Pascal Bertrand
|
| 56-642 |
Architecture, Interior Decoration and Collections |
2st. (Raum- und Zeitangaben folgen)
|
|
|
* |
This seminar brings forward a vision of the house as a central location of social life and work, responding to novelty and change, and a key site for the production of culture in all its guises, along side the city, the court and the church. It explores the development of the house and its contents in the belief that it is through a domestic perspective that we can best illustrate how the wider cultural, artistic and socio-economical changes affected people’s everyday lives. It is divided into three sections. 1) The definition of the house, the laws of decorum which draw the uses in the household, and the principal living spaces: reception room, bedchamber, closet, cabinet of curiosities and library. 3) The life, everyday practices, sociability and entertainment in the house. 4) Art and objects in the house. This survey is based on significant examples mostly chosen from Italian Renaissance and French 18th century interior decoration. |
| * |
* |
| * |
| * |
|
Pascal Bertrand
|
| 56-643 |
Large-Scale Decoration: Painting and tapestry in France. 17th – 18th Centuries |
2st. (Raum- u. Zeitangaben folgen)
|
|
|
* |
| André Félibien, historiographer to the king Louis XIV and art theoretician, characterized tapestry as “the surest way to preserve, and even reproduce, paintings by the most talented men” (Second Interview). Tapestry provided a convenient means to disseminate the most perfect examples of the painter’s art. Starting from this quotation, this Vorlesung explores the development of French large-scale decoration (painted or woven). It analyses the iconographic programs of main cycles, and how the painters translated the narrative into large-scale compositions. |
| * |
* |
| * |
| * |
|
| Philippe Cordez |
| 56-618 |
Ritter und Damen im Mittelalter: ihre Objekte und ihre Bilder |
| 2st. Di 16.00-18.00, ESA W, Rm 120 |
|
| Seminar, EM2, AM1, MAST-E3, MAST-A4 |
* |
In diesem Seminar geht es darum, die Herausbildung und die Funktion von Klischees zu beleuchten, die im Mittelalter selber entstanden sind und bis heute die allgemeine Wahrnehmung dieser Epoche prägen. Die Ehrenstunde der „Ritter“, jener bewaffneten jungen Männer, die ihre militärischen Dienste einem vermögenden Herrn anboten, gibt es nämlich vor allem im 11. Jahrhundert – als eine Zersplitterung der politischen Mächte diese Form von Verteidigung notwendig werden ließ. Schon in dieser Zeit aber werden Erzählungen und Bilder entworfen, welche auf die Sublimierung und die Bändigung dieser Gewalt zielen. Dazu gehört auch die Liebe zur Dame: Themen, die im Mittelalter eine Hofkulturideologie, bzw. -mythologie bildeten und bis heute fortwirken.
Wir möchten den materiellen Zeugen dieser Ideologie näher kommen, die sowohl aus Bildern mit ihrer Repräsentationskraft bestehen als auch aus Objekten, anhand derer die Gesellschaftsrollen immer wieder neu verhandelt werden konnten. Dabei sollen die verschiedensten „Gattungen“ herangezogen werden, von der Kriegsaustattung (die „Olifanten“) über das Spielgerät (Schach und Karten), den Elfenbeinspiegeln und Wandteppichen bis hin zur Schloßarchitektur.
|
| * |
* |
Literatur:
- Michael Camille: The medieval art of love: objects and subjects of desire, London: King, 1998.
- Joachim Bumke: Höfische Kultur: Literatur und Gesellschaft im hohen Mittelalter, München : Dt. Taschenbuch-Verl., 2 Bde., seit 1986 öfter neu gedruckt.
|
| * |
|
| Uwe Fleckner |
| 56-604 |
1937 – Avantgarde und Diktatur in Deutschland, Frankreich und Spanien |
| 2st. Mo 12.00-14.00, ESA C (Erwin-Panofsky-Hörsaal) |
|
| Vorlesung, EM2, EM3, AM3, VM1 |
* |
| Das Jahr 1937 bildet ein Schlüssel- und Schwellendatum nicht nur in der politischen Entwicklung Europas sondern auch – und damit auf das Engste verbunden – in der Kunstgeschichte: Zeitgleich eröffnen in München das Haus der Deutschen Kunst mit einer Überblicksschau von Werken, die in den Augen der Nationalsozialisten die »deutsche« Kunst repräsentieren, und die Ausstellung »Entartete Kunst«, die Femeschau diffamierter Werke der Avantgarden; in der Weltausstellung in Paris stehen sich in diesem Jahr der deutsche und der sowjetrussische Pavillon monumental gegenüber, in ihrem Schatten der kleine, aber komplexe Pavillon der Spanischen Republik, unter anderem mit Picassos »Guernica«, ebenfalls 1937 gemalt. Die Vorlesung setzt sich zum Ziel, anhand ausgewählter Fallstudien die Widersprüchlichkeit der Jahre um 1937 zu analysien, die Dialoge, Brüche und Verflechtungen von Kunst und Politik zu untersuchen. Im Zentrum der Vorlesung werden Kunstwerke stehen, die in den Jahren um 1937 entstanden oder in die politischen Verhältnisse dieser Zeit auf die eine oder andere Weise verstrickt sind. Beginn: 6. April 2009. |
| * |
* |
| * |
| * |
|
| Uwe Fleckner |
| 56-627 |
Einführung in die Malerei der französischen Romantik |
| 2st. Di 12.00-14.00, ESA W, Rm 119 |
|
| Proseminar, EM 2 |
Beginn: 7. April 2009 |
| Das lange 19. Jahrhundert – geistesgeschichtlich gesehen könnte man sagen, daß es von 1789 bis 1914 dauert – ist ein Jahrhundert der Widersprüche. In der französischen Kunstgeschichte stehen einander künstlerische Überzeugungen gegenüber, die einander scharf zu widersprechen scheinen, sich insgesamt aber durchaus komplimentär zueinander verhalten: Klassizismus, Romantik, Realismus und – ein wenig später – Impressionismus, sowie Misch- und Sonderformen dieser Stilrichtungen In diesem Semester soll uns die französische Romantik in der Bildenden Kunst beschäftigen; ihre wichtigsten Vertreter werden anhand ihrer wichtigsten Werke besprochen. Das Seminar ist ausdrücklich als Einführung angelegt, das heißt, wir werden gemeinsam den wissenschaftlichen Umgang mit Werken dieser Epoche einüben, werden Techniken der Bildbeschreibung, Methoden und Grundfragen kunsthistorischer Arbeit an ausgewählten Beispielen trainieren. Das Seminar wendet sich daher ausschließlich an Studienanfänger des 1. und 2. Semesters. Teilnahmeberechtigt ist jeder Studierende dieser Semester, der über die aktive Teilnahme an allen Seminarsitzungen hinaus ein Referat von ca. 30 Minuten Länge übernimmt. |
| ggf. Email |
ggf. Links |
| Hinweise |
| Literatur |
|
| Uwe Fleckner |
| 56-630 |
Philipp Otto Runge |
| 3st. Di 14.00-17.00, ESA W, Rm 109 |
|
| Seminar, AM 4 |
LV-Beginn |
| Der Maler, Zeichner und Dichter Philipp Otto Runge gehört zu den interessantesten, aber auch zu den am schwersten zugänglichen Künstlerpersönlichkeiten des frühen 19. Jahrhunderts. Die Hamburger Kunbsthalle plant für Mitte Oktober 2010 bis Januar 2011 eine umfassende Retrospektive seiner Werke und ist zu diesem Zweck eine Kooperation mit dem Kunstgeschichtlichen Seminar eingegangen. In dieser Veranstaltung wollen wir uns ausgewählten Gemälden und Zeichnungen Runges widmen und die gemeinsamen Forschungsergebnisse in konzisen Werkessays darlegen. Es ist geplant, die besten dieser Texte im Katalog zur Runge-Retrospektive zu veröffentlichen; eine Chance, die allen Seminarteilnehmern eine besondere Leistungsbereitschaft abverlangen wird.
Die Teilnahme an diesem Seminar muß daher auf fortgeschrittene Studierende im Hauptfach Kunstgeschichte beschränkt werden; Vorkenntnisse zur Kunst und Geistesgeschichte der deutschen Romantik sind erwünscht, aber nicht zwingend erforderlich. Zwingend erforderlich jedoch ist die Bereitschaft, sich über das gewohnte Maß hinaus in diesem Seminar zu engagieren, kleinere Forschungsaufgaben selbständig durchzuführen und schriftlich auszuarbeiten.
|
| * |
* |
| Das Seminar wird möglicherweise im nächsten Semester fortgesetzt, zusätzliche Sitzungen auch in de vorlesungsfreien Zeit sind nicht ausgeschlossen. Aufgrund des besonderen Charakters dieser Veranstaltung ist eine persönliche Bewerbung erforderlich: Bewerber melden sich bitte am 7. April 2009, 14-15 Uhr, in meinem Büro (in begründeten Ausnahmefällen auch in meiner regulären Sprechstunde). |
| * |
|
| Uwe Fleckner |
| 56-631 |
Edgar Degas |
| 2 st.
Blockveranstaltung samstags/sonntags n.V.
