst und Liturgie im Mittelalter. Akten des internationalen Kongresses der Bibliotheca Hertziana und des Nederlands Instituut te Rome, Rom 28.–30. September 1997. Hg. v. Nicolas Bock, u. a. München 2000
Kosch, Clemens: Kölns romanische Kirchen. Architektur und Liturgie im Hochmittelalter. Regensburg 2000.
Tripps, Johannes: Das handelnde Bildwerk in der Gotik. Forschungen zu den Bedeutungsgeschichten und der Funktion des Kirchengebäudes und seiner Ausstattung in der Hoch- und Spätgotik. Berlin 1998.
Angenendt, Arnold: Geschichte der Religiosität im Mittelalter. Darmstadt 1997.
Braun, Joseph: Der christliche Altar in seiner geschichtlichen Entwicklung. 2 Bde. München 1924.
Sauer, Josef: Symbolik des Kirchengebäudes und seiner Ausstattung in der Auffassung des Mittelalters. Freiburg im Breisgau 1924.

Uwe Fleckner
09.613 Französische Malerei des 19. Jahrhunderts
2st. Di 14.00-16.00, ESA W, Rm 109
Proseminar 1. Sitzung am 30.10., danach vor Originalen
Die Hamburger Kunsthalle verfügt über einen vorzüglichen Bestand an Werken des französischen 19. Jahrhunderts; eines langen Jahrhunderts, dessen Epochengrenzen kunsthistorisch betrachtet von 1789 bis etwa 1914 zu ziehen sind. Entscheidend für die Entwicklung der Kunstgeschichte ist dabei insbesondere, daß es sich um ein Zeitalter tiefgreifenden Wandels und nicht weniger tiefgreifender Brüche und Reaktionen handelt: Es umfaßt das Ende des Ancien Régimes, eine Periode der Autonomisierung künstlerischer Mittel und entsprechender ästhetischer Konflikte bis hin zur Schwelle avantgardistischer Tendenzen am Beginn des 20. Jahrhunderts.


Hinweise:
Ausgehend von der Malerei der Revolutionszeit werden wir uns in diesem Proseminar mit Werken sämtlicher Stilrichtungen der Epoche beschäftigen. Gemeinsam werden wir den angemessenen wissenschaftlichen Umgang mit diesen Werken üben. Da ein solches Bildertraining nur vor Originalen wirklich gelingen kann, werden wir in der Kunsthalle arbeiten. Das bedeutet aber auch, daß die Teilnehmerzahl auf 20 Studierende beschränkt sein muß. Teilnahmebedingung ist die Bereitschaft, ein Referat von 30 Minuten Länge zu übernehmen; die Anwesenheit bei allen Seminarsitzungen ist selbstverständlich Pflicht. Das Seminar wird mit einer Klausur abgeschlossen. Verbindliche Bewerbungen um die Teilnahme am Seminar mit einer kurzen Begründung bitte bis zum 27.10. an das Geschäftszimmer, die Teilnehmerliste wird am 29.10. ausgehängt. Bei mehr als 20 gleichwertigen Bewerbungen entscheidet das Los. Bewerben können sich ausschließlich Studierende im Haupt- und Nebenfach vom 1. bis zum 4. Semester.


Uwe Fleckner
09.614 Wie beschreibt man ein Gemälde?
2st. Di 12.00-14.00, ESA W, Rm 119
Einführung Beginn 30.10.
Die Grundlage jeder Beschäftigung mit Werken der Bildenden Kunst ist ein problembewußtes Sehen und die Überführung der gewonnenen Eindrücke in das gesprochene wie das geschriebene Wort. Am Anfang des Studiums der Kunstgeschichte sollte also eine Übung stehen, bei der unterschiedliche Möglichkeiten der Bildbeschreibung erarbeitet werden. Auch sollen und müssen besondere methodische Probleme des Transfers von Seheindrücken zur Sprache kommen. Gemeinsam werden wir Gemälde vom Mittelalter bis zur Gegenwart betrachten und beschreiben, dabei werden sowohl die wechselnden historischen Kontexte berührt als auch spezifische Probleme unterschiedlicher Bildgattungen.