(Teilnahmebeschränkt auf 20 Personen)
|
|
| Seminar, AM 3, VM 1 |
s.u. |
| Vom 6. Februar bis zum 3. Mai 2009 zeigt die Hamburger Kunsthalle eine umfassende Retrospektive der Werke von Edgar Degas. Das Seminar wird diese seltene Gelegenheit dazu nutzen, um Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen dieses Künstlers im Original zu studieren. Darüber hinaus soll auch die Ausstellung selbst – ihr Konzept, ihre didaktische Leistung – in die Diskussionen des Seminars eingehen. Die Veranstaltung wird in mehreren Blöcken an Wochenenden stattfinden, die Teilnahme ist aufgrund der Arbeit vor Originalen auf max. 20 Teilnehmer beschränkt. Unabdingbare Teilnahmevoraussetzung ist die aktive Teilnahme an allen Seminarsitzungen, sowie die Bereitschaft, ein Referat von ca. 30 Minuten Länge zu übernehmen. |
| * |
* |
| Die Termine werden in einer verbindlichen Vorbesprechung am 8. April 2009, 12 Uhr (Ort: Fotothek) festgelegt. |
| * |
|
| Hermann Hipp |
| 56-602 |
Stadtrundgänge in Hamburg, Bremen, Lübeck und Lüneburg - Vielleicht auch in Meldorf, Husum, Ribe |
3 St. Freitag 10.15-12.45, vor Ort bzw. im Rahmen von Exkursionen an Sonnabenden |
|
| Vorlesung, EM2, EM3, AM1, AM2, AM3 |
Beginn: Fr. 17. April |
Wie in früheren Sommersemestern sollen die Rundgänge ausgewählte Kapitel der Bau- und Stadtbaugeschichte Hamburgs als „Vorlesung vor Ort“ erschließen. Die „amphibische“ Struktur der Stadt von der Binnenalster bis zur HafenCity samt den wichtigsten Bauten der Innenstadt, aber auch die Stadterweiterungsgebiete des 19. und 20. Jahrhunderts, die ehemals selbständige Nachbarstadt Altona und die Elbvororte werden dabei erwandert. Was in Hamburg selbst zurücktritt, nämlich das Mittelalter und die Frühe Neuzeit, wird durch Exkursionen in die Nachbarstädte Lübeck, Bremen und Lüneburg beigesteuert. Ob eine Exkursion nach Meldorf, Husum und Ribe zustandekommen kann, wird sich während des Semesters klären.
Bei den auswärtigen Terminen haben die Teilnehmer auf Wunsch die Gelegenheit, sich durch selbständige Beiträge zu beteiligen und damit Exkursionsnachweise zu erwerben.
Ich bitte (ergänzend zu und unabhängig von Ihren Bemühungen um STINE) um schriftliche Anmeldung bis spätestens Montag, den 30. 3., 15.00 Uhr auf der im Geschäftszimmer des Kunstgeschichtlichen Seminars ausliegenden Liste. Auf eine Teilnehmerbegrenzung verzichte ich, obwohl aus praktischen Gründen nicht mehr als ca. 30 Personen sinnvoll an den Rundgängen teilnehmen sollten.
|
| * |
* |
| Der Ablauf im einzelnen einschließlich der Treffpunkte zu den jeweiligen Terminen wird den eingetragenen Teilnehmern zum 8. 4. per email mitgeteilt.
|
| Der erste Rundgang wird am 17. April in der Innenstadt stattfinden. |
|
| Hermann Hipp |
| 56-605 |
Proseminar zur Vorlesung „Stadtrundgänge“:„Architektur und Städtebau im UNESCO-Welterbe Hansestadt Lübeck vom Mittelalter bis heute” |
| 1st. = 5 Tage Exkursion nach Vereinbarung
|
|
| Proseminar, EM2, EM3 |
* |
Unter Anleitung eines Tutors (Jörg Sellerbeck) sollen in insgesamt fünf Exkursionstagen vertiefte Einblicke in die städtebauliche Entwicklung und die Baukultur des ehemaligen Hanseoberhauptes Lübeck gewonnen werden, als dies im Rahmen der Vorlesung möglich ist. Anhand von ausgewählten Beispielen sollen sich die Teilnehmer in die den Welterbestatus rechtfertigende Lübecker Baukultur einarbeiten, sich kritisch mit der städtebaulichen Entwicklung im Rahmen des Wiederaufbaus nach Kriegszerstörung und des Stadtumbaus bis heute auseinandersetzen, um schließlich am Beispiel Lübecks die Probleme und Herausforderungen zukünftiger Entwicklungen zu erörtern.
Neben Referaten der einzelnen Teilnehmer vor Ort sollen auch Denkmalpfleger, Bauforscher, Restauratoren, Architekten und Mitglieder der städtischen Verwaltung – insbesondere der Vertreter der neu geschaffenen Funktion des UNESCO-Welterbekoordinators – zu Wort kommen, deren überwiegend unpubliziertes Wissen und deren Erfahrung einen besonderen Wert darstellt. Auch ein Austausch mit Vertretern der Lübecker Althaussanierergemeinschaft und Bürgerinitiativen ist vorgesehen.
|
| Die Teilnehmerzahl für das Proseminar ist auf 15 begrenzt. Deshalb bitte ich um
Voranmeldung bis Montag, 30. 3. 2008, auf der im Geschäftszimmer ausliegenden Liste.
|
Falls erforderlich, wird bei der Auswahl der Teilnehmer priorisiert nach Hauptfach, mittlerem Fachsemester, Bedarf an Exkursionstagen. |
| Die Teilnehmer werden bis zum 8. 4. 2009 per email benachrichtigt.
Eine einführende Sitzung in Hamburg wird voraussichtlich am Freitag, den 17. 4., um 14.00 in ESA W, Rm 109 stattfinden.
|
| Für die Exkursionstage sind vorläufig die Pfingstferien vorgesehen (2. bis 6. Juni). Näheres wird noch verabredet. |
|
| Hermann Hipp |
| 56-613 |
Backstein als Baumaterial in Norddeutschland vom Mittelalter bis zur Gegenwart |
| 2st. Mo 10.15-11.45, ESA W, Rm 120 |
|
| Seminar, EM3, AM1, AM2, AM3, AM5 |
Beginn: Mo. 6. April |
| Es gilt als ausgemacht: „Hamburg ist Backstein“. Die Bauten Fritz Schumachers und Fritz Högers, die die baugeschichtliche Physiognomie der Stadt seit ca. 1910 entscheidend geprägt haben, sind dafür der augenscheinliche Beweis. Die „Speicherstadt“ des 19. Jahrhunderts und Erinnerungen an hansestädtische Bürgerhäuser, aber natürlich auch die Backsteingotik der Ostseestädte, die mittelalterlichen Kirchen von Lübeck bis Stralsund stellen eine überwältigende historische Tiefe als Rechtfertigung bereit. Aber schon diese Andeutungen genügen auch, um wahrzunehmen, daß trotz des gemeinsamen Materials die Spannweite der Lösungen in den Epochen und vollends bei den einzelnen Bauten nach Form und Stil nicht geringer ist als in der Architekturgeschichte überhaupt. Das Seminar will genau diese Differenzfähigkeit ein und desselben, scheinbar so gleichförmigen Materials durch die Baugeschichte verfolgen und das je Besondere aufspüren. Zumal in Hamburg selbst als Referenzort sollen auch die alternativen materiellen Möglichkeiten für das Bauen, die stets zur Verfügung standen, vergleichend und kontrastierend beachtet werden. So hat in Hamburg der Putzbau eine gleichwertige, alte Tradition. - Seit das „Hamburger Abendblatt“ vor fünf Jahren eine Debatte darüber ausgelöst hat, ob „Glas“ oder „Backstein“ in der aktuellen Architektur für Hamburg eine gleichberechtigte Rolle spielen dürfe, seit dann der „Architekturclub“ ausführlich die Frage diskutierte, „wie sollen wir in Hamburg bauen?“ ist vollends klar geworden, daß auch das aktuelle Baugeschehen mit Ideologien und Stereotypen, mit der Wahl von Vorbildern und mit Gegenpositionen zur Komplexität der Möglichkeiten von gebranntem Ton als Medium architektonischen Ausdrucks beiträgt. |
| * |
* |
Literaturhinweise zur Anregung:
-
Architektur in Hamburg, Jahrbuch (seit 1989)
-
Frank, Hartmut (Hg.): Fritz Schumacher - Reformkultur und Moderne. Stuttgart 1994 (Ausst.-Kat. Hamburg 1994)
-
Kokkelink, Günther: Baukunst in Norddeutschland. Architektur und Kunsthandwerk der Hannoverschen Schule 1850-1900. Hannover 1998
-
Meyhöfer, Dirk: Hamburgs Backstein. Zur Geschichte des Ziegelbaus in der Hansestadt. Mit Fotografien von Klaus Frahm. Hamburg 1986
-
Renger-Patzsch, Albert; Burmeister, Werner: Norddeutsche Backsteindome. Berlin 1930
-
Turtenwald, Claudia Ingrid: Fritz Höger (1877-1949) Architekt zwischen Stein und Stahl, Glas und Beton. Diss. Münster 2004
|
| * |
|
| Hermann Hipp |
| 56-617 |
Hamburger Architektursommer 2009 |
| 2st. Di 14.15-15.45, ESA W, Rm 120 |
|
| Seminar, EM3, AM1, AM2, AM3, AM4 |
Beginn: Di. 7. April (Vorbesprechung) |
Das Jahr 2009 bringt erneut einen „Hamburger Architektursommer“. In zahlreichen Veranstaltungen und Ausstellungen wird in seinem Rahmen seit 1994 alle drei Jahre neue und historische Architektur vorgestellt und diskutiert - nicht nur, aber auch Architektur in Hamburg und in der Sicht von Hamburg aus. Das Seminar will sich sozusagen auf die Spur dieser Events machen, indem Ausstellungen, Vorträge, Alt- und Neubauten, aber auch Akteure der Hamburger Architekturszene besucht werden. Ziel ist eine Art gemeinsamer Gesamtkritik der aufwendigen Veranstaltung. Deshalb sollen die Teilnehmer nicht Referate im Seminar halten, sondern vor allem Führungen vor Ort vorbereiten, die im Anschluß als Hausarbeiten verschriftlich werden.