Hinweise:
Teilnahmebedingung ist die Bereitschaft, ein Referat von 20 Minuten Länge zu übernehmen; die Anwesenheit bei allen Seminarsitzungen ist selbstverständlich Pflicht. Teilnahmeberechtigt sind ausschließlich Studierende im Hauptfach Kunstgeschichte des 1. und 2. Semesters.


Hermann Hipp
09.615 Architektur
3 St. Mo 10.15-12.30 ESA W 120
Einführungsseminar Beginn 22. Oktober
Dieses Seminar will Grundlagen für die Auseinandersetzung mit Architektur als Gegenstand der Kunstgeschichte legen. Es wird allerdings gerade deshalb keine „outlines“ der Baugeschichte umreißen (die kann man z. B. bei Nikolaus Pevsner nachlesen, s.u.). Vielmehr sollen einfache Arbeitstechniken eingeübt werden, die den Blick für Werke der Baukunst öffnen. Dazu werden wir beispielhaft einige Gebäude unterschiedlicher Epochen zu analysieren versuchen (vom Ratzeburger Dom bis zum Jüdischen Museum in Berlin), zum Teil vor Ort (vom Hamburger Rathausmarkt bis zur Lübecker Marienkirche). Dabei geht es zuerst darum, Worte zur Beschreibung und Kategorien für die Ordnung von Beobachtungen zu finden, also um die Einübung von Terminologie, der handwerklichen Fachsprache der Bauforschung. Parallel gelesene Schlüsseltexte zur Architekturanalyse von Vitruv bis Semper, von Schumacher bis Eisenman sollen allerdings darüberhinaus das Problembewußtsein für die Besonderheit der Gattung „Architektur“ schärfen: Ihre Werke deuten Orte und Räume in der Welt praktisch, sozial, religiös durch Gestaltungen, für deren Analyse durch den Architekturhistoriker termini technici allein nicht ausreichen.



Was jeder braucht, der mit Architektur umgeht:
Binding, Günther: Architektonische Formenlehre. 3. Aufl. 1998
Koepf, Hans: Bildwörterbuch der Architektur. 3. Auflage, Überarbeitet von Günther Binding. Stuttgart 1999 (Kröners Taschenausgabe 194)
Pevsner, Nikolaus: Europäische Architektur von den Anfängen bis zur Gegenwart. 8. Aufl. (mit einem Beitrag zur Architektur seit 1960 von Winfried Nerdinger). München 1994 (engl. Orig.-Ausg.: „An Outline of European Architecture“, zuerst 1942)

Besonders nützlich und praktisch:
Nikolaus Pevsner, Hugh Honour und John Fleming: Lexikon der Weltarchitektur. Berlin 2000 (Digitale Bibliothek 37) = CD-ROM-Ausgabe der Buchfassung von 1992 (ISBN 3-89853-437-5)

Zum Theorie-Teil: Unersetzt:
Kruft, Hanno-Walter: Geschichte der Architekturtheorie von der Antike bis zur Gegenwart. München 1985 (Studienausgabe 5. Auflage 2004 ISBN 3-406-34903-X) Erfreulich erschwinglich:
Architektur-Theorie von der Renaissance bis zur Gegenwart. Köln 2003 (Taschen)

Bruno Reudenbach
09.616 Seminar zur Vorlesung (09.609)
2st. Di 14.00 - 16.00 in der SUB (genauer Ort wird noch bekannt gegeben)
Seminar Beginn: 23.10.2007
Voraussetzung für die Teilnahme an diesem Seminar ist der Besuch der Vorlesung (09.609), deren Themen und Fragestellungen in der gemeinsamen Seminararbeit ergänzt und vertieft werden sollen. Vor allem aber wird Gelegenheit geboten, mit originalen mittelalterlichen Handschriften zu arbeiten, die durch Referate analysiert und vorgestellt werden.