Offiziell beginnt das riesige Programm erst am 1. Juni, und es endet erst Mitte September. Wir werden also zunächst eine Vorbereitungsphase im Seminar einleiten und die Termine in der zweiten Semesterhälfte nach Möglichkeit zu kumulieren versuchen (z. B. schon um 12.00 Uhr beginnen). Über den Ablauf des Seminars im einzelnen werden wir uns in der Vorbesprechung am 7. April verständigen.
|
| Information über den „Hamburger Architektursommer“ finden Sie im Netz unter
http://www.architektursommer.de/
|
* |
| Bitte achten Sie später auf aktuelle Aushänge, falls sich außerdem die Termine - was zu erwarten ist - aus Aktualitätsgründen ändern. |
| * |
|
| Hermann Hipp |
| 56-624 |
„Campus-Projekt“ |
| 2 St. Dienstag 18.15-19.45 ESA W, Rm 109 |
|
| Seminar, AM 3, AM4, VM1 |
Beginn: Di. 14. April |
Seit dem Sommer letzten Jahres wissen wir, daß unser Präsidium und die Wissenschaftsbehörde allen Ernstes darüber nachdenken, die Universität Hamburg teilweise oder sogar ganz in das bisherige Freihafengebiet zu verlegen, auf die Insel „Kleiner Grasbrook”. Insofern hat unser Projekt eine ominöse Aktualität erlangt. Denn wir haben in den drei letzten Semestern die Gebäude und Orte, die Plätze unserer Universität, die Kunst in ihrem öffentlichen Raum, die Bilder an ihren Wänden und die Skulpturen auf ihren Fluren immer vor allem auch im seit der Gründung der Universität 1919 gewachsenen Kontext der Stadtteile und der Gesamtstadt zu verstehen versucht.
Als Ziel steht am Horizont ein Kunstführer für die Universität Hamburg in diesem Sinne: Als Beschreibung eines überaus komplexen und in vieler Hinsicht spannenden Campus mitten in der Stadt, verwoben mit dem Leben ihrer Bürger.
Inzwischen sind wir schon recht weit gediehen mit der Erstellung und Redaktion von Texten für Einzelbauten und Ensembles. Aber wir brauchen natürlich noch Zeit und viel Arbeit, um etwas zustandezubringen, was uns befriedigt. Insbesondere sind uns dafür auch Mitstreiter willkommen, die erst jetzt zu uns stoßen möchten. Es gibt immer noch Objekte und Themen, die der Bearbeitung harren! Und auch in diesem Projektseminar lassen sich Leistungspunkte erwerben!
|
| * |
* |
Literatur:
-
Hipp, Hermann: Harvestehude-Rotherbaum. Hamburg 1976 (Arbeitshefte zur Denkmalpflege in Hamburg 3)
-
Krause, Eckart; Huber, Ludwig; Fischer, Holger (Hg.): Hochschulalltag im Dritten Reich. Die Hamburger Universität 1933 bis 1945. Berlin 1991 (Hamburger Beiträge zur Wissenschaftsgeschichte 3, I-III – 3 Bde.)
-
Kunst an der Universität Hamburg. Ein Inventar. Hamburg 1991 (herausgegeben vom Kunstgeschichtlichen Seminar der Universität)
-
Lüthje, Jürgen (Hg.): Universität im Herzen der Stadt. Eine Festschrift für Dr. Hannelore und Prof. Dr. Helmut Greve. Hamburg 2002
-
Lüthje, Jürgen; Siemers, Hans-Edmund (Hg.): Das Vorlesungsgebäude in Hamburg 1911-2004.
- Festschrift aus Anlaß der Neugestaltung des Hauptgebäudes der Universität Hamburg. Hamburg 2004
|
| * |
|
| Jeannet Hommers |
| 56-609 |
Bild(er)erzählung(en) im Mittelalter |
| 2st. Do 14.00-16.00, ESA W, Rm 119 |
|
| Seminar, EM2, EM3, AM1, AM5, MASt – E3, MASt – A4 |
Beginn: 09. April 2009 |
Dass Bilder erzählen wird gemeinhin vorausgesetzt, doch wie Bilder erzählen, dafür gibt es zahlreiche Möglichkeiten: Das Einzelbild kann eine Szene oder mehrere Szenen zeigen, ebenso wie auch mehrere Einzelbilder narratologisch miteinander verbunden werden können. Nicht nur die Szenen- und Figurenauswahl ist dabei entscheidend, sondern auch wie erzählt wird. Wenn mehrere Szenen auf einem oder mehreren Bildträgern kombiniert werden, so zeigt sich besonders deutlich, dass die Zusammenstellung und Kombination des Bildensembles mehr ist als nur die Addition einzelner Bildfelder, indem narratologische und ikonographische Schwerpunkte gesetzt werden können.
Die kunsthistorische Erzählforschung hat für eine Vielzahl dieser Bildtypen ein vielseitig ausgeprägtes Vokabular entwickelt: kontinuierende, distinguierende und komplettierende Erzählformen, monoszenisch und polyszenisch, Simultanbilder und narrative Sequenz mit doppelter Figurenidentität. Im Seminar soll anhand ausgewählter Werke mit den Begrifflichkeiten und den Methoden der kunsthistorischen Erzählforschung (Weitzmann, Wickhoff, Kemp, Thürlemann etc.) vertraut gemacht werden. Viele der besonders erzählfreudigen Bildgattungen, wie etwa das Triptychon, entziehen sich teilweise der traditionellen kunsthistorischen Einteilung. So entstehen durch das Auf- und Zuklappen der Retabelflügel immer neue Zusammenstellungen, möglicherweise sogar in Kombination mit anderen Erzählformen. In diesem Zusammenhang wird nach den Möglichkeiten und Grenzen bestimmter Bildgattungen zu fragen sein, nach dem Zusammenspiel von Erzählform, Bildstruktur und gattungseigenen Kriterien des Trägermediums. Des Weiteren sollen weitere Bezugsfelder diskutiert werden, die mit Bild(er)erzählung(en) unweigerlich in Verbindung stehen: das Verhältnis von Bild und Text sowie von Typologie und Narration.
|
| Voraussetzung für die Teilnahme an dem methodisch orientierten Seminar ist die Bereitschaft die für die jeweiligen Sitzungen relevanten Texte gründlich vorzubereiten sowie die grundlegende Literatur vor Seminarbeginn zu lesen. |
* |
Zur ersten Sitzung sind obligatorisch die beiden folgenden Texte zu lesen:
- Aron Kibédi Varga: Visuelle Argumentation und visuelle Narrativität, in: Text und Bild, Bild und Text. DFG-Symposium 1988, Hg. v. Wolfgang Harms. Stuttgart 1990, S. 356-367. (im Seminarordner)
- Hilmar und Tanja Frank: Zur Erzählforschung in der Kunstwissenschaft, in: Die erzählerische Dimension, eine Gemeinsamkeit der Künste. Hg. v. Eberhard Lämmert. Berlin 1999. S. 35-51. (im Seminarordner)
|
Grundlegende Literatur zum Seminar:
-
Wolfgang Kemp: Sermo Corporeus. Die Erzählung der mittelalterlichen Glasfenster, München 1987
-
Werner Hofmann: Die Moderne im Rückspiegel. Hauptwege der Kunstgeschichte. München 1998 (Kapitel Mittelalter)
Weiterführende Literatur:
-
Wolfgang Kemp: Der Text des Bildes. Möglichkeiten und Mittel eigenständiger Bilderzählung. München 1989.
-
Jutta Karpf, Strukturanalyse der mittelalterlichen Bilderzählung. Ein Beitrag zur kunsthistorischen Erzählforschung. Marburg 1994
-
Bernd Mohnhaupt: Beziehungsgeflechte. Typologische Kunst des Mittelalters. Bern 2000
-
Die narrative Sequenz mit doppelter Figurenidentität. Zur Erzählstruktur der Rota Fortunae, in: Variorum munera florum. Festschrift für Hans H. Haefele zu seinem 60. Geburtstag. Hg. v. Adolf Reinle u.a. Sigmaringen. S. 141-156. (im Seminarordner)
|
|
| Peter Heinrich Jahn |
| 56-636 |
Römische Architektur im spätbarocken Europa |
| Fr, 16.00-19.30 , Raum 119 |
|
| Seminar, AM2, VM1 |
Termine:
17. April, 15. Mai, 22. Mai, 12. Juni, 3. Juli, 10. Juli, 17. Juli
|
Europa ist im 17. und 18. Jahrhundert real- wie kirchenpolitisch geprägt durch Konflikte, die auf profaner Ebene hervorgerufen wurden von einem durch Gottesgnadentum und königlichem Rang beziehungsweise Kaiserwürde legitimierten Streben der Territorialstaaten nach Vorherrschaft sowie auf religiöser Ebene von Konfessionalisierungsstreitigkeiten. Rom in seiner Bedeutung als Zentrale der katholischen Kirche sowie als mythisches Machtzentrum des antiken Imperium Romanum gelangte dabei als argumentativer Bezugspunkt immer stärker in den Focus einer Suche nach künstlerischer Visualisierung bestehender wie erhoffter Machtstrukturen.