Bruno Reudenbach
09.617 Vergangenheitskonzepte und -reflexionen in der mittelalterlichen Kunst
2st. Mo 14.00-16.00 ESA W 119
Hauptseminar Beginn: 22.10.2007
Die Kunst des Mittelalters beschäftigt sich in vielerlei Hinsicht mit Vergangenheit. Mit biblischen Szenen oder Heiligenleben werden Ereignisse der Vergangenheit dargestellt; im Grabbild sind Tote vergegenwärtigt; indem Kunstformen der Antike oder des frühen Christentums rezipiert werden, nimmt die Kunst Vergangenes wieder auf; in Spolien eignet sie sich Vergangenheit materiell an; durch Umbau oder Erweiterung setzt sie sich mit älterer Architektur auseinander. Ebenso vielschichtig wie die Formen sind die Motive dieser Beschäftigung mit Vergangenem, die weit über ein rein ästhetisches Interesse an der Kunst der Vergangenheit hinausgehen. „Vergangenheit“ kann religiös oder politisch beansprucht werden, zur Legitimitation, zur Identitätsstiftung oder zur Herstellung sozialer Bindungen - und dies alles kann durch die Kunst auch visuell artikuliert werden. Die in der Geschichtswissenschaft seit längerem diskutierte Frage, inwieweit im Mittelalter überhaupt ein Bewusstsein von Vergangenheit als einer von der Gegenwart qualitativ geschiedenen Zeit vorhanden war, wird dabei auch kunsthistorisch relevant. Damit greift das Thema des Seminars aber auch über die Kunstgeschichte hinaus und lässt sich verbinden mit neueren historischen und kulturwissenschaftlichen Forschungen zu Geschichtsvorstellungen, zur Wahrnehmung von Vergangenheit, zu memoria und Gedächtnis. Es versteht sich von selbst, dass dieses komplexe Themenfeld im Seminar nicht erschöpfend behandelt werden kann. Das Augenmerk wird deshalb auf verschiedenen Formen der Vergangenheitsdarstellung, des Vergangenheitsbezugs in der Kunst liegen, die systematisch abgehandelt und analysiert werden sollen, mit punktuellen Korrespondenzen zu den Nachbardisziplinen.


Zur ersten Einführung für eine Beschäftigung mit dem Thema können dienen:
Albrecht, Stephan: Die Inszenierung der Vergangenheit im Mittelalter, München - Berlin 2003.
Haussherr, Reiner: Convenevolezza. Historische Angemessenheit in der Darstellung von Kostüm und Schauplatz seit der Spätantike bis ins 16. Jahrhundert (Akademie d. Wissenschaften u. d. Literatur. Abhdlgen. d. Geistes- u- Sozialwissenschaftl. Klasse 1984,4) Mainz 1984.
Heckscher, William S.: Relics of pagan antiquity in mediaeval settings, in: Journal of the Warburg Institute 1, 1937/38, 204-220;
Horch, Caroline: Der Memorialgedanke und das Spektrum seiner Funktionen in der Bildenden Kunst des Mittelalters, Königstein i. T. 2001.
Kinney, Dale: Rape or Restitution of the Past? Interpreting spolia, in: The art of interpreting, hg. v. Susan C. Scott (Papers in art history from the Pennsylvania State University 9) University Park PA 1995, S. 53-67;
Oexle, Otto Gerhard (Hg.): Memoria als Kultur (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte 121) Göttingen 1995.
Settis, Salvatore: Von auctoritas zu venustas: die antike Kunst in mittelalterlicher Sicht, in: Zeitschrift für Kunstgeschichte 51, 1988, S. 157-179.


Uwe Fleckner
09.618 Rembrandt-Radierungen
2st. Mo 12.00-14.00, ESAW, Rm 120
Seminar Beginn 29.10.
Nach dem Seminar zu den Gemälden Rembrandts im vergangenen Semester sollen in dieser Veranstaltung seine faszinierenden Radierungen in den Blick genommen werden. Rembrandt hat das Medium der Radierung zu ganz unterschiedlichen Zwecken eingesetzt: Vom skizzenhaft-experimentellen Notat über die Selbsterforschung im Porträt bis hin zur ausgestalteten Historiendarstellung reicht das Spektrum seiner Themen. Gemeinsam werden wir Blätter sämtlicher Werkphasen, Themen und Gattungen besprechen. Dabei sollen insbesondere spezifische Fragen druckgraphischer Kunst zur Sprache kommen.


Hinweise: Teilnahmebedingung ist die Bereitschaft, ein Referat von 30 Minuten Länge zu übernehmen; die Anwesenheit bei allen Seminarsitzungen ist selbstverständlich Pflicht. Das Seminar wird mit einer Klausur abgeschlossen.


Monika Wagner
09.619 Max Klinger
2st. Di 14.00-16.00, ESA W, Rm 119
(AM 3,5) Seminar Beginn 23.10.
Max Klinger zählte um 1900 zu den berühmtesten Vertretern der deutschen Kunst. Zwischen Historismus, Symbolismus und Jugendstil situiert, war es Klingers erklärtes Ziel, zu einer neuen „Raumkunst“ im Sinne des viel diskutierten „Gesamtkunstwerks“ beizutragen. Die einzelnen Künste sollten nicht länger isoliert bleiben, sondern Skulptur, Grafik, Malerei und Architektur im Verbund mit den Nachbarkünsten, insbesondere der Musik und der Poesie, eine Synthese bilden. Entsprechend umfasst auch Klingers eigenes bildkünstlerisches Werk Malerei, Grafik und Skulptur. Das Seminar dient dazu, das weit gefächerte Werk des Künstlers, das seit geraumer Zeit wieder entdeckt wird, in seinen historischen Bezügen kennen zu lernen. Einen Schwerpunkt sollen Max Klingers Beiträge zur „Raumkunst“ bilden, die in der Wiener Ausstellung seiner berühmten Beethoven-Skulptur 1902 ihren Höhepunkt fanden. Sie sind im Kontext zeitgenössischer Erneuerungsbestrebungen, wie sie von ästhetisch und politisch konträren Positionen gefordert und entwickelt wurden, zu diskutieren.


Während der Klinger-Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle finden einzelne Seminarveranstaltungen vor Ort statt.
Literaturhinweise:
Max Klinger: Malerei und Zeichnung, Leipzig 1891.
Elsa Asenijeff: Max Klingers Beethoven. Eine kunst-technische Studie, Leipzig 1907.
Ausst.-Kat.: Max Klinger. Wege zum Gesamtkunstwerk, Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim, Mainz 1984.
Christiane Hertel: Studien zu Max Klingers graphischem Zyklus „Paraphrase über den Fund eines Handschuhs“ (1878-1881), Frankfurt/M, N. York 1987.
Max Klinger. Bestandskatalog der Bildwerke, Gemälde und Zeichnungen im Museum der bildenden Künste Leipzig, Leipzig 1995.
Weitere Literatur finden Sie im Seminarapparat.

Volker Plagemann
09.620 Die Toskana in der Sicht Vasaris
freitags, 14.00 – 16.00 Uhr, Rm 120
Seminar Beginn: Einführung Freitag, 2. 11. 2007, 14 Uhr
Nach dem Seminar „Vasari und die Künstlervitenliteratur“ folgt das Seminar „Die Toskana in der Sicht Vasaris“ mit Exkursion nach Florenz, Arezzo, Cortona, Pisa und Pistoia. Dabei soll das Florenz untersucht und beschrieben werden, das Giorgio Vasari zu seinen Lebzeiten vorgefunden und in seinen Künstlerviten dargestellt hat, sowie seine eigenen kulturpolitischen, architektonischen und malerischen Beiträge in Florenz, Arezzo, Cortona, Pisa und Pistoia. Im Seminar und auf der Exkursion soll ein Bild von Florenz und den Städten in der Toskana bis zum Ende des Cinquecento entstehen.
14tägige Exkursion nach Florenz (Standquartier), Arezzo, Cortona, Pisa, Pistoia vom 21. 2. bis 6. 3. 2008
Voraussetzungen:
Grundkenntnisse in Italienisch, Referat im Seminar und vor Ort
Einführende Literatur:
Franco Borsi, Firenze del Cinquecento, Rom 1974
Wolfgang Braunfels, Mittelalterliche Baukunst in der Toskan, Berlin 4. Auflage 1953
Giuliano Briganti, Gerhard Ewald (Hg.), Kunst des Cinquecento in der Toskana, München 1992
Gene Brucker, Florenz in der Renaissance, Reinbek 1990
Andreas Grote, Florenz, München 2. Auflage 1968
Georg Kaufmann, Florenz, Stuttgart 1962 (Reclams Kunstführer Bd. III) Georg Kaufmann, Bernard Andreae, Toskana (ohne Florenz), Stuttgart 1984 (Reclams Kunstführer B. III, 2)
Dale Kent, Cosimo de Medici and the Florentine Renaissance, New Haven London 2000
Alessandro Nova (Hg.), Vasari-Edition, div. Bände, Berlin 2005 ff. Walter und Elisabeth Paatz, Die Kirchen von Florenz, 5 Bände, Frankfurt 1953 -1955
Werner Raith, Florenz in der Renaissance, Frankfurt, New York 1979 Volker Reinhardt, Florenz zur Zeit der Renaissance, Freiburg Würzburg 1990
Patricia Lee Rubin, Giorgio Vasari, Art and History, New Haven London 1995
Leon Satkowski, Giorgio Vasari, Architect and Courtier, Princeton 1993
Heidi Schäpper-Witzig, Die Florentiner Bürger und ihre Stadt, eine kulturgeschichtliche Analyse des 15. Jahrhunderts, Zürich o.J. (1981) Martin Wackernagel, Der Lebensraum des Künstlers in der Florentinischen Renaissance, Leipzig 1938