Unter den Schlagwörtern einer semantisch wirksamen „politischen Architektur“ sowie des stilbildenden „internationalen römischen Spätbarocks“ soll europaweit die Rezeption antiker wie frühneuzeitlicher römischer Architektur aus den eben skizzierten Gründen untersucht werden, mit Berücksichtigung einschlägiger Vermittlungswege wie Ausbildungs- und Akademiewesen, Korrespondenzarchitektur, Architekturpublikationen etc., zunächst in Paris, wo mit der Abteikirche Val de Grâce, dem Wettbewerb um die Ostfassade des Louvre sowie dem Invalidendom erste Marksteine für die Ausbreitung des römischen Barock gesetzt wurden, sodann unter anderem in Turin, Stockholm, London, schließlich in Wien, Berlin und anderen Orten des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.
|
| Teilnahmevoraussetzung: Überblick über die antike und frühneuzeitliche Architektur Roms. |
e-mail: jahnpeter@hotmail.com |
Literatur:
-
Fürst, Ulrich, Die lebendige und sichtbahre Histori. Programmatische Themen in der Sakralarchitektur des Barock (Fischer von Erlach, Hildebrandt, Santini) (Studien zur christlichen Kunst 4), Regensburg 2002, Kap. zur Wiener Peterskirche.
-
Kieven, Elisabeth, Borrominismus im Spätbarock, in: Bösel, Richard/Frommel, Christoph Luitpold (Hrsg.), Borromini. Architekt im barocken Rom (Veröffentlichungen der Bibliotheca Hertziana), Mailand 2000, S. 125-133, 598-617.
-
Kieven, E., Schlaun in Rom, in: Bußmann, Klaus/Matzner, Florian/Schulze, Ulrich (Hrsg.), Johann Conrad Schlaun 1695–1773. Architektur des Spätbarock in Europa, Stuttgart 1995, S. 135-170.
-
Lorenz, Hellmut, Italien und die Anfänge des Spätbarock in Mitteleuropa, in: Seidel, Max (Hrsg.), Europa e l’arte italiana (Collana del Kunsthistorisches Institut in Florenz 3), Venezia 2000, S. 419-433.
-
Smith, Gil R., Architectural Diplomacy. Rome and Paris in the Late Baroque, Cambridge, Massachusetts/London 1993.
|
| * |
|
| Peter Heinrich Jahn |
| 56-637 |
Zentralbau im frühneuzeitlichen Italien vom 15. bis 17. Jahrhundert |
| Samstag, 10.00 h – 13.00, Raum 119 |
|
| Seminar, EM3, AM2 |
Termine:
18. April, 16. Mai, 23. Mai, 13. Juni, 4. Juli, 11. Juli, 18. Juli
|
Wie allgemein bekannt erhält der Zentralbaugedanke im Rahmen der italienischen Renaissancekultur neue Impulse – man denke beispielsweise an Leonardos diesbezügliche Entwürfe –, was soweit gehen kann, daß der einst primär mit der sakralen Sphäre konnotierte Bautypus auf den Profanbau übertragen wird – paradigmatisch hierfür stünde Palladios berühmte Villa Rotonda in Vicenza.
Das Seminar will nicht nur typische Vertreter dieser architektonischen Gattung innerhalb der Frühen Neuzeit untersuchen, beispielsweise die florentinischen Protagonisten, das römische Neu-St. Peter und seine Derivate oder die oberitalienischen Marienkirchen, sondern auch kritisch die zum Stereoptyp erstarrte eingangs genannte kulturgeschichtliche Einschätzung hinterfragen, indem es die Zentralbautraditionen vorangegangener Kunstepochen beleuchtet, selbstverständlich angefangen bei der seinerzeit unstrittig als vorbildhaft empfundenen Antike. Über die althergebrachten typologischen und formalen Fragestellungen hinaus sollen auch zeitgemäße Methoden Anwendung finden wie etwa kontextbezogene Forschungen zu Kult und Liturgie oder zur Humanismuskultur sowie eine medientheoretisch reflektierte Architekturikonologie.
|
| * |
* |
Literatur:
-
Burckhardt, Jacob, Geschichte der Renaissance in Italien (Geschichte der neueren Baukunst, Bd. 1), Vierte Auflage. Bearbeitet von Dr. Heinrich Holzinger, Stuttgart 1904.
-
Frommel, Christoph Luitpold, The Architecture of the Italian Renaissance. Translated from the German by Peter Spring, London 2007.
-
Kahle, Ulrich, Renaissance-Zentralbauten in Oberitalien. Santa Maria presso San Satiro. Das Frühwerk Bramantes in Mailand, München 1982.
-
Wittkower, Rudolf, Grundlagen der Architektur im Zeitalter des Humanismus, München 1969 [hardcover] bzw. 1983 [dtv-paperback].
-
Varriano, John, Italian Baroque and Rococo Architecture, New York/Oxford 1986.
-
Untermann, Matthias, Der Zentralbau im Mittelalter. Form – Funktion – Verbreitung, Darmstadt 1989.
|
| * |
|
| Margarete Jarchow |
| 56-638 |
Interdisziplinäre Aspekte von Kunst und Technik |
| 2st. Do. 12.00-13.30 s.t., ESA W, Rm 120 |
|
| Seminar, AM3, VM1 |
Beginn: 16.4.!! |
Ziel des Seminars ist die Vermittlung interdisziplinärer
Denkweisen. Die Bedeutung von wissenschaftlich-
technischen Rahmenbedingungen für Kunst, Architektur
und Design wird an konkreten Beispielen untersucht.
Es sollen dabei folgende Themen behandelt werden:
- Die Natur als Vorbild für Architektur und Bautechnik
- Das Verhältnis von Malerei und Fotografie am Ende
des 19. Jahrhunderts
- Technik und Ästhetik in den Anfangsjahren
des Kinos bis 1930.
- Automobildesign zwischen Technik und Ästhetik
- Flugzeugdesign zwischen Technik und Ästhetik
- Wissenschaft und Technik als Sujet in der bildenden Kunst
- Recyclingkunst
- Brücken zwischen Konstruktion und Ästhetik
|
| * |
* |
| * |
| * |
|
| Rüdiger Joppien |
| 56-639 |
Vorbild Japan. Europäisches Kunsthandwerk um 1900 |
| Mittwoch 16 - 18 Uhr im Museum für Kunst und Gewerbe |
|
| Seminar, AM3, AM4, VM1 |
Beginn 15. April 2009 |
Die Entdeckung der japanischen Kunst und Kultur in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts glich für Künstler, Privatsammler und Museen in den westlichen Ländern einer Offenbarung. In japanischen Kunstwerken zeigte sich eine Ästhetik, die zu einem radikalen Umdenken in der künstlerischen Produktion führte. Japanische Bildformate, Techniken und Bildmotive, vielfach aus dem Reich der Natur, wurden von europäischen und amerikanischen Künstlern (z.B. Monet, Van Gogh, Whistler etc.) und Kunsthandwerkern adaptiert und für eigene Gestaltungen nutzbar gemacht. Durch Japans Präsenz auf den Weltausstellungen, ebenso wie durch staatlich geförderte Importwaren und die Aktivitäten von Reisenden gelangten japanische Kunstwerke in großer Zahl in die Metropolen des Westens. Der englische Designer Christopher Dresser, der Japan 1877 besuchte, erkannte als einer der ersten das handwerkliche Können und die gestalterischen Besonderheiten der Japaner.
Großen Einfluß in der Vermittlung japanischer Kunst übte der Pariser Kunsthändler Siegfried Bing aus, der Künstler, Privatsammler und Museen mit Japonica belieferte und selbst eine bedeutende Japansammlung aufbaute. Bing vertrieb nicht nur Farbholzschnitte, Rollbilder und Plastik sondern in großem Stil auch Werke angewandter Kunst, netsuke, tsuba, Lacke, Metallarbeiten, Körbe und vor allem Keramik. Sein mehrbändiges prächtig illustriertes Kompendium Le Japon Artistique (1889- 1992) machte Europa mit japanischer Kunst, Kunsthandwerk und Literatur bekannt. 1895 gründete Bing seine Galerie L'Art Nouveau, in der er neue europäische Kunsttendenzen neben japanischer Kunst präsentierte. Einer seiner besten Kunden war der Hamburger Museumsdirektor Justus Brinckmann, der sehr früh die Vorbildlichkeit japanischer Werke erkannte und diese dem akademischen, historistischen Kunstschaffen in Deutschland als Alternative entgegen stellte.