Manfred Wundram, Kunstführer Florenz, Stuttgart 1993 Klaus Zimmermannn, Toscana, Köln 1980 (DuMont Kunstreiseführer)

Claudia Horbas
09.621 Angewandte Kunst im Museum
2st. Mi 15.15-16.45 Uhr, Museum für Hamburgische Geschichte, Kleiner Hörsaal
Seminar AM1,2,3,4 Beginn: 31.10
Im ersten Teil des Seminars sollen in Überblicksreferaten zunächst die verschiedenen Gattungen angewandter Kunst vorgestellt werden. Beispiele können durch Abbildungen oder durch Originale gegeben werden; insbesondere bei kleinformatigen Gattungen bietet sich die Arbeit mit Originalen (aus der Sammlung des MHG) an. Nach Möglichkeit sollen dabei auch die konservatorischen Bedingungen für die Aufstellung der jeweiligen Objektgruppen in Ausstellungsräumen berücksichtigt werden. Hierzu stehen die für die jeweiligen Objektgruppen zuständigen Restauratoren des MHG für Hinweise zur Verfügung. Im zweiten Teil sollen dann die von den jeweiligen Museumstypen abhängigen Aufstellungs- und Systematisierungsmodelle für diese Objektgattung untersucht werden. Hierzu werden neben dem MHG auch andere Museen in Hamburg herangezogen, etwa das Museum für Kunst und Gewerbe und das Altonaer Museum mit dem Jenisch-Haus. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage nach der „Mehrdeutigkeit der Dinge“, die sich in diesen konkreten Ausstellungszusammenhängen manifestiert.

e-mail. claudia.horbas@hamburgmuseum.de





Susan Müller-Wusterwitz
09.622 Digitale Medien in der Kunstgeschichte – ein Überblick
2 st. Do 16:00 – 18:00 ESA W, Rm 119
Seminar (EM2,3/AM4) Erste Sitzung: 01.11.2007
Digitale Medien sind im Fach Kunstgeschichte unverzichtbare Hilfsmittel der wissenschaftlichen Arbeit. Elektronisch gestützte, via CD-ROM oder Internet verfügbare Datenbanken, Bibliothekskataloge und Online-Nachschlagewerke sowie eine wachsende Zahl von Online-Publikationen ermöglichen einen schnellen Zugriff auf digitalisierte Text- und Bildmaterialien. Populäre Suchmaschinen scheinen Zugang zu jeder Art von Information zu bieten. Angesichts der großen Menge des weltweit verfügbaren Materials stellt sich die Frage nach effizienten Suchstrategien und der Auswahl und kritischen Prüfung elektronischer Ressourcen. Nicht nur die Informationssuche, sondern auch die Verwaltung und Nutzung digitaler Dokumente und Materialien erfordern Kenntnisse über geeignete Software, deren Funktionsweise und Verwendung.
Lernziel:
Das Seminar widmet sich digitalen Medien und Ressourcen, die das kunstgeschichtliche Studium unterstützen. Im Zentrum stehen die Arbeitsbereiche Recherchieren, Sammeln und Verwalten digitaler Materialien sowie das Kommunizieren und Präsentieren von Arbeitsergebnissen. Ziel ist es, die jeweils geeigneten Werkzeuge kennen und bewerten zu lernen, um sie für die eigene wissenschaftliche Arbeit gewinnbringend zu nutzen.
Arbeitsform:
Die Veranstaltung verfügt über einen webbasierten Projektraum im CommSy „AGORA“ (http://www.agoracommsy.uni-hamburg.de/). Hier werden Materialien und Arbeitsergebnisse gesammelt und der Lerngruppe online zur Verfügung gestellt. Die Bereitschaft zur Arbeit mit digitalen Medien ist Voraussetzung für die Teilnahme an diesem Seminar.