Die von Brinckmann aufgebaute Japan - Sammlung war bald weit über Hamburg hinaus bekannt und regte Künstler wie Ernst Barlach, Peter Behrens, Hans Christiansen, Otto Eckmann, Richard Mutz u.a. zu eigenen Arbeiten an. Der europäische Jugendstil verdankt dem Japonismus entscheidende Anregungen. Diese betrafen neben naturhaften Bildmotiven und Dekoren vor allem auch handwerklich technische Fertigkeiten. Ob in der Metallverarbeitung, in der Lackkunst, im Textil oder in der Keramik, das japanische Kunstschaffen setzte für europäische Künstler im Zeitalter der Industrialisierung neue Maßstäbe, die es zu erreichen oder gar zu übertreffen galt. Die Reform im Kunsthandwerk um 1900 wäre ohne das japanische Vorbild nicht möglich gewesen.
|
| Begrenzte Teilnehmerzahl 25 Personen |
* |
Literatur:
-
Stuart Durant und Hannah Orthuys, The Aesthetic Movement and the Cult of Japan, The Fine Art Society, London 1972
-
Herbert Fux, Japan auf der Weltausstellung in Wien 1873, Wien 1973
-
Widar Halén, Christopher Dresser and Japan, Koriyama City Museum of Art, 2002
-
Lionel Lambourne, Japonisme: cultural crossings between Japan and the West, London 2005
-
Gabriel P. Weisberg, Edwin Becker, Evelyne Possémé, The Origins of L'Art Nouveau. The Bing Empire, Van Gogh Museum, Amsterdam 2004
-
Siegfried Wichmann, Japonismus. Ostasien - Europa. Begegnungen mit der Kunst des 19. und 20.Jahrhunderts, Herrsching 1980
-
Ausst. Kat. Berlin, Staatliche Museen, Meditation, Konstruktion, Berührung, Ostasien, Europa, Berlin 1991
-
Ausst. Kat. Museum Het Princessehof, Leeuwarden, Japonisme - Art Nouveau. Highlights from the Bamboo & Fan Collection, Leeuwarden 1998
-
Ausst. Kat. Wien, Österreichisches Museum für Angewandte Kunst,
Verborgene Impressionen. Japonismus in Wien, Wien 1990
-
sowie zur ästhetischen Einstimmung: Lafcadio Hearn, Nippon, Leben und Erlebnisse im alten Japan 1890 - 1904, Köln 1981
-
Kakuo Okakura, Das Buch vom Tee, Insel Bücherei, Wiesbaden 1959
|
| * |
|
| Wolfgang Kemp |
| 56-649 |
Eine spezielle Geschichte der Kunst in Vorträgen |
| 2st. Do 16.00-18.00, ESA C (Erwin-Panofsky-Hörsaal) |
|
| Vorlesung, EM2, EM3, AM2, AM3, VM1 |
Beginn: 30.04. |
|
Im Leben eines Hochschullehrers gibt es zwei Stränge von mündlicher Mitteilung: die Lehrveranstaltungen der Universität und die Vorträge, die er so in aller Welt hält. In meinem Falle decken sich die beiden Stränge nur selten. Mit anderen Worten: Ich werde eine Reihe von Wiederaufführungen starten, die für den neuen Zweck überarbeitet werden: im Sinne einer Verallgemeinerung der Problemstellung. Das Programm im Einzelnen steht noch nicht fest. Beginnen werde ich mit einem Vortrag zum Bibliotheksbau heute. einem Vortrag zu Rembrandt und einem Vortrag zu dem japanischen Künstler Hokusai. Wieweit Scheine für eine so spät angekündigte Veranstaltung vergeben werden können, muß noch geklärt werden.
|
| Veranstaltung unter Vorbehalt |
* |
| * |
| * |
|
| Charlotte Klack-Eitzen |
| 56-635 |
Restaurierungsgeschichte im 20. Jahrhundert |
| (Raum- und Zeitangaben folgen) |
|
| Seminar, AM4, AM5, VM1 |
* |
| An restaurierten Kunstwerken lässt sich oft genug ablesen, wann sie restauriert worden sind.
Sie spiegeln restauratorische Grundsätze, die sich im Laufe der Zeit verändert haben.
Marksteine in dieser Entwicklung sind die Charta von Venedig sowie die ECCO Professional Guidelines.
Das Seminar soll sich mit Schriften zur Restaurierung beschäftigen. Bei Besuchen in Kirchen und Museen soll geprüft werden, wie die Art der Restaurierung das Erscheinungsbild der Kunstwerke beeinflusst.
|
| Teilnehmerbegrenzung: 25 |
* |
| * |
| * |
|
| Birte Kleine-Benne |
| 56-623 |
Die Kunst der Partizipation – von den 50er Jahren bis heute |
| Freitag, 12 bis 14 Uhr, ESA W, Raum 119 |
|
| Seminar, AM3, VM1 |
* |
Would the fact that Governor Rockefeller has not denounced President Nixon’s Indochine policy be a reason for you not to vote for him in November?“, fragte Hans Haacke 1970 im New Yorker MoMA und forderte die Ausstellungsbesucher auf, ihren Abstimmungszettel in die linke oder rechte Plexiglasbox zu werfen. Mit „MOMA Poll“ erweiterte Haacke die strukturellen Vorgaben des künstlerischen Feldes, indem er die früheren Partizipationsangebote seiner Kollegen wie John Cages „4’33’’“ (1952) oder Robert Rauschenbergs „White Paintings“ (1952) zu einer Analyse der politischen Bedingungen kultureller Produktionen verschob. Die Fluxus- und Happening-Szene der sechziger Jahre entwickelte diese Ansätze weiter, Künstlerinnen wie Yoko Ono oder VALIE EXPORT torpedierten mit „Cut Piece“ (1964) den Rückhalt des Rezipienten oder kehrten mit dem „Tapp und Tastkino“ (1968) die herrschenden Blickverhältnisse um.
Anders als in der Rezeptionsästhetik, die sich Ende der sechziger Jahre auf eine in der Textinterpretation bisher vernachlässigte Instanz, nämlich den Rezipienten konzentrierte und in dem „impliziten Leser“ fand – eine Überlegung, die Kemp Mitte der achtziger Jahre auf die Kunstgeschichte übertrug und hierfür die Formel „Der Betrachter ist im Bild“ fand –, wird in den hier zu diskutierenden Praktiken der Betrachter als operative Größe in den künstlerischen Entstehungsprozess eingebunden und zu (Inter-)Aktionen herausgefordert. Poststrukturalistische Theorien und Visual Studies-Ansätze der Betrachterforschung geben indes zu Bedenken, dass es einen außenstehenden Beobachter ohnehin nicht gibt – Grund genug, uns für verschiedene Kommunikationsmodelle zu interessieren.
Partizipationspraktiken in den neunziger Jahren erweiterten ihr Handlungsfeld, indem sie wie Andrea Fraser in „Gesellschaft des Geschmacks“ (1993) die Akteure der ausstellenden Institutionen einbezogen oder im sog. öffentlichen Raum stattfanden wie Glegg & Guttmanns „Offene Bibliothek“ (seit 1991) und Christine Hills „Volksboutique“ auf der dX. Heute nun sei Partizipation das Kennzeichen des Web 2.0 (browsing, sharing, collecting, producing). Und so verwundert es nicht, dass Eva und Franco Mattes ihre Reenactments u.a. von EXPORTs „Tapp und Tastkino“ 2007 in Second Life stattfinden ließen oder improveverywhere.com seit 2001 globale Chaos-Szenen über Mailinglisten veranlassen.
Neben exemplarischen Beispielen der Partizipationskunst wird das Seminar auch die Kunst-Politik-Partizipationsdebatten in Form z.B. der Beuys-Gründungen wie die Deutsche Studentenpartei (1967) diskutieren. Wir werden Formen, Techniken der Adressierung und Partizipationsgrad systematisieren und uns mit den Folgen für die kunsthistorischen Analysen auseinander setzen, wenn wir nicht mehr von einem Einzelkünstler, sondern von kollektiven Bedeutungsproduktionen auszugehen haben.
|
| Weiterführende Informationen: http://www.bkb.eyes2k.net/uniHH09.html |
* |
| * |
| * |
|
| Susanne König |
| 56-632 |
Institutionskritik |
| 2st. Mo 10.00-12.00, ESA W, Rm 119 |
|
| Seminar, AM3, AM5, VM1 |
* |
Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Machtfaktor Museum und sein Einfluss auf die Produktion und Rezeption von Kunst zum Thema der künstlerischen Reflexion und Kritik. Vor allem in den späten 60er Jahren setzte in den künstlerischen Arbeiten eine Kritik des Museums ein, die dann in den 80er und 90er Jahren zur allgemeinen Institutionskritik ausgeweitet wurde. Ihre Kritik am Museum brachten die Künstler/innen sowohl in ihren Arbeiten als auch in Texten zum Ausdruck. Anhand dieser Arbeiten und Texte wird nicht nur die Kritik am Museum nachgezeichnet, sondern auch der gesellschaftliche Wandel des Museums in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Fragen der Bedeutungskonstitution von Kunstwerken, der Determinierung durch Ordnungsstrukturen bis hin zur Vereinnahmung durch die Unterhaltungsindustrie stehen hierbei im Vordergrund.