Einführende Literatur:
Gersmann, Gudrun u. Schnettger, Matthias (unter redaktioneller Mitarbeit von Sabine Büttner): Wohin führt der Weg? Historische Fachzeitschriften im elektronischen Zeitalter. In: zeitenblicke 2 (2003), Nr. 2, online unter URL: (letzter Zugriff 10.08.2007).
Hipfl, Iris: Webliteracy. Eine Kernkompetenz für Studierende und Lehrende. In: GRIPS. Neues Lehren und Lernen in den Geisteswissenschaften, online unter URL: (letzter Zugriff 10.08.2007).
Kohle, Hubertus (Hg.): Kunstgeschichte digital. Eine Einführung für Praktiker und Studierende. Berlin 1997.


Charlotte Klack-Eitzen
09.623 Ganz oder gar nicht? Prinzipien der Konservierung und Restaurierung
2st. Fr 10.00-12.00, ESA W Rm 119
Seminar (AM 4,5) Beginn 26.10.
Restaurierung ist in der Öffentlichkeit ein schillernder Begriff, der sich inhaltlich zwischen der sorgfältigen substanziellen Sicherung des Vorhandenen bis zur vollständigen Rekonstruktion auf unsicherem Kenntnisstand bewegt. Sowohl im Museum als auch in der Denkmalpflege muss über Maßnahmen beraten werden, die Restauratoren und Restauratorinnen konzipieren und ausführen. Am Beispiel von restaurierten Kunstwerken in Hamburg und Lübeck möchte ich vor den Originalen sichtbar machen, welche Veränderungen durch Alter, Zerstörung, Uminterpretation, und Restaurierungen eingetreten sind. Die Studierenden sollen die Prinzipien der Konservierung und Restaurierung kennen lernen. Welche naturwissenschaftlichen Untersuchungsmethoden sind für den Kunsthistoriker von besonderem Interesse? Wie wurden restauratorische Probleme insbesondere bei der Ergänzung fehlender Partien gelöst? Im Mittelpunkt der Betrachtung werden mittelalterliche Altäre stehen. Zwei Exkursionen nach Lübeck, jeweils an einem Samstag sind vorgesehen.


Die Teilnehmerzahl ist auf 25 begrenzt. Anmeldungen per Mail an: C.Klack-Eitzen@hamburg.de
Veranstaltungsplan
26.11 Raum 119
9.11 Hamburger Kunsthalle
16.11 hamburgmuseum Museum für Hamburgische Geschichte
23. 11 Raum 119
30.11. Raum 119
8.12. 1. Exkursion nach Lübeck, St. Annen-Museum
14.12. hamburgmuseum
(21.12. keine Veranstaltung)
11.1.2008 St. Jakobi
(18.1. keine Veranstaltung)
19.1. 2. Exkursion nach Lübeck St. Jakobi, Brömbse-Altar; Dom, Triumphkreuz
25.1. Raum 119