Im Rahmen des Seminars wird von den Studierenden erwartet, dass sie künstlerische, theoretische oder kuratorische Positionen vorstellen, die in diesem Zusammenhang relevant sind. Hierbei können sowohl Arbeiten aus den späten 60er Jahren wie auch solche der 80er und 90er Jahre Berücksichtigung finden. Zu den möglichen Künstlerinnen und Künstler zählen u. a. Marcel Duchamp, Marcel Broodthaers, Daniel Buren, Michael Asher, Hans Haacke, Louise Lawler, Allan McCollum, Martha Rosler, Dellbrügge/DeMoll, Andrea Fraser, Renée Green, Christian Philipp Müller, Fred Wilson.
|
| * |
* |
Literatur:
-
Buchloh, Benjamin H. D.: Conceptual Art 1962–1969: From the Aesthetics of Administration to the Critique of Institutions, in: October 55, 1990
-
Bryan-Wilson, Julia: A Curriculum of Institutional Critique, in: Ekeberg, Jonas, New Institutionalism, Oslo 2003
-
Crimp, Douglas: Über die Ruinen des Museums, Dresden/ Basel 1996
-
Fraser, Andrea: From the Critique of Institutions to an Institution of Critique, in: Artforum, XLIV, No. 1, September 2005
-
Kravagna, Christian /Kunsthaus Bregenz: Das Museum als Arena. Institutionskritische Texte von Künstlern, Köln 2001
-
Meinhardt, Johannes: Eine andere Moderne. Die künstlerische Kritik des Museums und der gesellschaftlichen Institution >Kunst<, in: Kunstforum International Band 123, 1993
-
Meyer, James: Was geschah mit der institutionellen Kritik?, in: Weibel, Peter, Kontext Kunst, Köln 1994
-
The End(s) of the Museum, Ausst.-Kat. Fundació Antoni Tàpies, Barcelona 1996
-
The Museum as Muse. Artis Reflect, Ausst.-Kat. Museum of Moderne New York 1999
-
Welchman, John C.: Institutional Critique and After (SoCCAS Symposium Vol. II), Zürich 2006
|
| * |
|
Kathrin Müller (entfällt)
|
| 56-616 |
Kunst der Normannen- und Stauferzeit auf Sizilien |
| 2st. Blockveranstaltung
(Raum und Zeitangaben folgen)
|
|
| Seminar, AM1, VM1, Ex, MASt- A4, MASt- V3 |
LV-Beginn |
|
|
|
|
|
|
| Karin Gludovatz |
| 56-644 |
Jan van Eyck und die Frühzeit niederländischer Malerei |
| Mi 8.30-10.00 Uhr, Raum 120, |
|
| Seminar, |
Beginn: 8. April |
| Die Forschung apostrophierte Jan van Eyck (um 1390-1441) – gemeinsam mit seinem älteren Bruder Hubert – als Begründer der niederländischen Malerei. Auch wenn die stilistischen und formalen Qualitäten sowie die theoretischen Perspektiven, die er in seinen Werken entwickelte essentiell für die Kunst des 15. Jahrhunderts wurden, zählt die vermeintliche Voraussetzungslosigkeit seiner Malerei freilich zu den vielen, seinen Nachruhm mitbegründenden Mythen, als deren wirkungsreichste hier nur jene von der Erfindung der Ölmalerei genannt sei. Jan van Eyck ist in mehrfacher Hinsicht eine Schwellenfigur: Biografisch angesiedelt in einem Epochenübergang, war er als Maler und Ausstatter des burgundischen Herzogs Philippe le Bon ebenso tätig wie als bevorzugter Portraitist einer sich etablierenden bürgerlichen Elite. Als flämischer Handwerker gehörte er einer von französischem Adel regierten, wirtschaftlich höchst erfolgreichen flandrischen Kulturlandschaft an, während seine Werke relativ rasch nach Italien und auf die iberische Halbinsel gelangten, wo sie intensiv rezipiert wurden, der Maler also zu einer Mittlerfigur zwischen Nord und Süd geriet. Im Seminar sollen ausführliche Werkanalysen eyckischer Gemälde und deren historische Kontextualisierung erarbeitet werden. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der methodologischen Diskussion der Forschungsliteratur, die sich gerade an der frühniederländischen Malerei als Exponentin sowohl eines „disguised symbolism“ (Panofsky) als auch eines stillgestellten Blicks, einer ‚reinen‘ Schau (Pächt) entzündet hat. Das Seminar widmet sich ausgehend von Van Eycks Oeuvre aber auch weiterreichenden Fragen, wie etwa solchen nach der Ausbildung von Gattungen, nach Modi der Bilderzählung oder Konzepten von Sichtbarkeit. |
| * |
* |
Literatur (Auswahl):
- Erwin Panofsky, Early Netherlandish Painting, Cambridge 1958;
- Elisabeth Dhanens, Hubert und Jan van Eyck, Königstein 1980;
- Hans Belting, Dagmar Eichberger, Jan van Eyck als Erzähler. Frühe Tafelbilder im Umkreis der New Yorker Doppeltafel, Worms 1983;
- Dieter Jansen, Similitudo. Untersuchungen zu den Bildnissen Jan van Eycks, Wien 1988;
- Otto Pächt, Van Eyck. Die Begründer der altniederländischen Malerei, München 1989;
- Craig Harbison, Jan van Eyck. The Play of Realism, London 1991;
- Hans Belting/Christiane Kruse, Die Erfindung des Gemäldes. Das erste Jahrhundert der niederländischen Malerei, München 1994;
- Volker Herzner, Jan van Eyck und der Genter Altar, Worms 1995;
- Wolfgang Kemp, Die Räume der Maler. Zur Bilderzählung seit Giotto, München 1996;
- Lorne Campbell, The fifteenth Century Netherlandish Schools, National Gallery Catalogues, London 1998;
- Till-Holger Borchert (Hg.), The Age of Van Eyck 1430-1530. The Mediterranean World and Early Netherlandish Painting, Gent-Amsterdam 2002 (Ausstellungskat. Brügge 2002);
- Thomas Ketelsen, Uta Neidhardt (Hg.), Das Geheimnis des Jan van Eyck. Die frühen niederländischen Zeichnungen und Gemälde in Dresden, München 2005.
|
| * |
|
| Karin Gludovatz |
| 56-646 |
Venezianische Malerei des 15. und 16. Jahrhunderts |
| Do 8.30-10.00 Uhr, Raum 119 |
|
| Seminar, |
Beginn: 9.April |
| Venedig zählte zu den bedeutendsten italienischen Städten, sowohl als Handelsmetropole als auch als Kunstzentrum. Nicht zuletzt die Malerei des 15. und 16. Jahrhunderts ist dafür beispielhaft. Begünstigt durch eine zunehmende private Sammlerschicht, gefördert durch kirchliche und staatliche Aufträge, etwa für die Ausstattung des Dogenpalastes und bedingt durch klimatische Gegebenheiten erlebte in Venedig die Ölmalerei eine bis dahin ungeahnte Konjunktur. Die Voraussetzungen waren ideal: Künstlerwissen konnte auf engem Raum innerhalb und außerhalb von Werkstätten weitergegeben werden und die reichen Ausstattungen von Kirchen und öffentlichen/semiöffentlichen Profanbauten boten jungen Malern Anschauungsmaterial, das teilweise heute noch in situ zu sehen ist. Das Seminar widmet sich ausgewählten Werken einzelner Künstlerpersönlichkeiten, als welche hier exemplarisch nur die Bellini, Antonello da Messina, Carpaccio, Tizian, Tintoretto, Veronese oder Lorenzo Lotto genannt seien. Diese sollen jedoch nicht monolithisch nebeneinander verhandelt, sondern als Produzenten (innerhalb) eines expandierenden Gefüges verstanden werden, eines florierenden Kunstbetriebs, der bestimmten kulturellen, sozialen und politischen Bedingungen unterworfen war, wie er diese graduell auch miterzeugte. Weiterhin gilt das Interesse der venezianischen Kunsttheorie, den verschiedenen Funktionen bildender Kunst in der venezianischen Republik, also etwa dem Altarbild (und seiner Entwicklung), den Repräsentationsansprüchen, denen die Programme der Scuole und der Staatsgebäude unterworfen waren, aber auch den Anforderungen an die Portraitmalerei, die sich höchster Beliebtheit erfreute. Besondere Aufmerksamkeit verdient die Ausbildung spezifischer Geschlechtbilder, etwa vermittels der Bildtradition der „belle donne“ oder der (häufig mythologischen) weiblichen Akte, die in der Kunstgeschichte auch heute noch paradigmatisch mit Namen wie Bellini und Tizian verbunden werden. |
| * |
* |
Literatur (Auswahl):
-
Hans Aurenhammer, Studien zu Altar und Altarbild der venezianischen Renaissance: Form, Funktion und historischer, phil. Diss. Univ. Wien 1985;
- Theodor Hetzer, Venezianische Malerei. Von ihren Anfängen bis zum Tode Tintorettos, Stuttgart 1985;
- Philip Sohm, Pittoresco: Marco Boschini, his critics, and their critiques of painterly brushwork in seventeenth- and eighteenth-century Italy, Cambridge [u.a.] 1991;
- Peter Humfrey, The altarpiece in Renaissance Venice, New Haven [u.a.] 1993;
- Martin Seidel, Venezianische Malerei zur Zeit der Gegenreformation. Kirchliche Programmschriften und künstlerische Bildkonzepte bei Tizian, Tintoretto, Veronese und Palma il Giovane, Münster 1996;
- Rona Goffen, Titian's women, New Haven [u.a.] 1997;
- Otto Pächt, Venezianische Malerei des 15. Jahrhunderts. Die Bellinis und Mantegna, München 2002;
- Paul Hills, Venetian colour. Marble, mosaic, painting and glass, 1250-1550, New Haven [u.a.] 1999;
- Norbert Schneider, Venezianische Malerei der Frührenaissance. Von Jacobello del Fiore bis Carpaccio, Darmstadt 2002;
- Marianne Koos, Bildnisse des Begehrens. Das lyrische Männerporträt in der venezianischen Malerei des frühen 16. Jahrhunderts. Giorgione, Tizian und ihr Umkreis, Berlin 2006;
- Gudrun Rhein, Der Dialog über die Malerei: Lodovico Dolces Traktat und die Kunsttheorie des 16. Jahrhunderts, Köln [u.a.] 2008;
- Gabriele Köster, Künstler und ihre Brüder. Maler, Bildhauer und Architekten in den venezianischen Scuole Grandi (bis ca. 1600), Berlin 2008.
|
| * |
|
| Karin Gludovatz |
| 56-647 |
Rom um 1600 |
| Do 12.00-14.00 Uhr, Raum 119, |
|
| Seminar, AM 2, VM 1 |
Beginn: 9.April |
| Das Heilige Jahr 1600 bot den willkommenen Anlass, im nachtridentinischen Rom zahlreiche künstlerische Vorhaben umzusetzen. Während des Pontifikats von Klemens VIII. (1592-1605) wurden zahlreiche Kirchen in Hinblick auf das Jubeljahr beauftragt oder renoviert. Die päpstlichen Nepoten ließen ihre Paläste dekorieren und legten umfangreiche Sammlungen an. Die neu gegründeten Orden, wie die Jesuiten, Oratorianer und Theatiner erhielten durch die Umsetzung groß angelegter Bauvorhaben mit Il Gesù, Santa Maria in Vallicella und Sant’Andrea della Valle (erst 1683 vollendet) prominente Wirkungsstätten. Künstler wie Annibale Carracci, Caravaggio, Barolomeo Manfredi, Orazio Gentileschi, Guido Reni, der Cavaliere d’Arpino, Stefano Maderno aber auch Peter Paul Rubens und Adam Elsheimer sind untrennbar mit dieser prosperierenden Phase römischer Kunst verbunden. Das Seminar versucht, die Vielfalt malerischer und skulpturaler Erzeugnisse in Rom um 1600 in den Blick zu nehmen, die profanen und sakralen Programme ebenso wie Formen und Funktionen des Tafelbildes unter den Bedingungen der Katholischen Reform. |
| * |
* |
Literatur:
-
Claudio Strinati, Roma nell’anno 1600: Studio di pittura, in: Ricerche di storia dell’arte, 10 (1980), S. 15-48;
- Morton C. Abromson, Painting in Rome During the Papacy of Clement VIII (1592-1605), New York-Lonon 1981;
- R. Ward Bissell, Orazio Gentileschi and the Poetic Tradition of Caravaggesque Painting, University Park-London 1981;
- Antonio Cistellini, San Filippo Neri. L’Oratorio e la Congregazione Oratoriana: Storia e Spiritualità, Brescia 1989;
- Leslie Brown Kessler, Lanfranco and Domenichino. The Concept of Style in the Early Development of Baroque Painting in Rome, Philadelphia 1992;
- Fiamminghi a Roma 1508/1608: Artistes des Pays-Bas et de la Pincipauté de Liège à Rome à la Renaissance, Ausstellungskat. Brüssel 1995;
- Saints and Sinners. Caravaggio and the Baroque Image, Ausstellungskat. Boston 1999;
- C. Crescentini, A. Martini (Hg.), Le confraternite romane: Arte Storia Commitenza, Rom 2000;
- Beverly Louise Brown (Hg.), The genius of Rome, 1592-1623, London [u.a.] 2001 (Ausstellungskat. Rom/London 2001);
- Klaus Krüger, Das Bild als Schleier des Unsichtbaren. Ästhetische Illusion in der Kunst der frühen Neuzeit in Italien, München 2001;
- David Freedberg, The eye of the lynx: Galileo, his friends, and the beginning of modern natural history, Chicago 2002;
- Marcia B. Hall, Rome, Cambridge 2005; Patrizia Cavazzini, Painting as business in early seventeenth-century Rome, University Park 2008
|
| * |
|
| Karin Gludovatz |
| 56-645 |
Blick auf die Welt. Künstlerischer Austausch im 15. Jahrhundert |
| Di 18.00-20.00 Uhr, Raum 120, |
|
Seminar, VM1
|
Beginn: 7.April |
In den letzten Jahren sind Fragen der Mobilität und des Kulturtransfers vor dem Hintergrund globaler Migrationsbewegungen wieder verstärkt in die Aufmerksamkeit geraten. Solche Bewegungen lassen sich auch historisch vielfach belegen. Nicht zuletzt fungierten Künstler und Artefakte in Mittelalter und Früher Neuzeit als ‚Agenten‘ zwischen den Kulturen und das Motiv der Reise geriet der Kunstliteratur zu einem Topos künstlerischen Schaffens.
Das Seminar richtet den zeitlichen Fokus auf das 15. Jahrhundert und mithin auf die Zeit vor den großen ‚Entdeckungsreisen‘, also primär auf den Austausch innerhalb eines sich konstituierenden Europas. Die Wechselwirkungen im mediterranen Raum stehen dabei ebenso zur Diskussion wie das Verhältnis der Mittelmeerkulturen zu den nordalpinen Kunstlandschaften, das meist auf die Frage stilistischen Einflusses reduziert wurde. Im Seminar sollen vielmehr Ähnlichkeiten und Differenzen im Bildverständnis diskutiert werden, etwa in Hinblick auf divergierende Kulturen des Sehens und der Sichtbar-Machung. Dabei werden Arbeiten von Künstlern wie Bartolomé Bermejo, Pedro Berruguete, Niccolò Colantonio, Antonello da Messina, Rogier van der Weyden oder Gentile Bellini besprochen werden. Ebenso aber stehen auf der Grundlage aktueller kulturtheoretischer Studien historische Modelle von Kulturtransfer und deren (wissenschafts-)politische Implikationen zur Diskussion.
|
| * |
* |
Literatur (Auswahl):
-
Homi K. Bhabha, The Location of Culture, London-New York 1993;
- Liana Castelfranchi Vegas, Italien und Flandern. Die Geburt der Renaissance, Stuttgart 1994;
- Arjun Appadurai, Modernity at Large: Cultural Dimensions of Globalization, Minneapolis-London 1996;
- Stuart Hall, Paul du Gay, Questions of Cultural Identity, London 1996;
- Bernard Aikema, Beverly Louise Brown (Hg.): Renaissance Venice and the North. Crosscurrents in the Time of Bellini, Dürer and Titian, Mailand 1999 (Ausstellungskat. Venedig 1999);
- Till-Holger Borchert (Hg.), The Age of Van Eyck 1430-1530. The Mediterranean World and Early Netherlandish Painting, Gent-Amsterdam 2002 (Ausstellungskat. Brügge 2002);
- Tania Velmans (Hg.), L'art de la Mediterranée: Renaissances en Orient et en Occident 1250-1490, Rodez [u.a.] 2003;
- Stephen J. Campbell, Stephen J. Milner (Hg.): Artistic exchange and cultural translation in the Italian Renaissance city, Cambridge 2004;
- Peter Burke (Hg), Cultural translation in early modern Europe, Cambridge 2007; L'impronta fiorentina e fiamminga a Valencia. Pittura dal XIV al XVI secolo, Valencia 2007 (Ausstellung Florenz/Valencia 2007);
- Bert W. Meijer (Hg.), Firenze e gli antichi Paesi Bassi: 1430-1530. Dialoghi tra artisti da Jan van Eyck a Ghirlandaio, da Memling a Raffaello, Livorno 2008 (Ausstellungkat. Florenz 2008)
|
| * |
|
| Bruno Reudenbach |
| 56-607 |
Albrecht Dürer: Die Bildnisse |
| 2st. Do 10.00-12.00, ESA W, Rm 120 |
|
| Hauptseminar, VM1 |
Beginn: 09.04.2009 |
„Auch behelt das gemell dy gestalt der menschen nach jrem sterben.“ - „Auch behält das Gemälde die Gestalt der Menschen nach ihrem Sterben.“ Dies ist einer der wenigen Sätze in den kunsttheoretischen Schriften Dürers, die sich auf das Bildnis, genauer: die Darstellung der „Gestalt“ des Menschen beziehen. Demgegenüber hat in Dürers künstlerischem Werk das Bildnis eine immense Bedeutung, schon quantitativ, weil bei ihm erstmals das Bildnis gleichrangig neben den traditionellen, meist religiösen Bildthemen steht.
Wenn Dürer in dem angeführten Zitat sagt, dass Malerei imstande sei, abwesende oder gar verstorbene Menschen wieder zu vergegenwärtigen, so wiederholt er damit nur einen alten kunsttheoretischen Topos. Für die Bildnisse Dürers trifft eine derart traditionelle Sichtweise aber keineswegs zu. Vielmehr zeigt sich, dass Dürer dieser zu seiner Zeit noch nicht sehr alten Gattung neue Impulse gibt, und dies, obwohl er sich meist der im 15. Jahrhundert ausgebildeten Grundformel des Porträts - Halbfigur oder Büste in Dreiviertelansicht - bedient. Dabei beschränkt er sich nicht allein auf Malerei, sondern erprobt seine Bildniskunst auch in der Zeichnung und der Druckgraphik. In der älteren Forschung wird die Leistung Dürers meist mit dem auf Jacob Burckhardt zurückgehenden Schlagwort „Die Entdeckung des Individuums“ charakterisiert, was zugleich eine These bedeutet, die im Seminar zu überprüfen sein wird.