Monika Wagner
09.624 Das Künstlerinterview
2st. Mo 14.00-16.00, ESA W, Rm 120
(VM 1) Hauptseminar Beginn 22.10.
Interviews mit Künstlern sind heute nicht nur in den Feuilletons von Presse und Rundfunk zu Hause, sondern sie füllen ganze Zeitschriften und Ausstellungskataloge zur zeitgenössischen Kunst. Gegenwartskunst scheint sich geradezu über das Künstlerinterview zu legitimieren. Obwohl schon Andy Warhol äußerte „The interviewer should just tell me the words he wants me to say and I`ll repeat them after him“, werden von Interviews authentische Informationen und Enthüllungen über Künstler und Werk erwartet. Im Seminar soll zunächst exemplarisch ermittelt werden, was verschiedene Typen von Interviewern – Künstler, Journalisten, Kunsthistoriker - von bildenden Künstlern seit der Zeit um 1900 wissen wollten. Dabei sind das Interesse des Fragenden und die Funktion des Interviews ebenso zu berücksichtigen wie die Formen der Interviewpraxis, die mit der technischen Entwicklung der Medien in direkter Beziehung stehen.
Im zweiten Teil des Seminars geht es dann um die Erarbeitung möglicher Fragestellungen und die Durchführung von Interviews mit KünstlerInnen in und um Hamburg. Die Ergebnisse werden anschließend von Arbeitsgruppen des Seminars, denen eine Tutorin zur Seite steht, analysiert und ausgewertet.


Erste Orientierungen finden Sie bei:
David Sylvester: Interviews with Francis Bacon, London 1975,
Benjamin H.D. Buchloh: Über die Avantgarde -1986. Interview mit Gerhard Richter, in: Ausstellungskat.: Gerhard Richter, Stuttgart 1993, S. 81-96.
Robert Rauschenberg im Gespräch mit Barbara Rose, Kunst heute 3, Köln 1989,
Volker Harlan: Was ist Kunst? Werkstattgespräch mit Beuys, Stuttgart 1924,
Christoph Lichtin: Das Künstlerinterview. Analyse eines Kunstprodukts, Bern u.a. 2004,
Art Journal, Bd. 64, Nr. 3, Fall 2005 mit dem Schwerpunktthema Künstlerinterview (Kopien im Seminarordner).
Weitere Literatur finden Sie im Seminarapparat


Charlotte Schoell-Glass
09.625 Meta-Malerei: Bilder über das Malen und die Kunst
2st. Do 16.00-18.00, ESA W, Rm 120
(VM1) – Hauptseminar (für Studierende ab dem 5. Semester) Beginn: 25. Oktober 2007
Eines der fruchtbarsten neueren Forschungsfelder zur Kunst der frühen Neuzeit, aber auch darüber hinaus, wird von Fragen erzeugt, die sich mit der Selbstbezüglichkeit (oder Selbstreferentialität, Autoreferentialität) von Kunstwerken befassen. Der Begriff „Metamalerei“, der im Titel der deutschen Übersetzung von Victor Stoichitas Buch verwendet wird, hat sich bei uns seit dessen Erscheinen 1998 eingebürgert (Das selbstbewusste Bild. Vom Ursprung der Metamalerei, München: Fink, 1998, zuerst frz. 1993). Die diesen Fragen zugrunde liegende These ist, dass zahlreiche Werke der Malerei – aber auch, besonders in jüngerer Zeit, Arbeiten in anderen Medien – in ihrer Struktur selbst, in ihrer Faktur (Machart) und ihren Motiven über sich selbst und ihren medialen Charakter „reflektieren“. Zu den Bildthemen, die hier einschlägig sind, gehören Galeriebilder, Küchenbilder, Künstler-Selbstbildnisse, Stilleben, Interieurs und andere mehr. Das Seminar wird erstens die Genese der Fragerichtung in früheren Forschungen untersuchen (zu Pictura-Allegorien und Atelierdarstellungen, aber auch zur Rezeptionsästhetik) sowie die neue, in diesem Zusammenhang entstandene Literatur erarbeiten und zweitens mit Werkanalysen das Phänomen der „gemalten Kunsttheorie“ (Preimesberger) anschaulich machen.


Hinweise: Teilnahmevoraussetzung ist die Bereitschaft zur Übernahme mehrerer Kurzreferate sowohl über Texte zum Thema wie über Bilder. Ein Leistungsnachweis setzt überdies voraus, dass eine Hausarbeit von etwa 15 Seiten verfasst wird, die bis zum 29. Februar 2008 abgegeben werden muss.
Literatur:
Valeska von Rosen, „Selbstbezüglichkeit“, in: Metzler Lexikon Kunstwissenschaft. Ideen, Methoden, Begriffe, Stuttgart und Weimar: Metzler, 2003, 327-29, mit wichtiger weiterführender Literatur.

Martina Sitt
09.626 Die Sammlung als Wissensforum: Exemplarische Studien zur Malerei des Barock - Einblicke in die Museumspraxis
2st. Do 12.30s.t.–14.00 Uhr ESA C (Erwin-Panofsky-Hörsaal)
Vorlesung (EM 2,3,/AM2) Beginn 25.10
Das Museum als Ort der Präsentation, aber glücklicherweise auch vereinzelt noch als Zentrum der eigenen Bestandserforschung provoziert ganz bestimmte Fragestellungen für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Objekten. So ergeben sich aus der Ausstellungspraxis vielfach neue Erkenntnisse zu einem Werk und seinem Verständnis. Ebenso resultieren aus dem Wissen hinsichtlich der Veränderung des Erhaltungszustandes neue Einsichten in die Wahrnehmung der Objekte. Neben den zu recherchierenden technischen Daten und den durch eine Methodenpluralität mit gezielten Fragen zu entwickelnden Deutungsperspektiven werden hier auch besonders in der Anschauung gewonnene Erkenntnisse hinzugezogen. Als verbindender Zeitraum der ausgewählten Beispiele gilt die Epoche des Barock. Als Oberbegriff umfasst er zahlreiche Kunstströmungen aus der Mitte des 16. Jahrhunderts bis zum 18. Jahrhundert. Die Vielfalt der Erscheinungsformen und den zeitgleichen, aber sehr unterschiedlichen Entwicklungen und Ausformungen künstlerischer Praxis in Holland, Italien und Frankreich soll hier anhand von Gemälden etwa von Rubens, Rembrandt, Lorrain, Tiepolo auch Gemälde u. a. von Lastman, Bellotto, Magnasco, Strozzi oder Ricci nachgegangen werden. Die Auswahl der zu besprechenden Werke berücksichtigt in besonderem Maße die noch unpublizierten Ergebnisse eines aktuellen Forschungsprojektes der Hamburger Kunsthalle.
Email: sitt@hamburger-kunsthalle.de



Uwe Fleckner
09.627 Jean-Auguste-Dominique Ingres
2st. Mo 16.00-18.00, ESA W, Rm 120
Hauptseminar
Beginn 29.10.
Jean-Auguste-Dominique Ingres ist in den letzten Jahren Gegenstand einiger großer und wichtiger Ausstellungen gewesen, auch ist die Literatur über Leben und Werk deutlich angewachsen. Die Rolle des Künstlers in einem konfliktreichen 19. Jahrhundert ist dabei immer wieder zum Gegenstand auch kontroverser Deutungen geworden, und die traditionelle Konfrontation des Klassizisten mit einer zeitgleichen Romantik wird immer fragwürdiger. Das Seminar wird sich mit diesen neueren Forschungen zu Ingres befassen, dabei werden wir gemeinsam Werke aller Gattungen und Themen des Künstlers analysieren.


Hinweise: Teilnahmebedingung ist die Bereitschaft, ein Referat von 30 Minuten Länge zu übernehmen; die Anwesenheit bei allen Seminarsitzungen ist selbstverständlich Pflicht. Das Seminar wird mit einer Klausur abgeschlossen.
Pflichtlektüre aller Teilnehmer vor Beginn des Seminars ist: Ingres 1780-1867, Ausstellungskatalog, Musée du Louvre, Paris 2006.

Monika Wagner
09.628 Magistrandenkolloquium
2st. Di 18.00-20.00, ESA W. Rm 109
(VM1) Beginn 30.10
Das Kolloquium richtet sich an alle diejenigen, die demnächst mit ihrer Magisterabschlußarbeit beginnen wollen oder schon begonnen haben. Im Kolloquium werden sowohl allgemeine Probleme der Themenfindung und der Arbeitsorganisation besprochen als auch konkrete Beispiele des Aufbaus und der Gliederung der Arbeit vorgestellt und diskutiert. Darüber hinaus sollen Fragen der beruflichen Orientierung erörtert und bei Bedarf auch thematisch und methodisch interessante Neuerscheinungen behandelt werden.





 

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