Im Seminar wird exemplarisch eine Auswahl von Bildnissen eingehend behandelt werden; dabei sollen jeweils unterschiedliche Aspekte und Probleme der Gattung Bildnis - wie z. B. Individualität, Typisierung und Idealisierung / „Privatperson“ und Öffentlichkeit / Bildraum und Betrachterraum / Schrift im Bild - untersucht werden. Dies wird, abhängig von der Teilnehmerzahl, in Referaten und / oder in anderen Arbeitsformen stattfinden. Von allen Teilnehmern wird erwartet, dass sie sich mit den Grundzügen der Frühgeschichte des Bildnisses vor Dürer vertraut gemacht haben.
|
| * |
* |
Literatur:
-
Als Einstieg in die Geschichte des Porträts können dienen:
-
Andreas Beyer, Das Porträt in der Malerei, München 2002.
-
Rudolf Preimesberger (Hrsg.), Porträt (Geschichte der klassischen Bildgattungen in Quellentexten und Kommentaren, 2) Berlin 1999.
-
Zum Bildnis bei Dürer die entsprechenden Kapitel in den Dürer-Monographien;
- außerdem als Überblick:
-
Johann Konrad Eberlein, Das Porträt im Werk Dürers, in: Klaus Albrecht Schröder u. Maria Luise Sternath (Hrsg.), Albrecht Dürer. Ausst. Kat. Albertina Wien, Wien / Ostfildern 2003, S. 69-81.
|
| * |
|
| Bruno Reudenbach |
| 56-610 |
Bildprogramme in der Kunst der frühchristlichen Spätantike |
| 2st. Fr 10.00-12.00, ESA W, Rm 119 |
|
| Seminar, EM2, EM3, AM1, AM5, MASt – E3, MASt – A4 |
Beginn: 17.04.2009 |
Dieses Seminar wird sich mit der Kunst des 4. bis 6. Jahrhunderts beschäftigen und ist auch gedacht als Einführung in einen Gegenstandsbereich, dessen Kenntnis für ein Verständnis mittelalterlicher Kunst unverzichtbar ist, der unserem Fach oft aber gar nicht zugerechnet und lieber anderen Disziplinen, wie der Archäologie, der Christlichen Archäologie oder der Byzantinistik, überlassen wird.
Im Vordergrund wird nicht die Frage stehen, wie in der frühen christlichen Kunst für einzelne christliche Themen Bildformulierungen gefunden werden, durch Neuerfindung, durch Übernahme oder Transformation paganer Ikonographien. Es soll vielmehr um eine genuine Leistung spätantik-frühchristlicher Kunst gehen, nämlich um die Etablierung umfangreicher und kohärenter Bildprogramme, die sich aus mehreren Einzelbildern zusammensetzen. Schon erstaunlich früh sind in der frühchristlichen Kunst derartige Programme entwickelt und entfaltet worden, an Kirchenwänden und Apsiden, an Gefäßen und Sarkophagen, an Türen und Architekturen. Im Seminar sollen uns nicht nur die „Programmatik“ dieser Bildzyklen, ihr Inhalt, ihre Aussage interessieren, sondern vor allem auch, wie sie visuell organisiert sind, wie Kohärenz oder Abgrenzung der Bilder anschaulich gesteuert werden.
Als Arbeitsform ist ein Wechsel von Kurzbeiträgen und Referaten geplant. Voraussetzung für die Teilnahme sind aktive Mitarbeit und die Bereitschaft, punktuell Kurzbeiträge zu übernehmen.
|
| * |
* |
Literatur:
- Zur Einführung in die frühchristliche Kunst:
-
Arne Effenberger, Frühchristliche Kunst und Kultur, München 1986.
-
Johannes Deckers, Die frühchristliche und byzantinische Kunst, München 2007 (Taschenbuch)
-
Zum Seminarthema:
-
Josef Engemann, Deutung und Bedeutung frühchristlicher Bildwerke, Darmstadt 1997
-
Wolfgang Kemp, Christliche Kunst. Ihre Anfänge, ihre Strukturen, München 1998
|
| * |
|
| Bruno Reudenbach |
| 56-640 |
Der St. Galler Klosterplan
|
| 2st. Do 16.00-18.00, ESA W, Rm 120 |
|
| Seminar, AM1, VM1, Ex, MASt- A4, MASt- V3 |
Beginn: 09.04.2009 |
Der sog. St. Galler Klosterplan ist ein einzigartiges Dokument aus dem ersten Drittel des 9. Jahrhunderts: Die großformatige Planzeichnung einer Klosteranlage mit Kirche und zahlreichen Neben- und Wirtschaftsgebäuden. Sowohl die genaue Datierung wie die Zweckbestimmung dieser Planzeichnung sind in der Forschung umstritten. Der Plan, der im Kloster auf der Reichenau mit zahlreichen Angaben und Inschriften versehen wurde, steht aber vermutlich im Zusammenhang mit Planungen für den Neubau der St. Galler Klosterkirche. Auf diesem Plan ist eine Klosteranlage entworfen, deren Grundschema noch über Jahrhunderte bei der Anlage von Klöstern beibehalten wurde, auch deshalb, weil in ihm Vorgaben der maßgebenden Klosterregel des hl. Benedikt berücksichtigt sind.
Der St. Galler Klosterplan ist daher mehr als nur ein isoliertes und singuläres Einzelzeugnis. An ihm lässt sich zugleich exemplarisch die Anlage von Klöstern, den entscheidenden Kulturträgern des frühen Mittelalters, und die architektonische Organisation des Klosterlebens, eine der großen Bauaufgaben des Mittelalters, analysieren. Das soll das Seminar in einer eingehenden Beschäftigung mit den verschiedenen Teilen der Planzeichnung und allen schriftlichen Angaben leisten. Dies wird, abhängig von der Teilnehmerzahl, in Referaten und / oder in anderen Arbeitsformen stattfinden.
|
| * |
* |
Literatur:
-
Konrad Hecht, Der St. Galler Klosterplan, Sigmaringen 1983
- Walter W. Horn u. Ernest Born, The plan of St. Gall. A study of the architecture and economy of and life in a paradigmatic Carolingian monastery (California studies in the history of art 19), 3 Bde. Berkeley 1979
-
Werner Jacobsen, Der Klosterplan von St. Gallen und die karolingische Architektur. Entwicklung und Wandel von Form und Bedeutung im fränkischen Kirchenbau zwischen 751 und 840, Berlin 1992
-
Alfons Zettler, Die frühen Klosterbauten der Reichenau. Ausgrabungen - Schriftquellen - St. Galler Klosterplan (Archäologie und Geschichte 3) Sigmaringen 1988
|
| Sehr zu empfehlen: http://www.stgallplan.org/de/ |
|
| Bruno Reudenbach |
| 56-628 |
Einführung in die Geschichte der Kunstgeschichte. |
| 2st. Do 14.00-16.00, ESA W, Rm 120 |
|
| Proseminar, Einführungszyklus, EM1, EM2, EM3 |
Beginn: 09.04.2009 |
Das Seminar wird die Geschichte der wissenschaftlichen Disziplin „Kunstgeschichte“ an einem konkreten Beispiel verhandeln, an der Geschichte der Erforschung der Gotik, insbesondere der gotischen Baukunst. Dabei lässt sich exemplarisch ein weites Panorama von Methoden und Deutungen studieren: die abschätzige Verurteilung dieser Baukunst als barbarisch im 16. Jh., die national-romantische Inanspruchnahme im 18./19. Jh., die Konzentration auf statisch-technische Probleme oder auf die „Entwicklung“ von Wölbungs- und Maßwerkformen im 19. Jh. ebenso wie die Deutung der Gotik und insbesondere „der Kathedrale“ als Ausdruck bestimmter geistesgeschichtlicher, philosophischer oder theologischer Haltungen, Ansprüche und Vorstellungen. Insofern bietet das Seminar nicht nur die Gelegenheit, wichtige Autoren und deren Positionen kennen zu lernen, sondern ebenso die, mit verschiedenen Methoden vertraut zu werden.
Das Seminar wird demnach vor allem eine Analyse und Interpretation wissenschaftlicher Texte zu leisten haben. Die Bereitschaft, diese Texte kontinuierlich für jede Sitzung zu lesen, ist daher Voraussetzung für eine Teilnahme an diesem Seminar. Die Auswahl der Texte und die Verteilung der Aufgaben erfolgt in der ersten Sitzung.
|
| * |
* |
Literatur:
- Bruno Reudenbach, Artikel: Gotik, in: Ulrich Pfisterer (Hrsg.), Metzler Lexikon Kunstwissenschaft. Ideen, Methoden, Begriffe, Stuttgart / Weimar 2003, S. 126-129
|
| * |
|
| Bruno Reudenbach |
| 56-641 |
Mittelalter-Kolloquium |
| * |
|
| * |
Vorbesprechung: Do 16.04.2009, 18:15 h |
| Das Mittelalter-Kolloquium ist als Experiment gedacht und soll der Versuch sein, im rigiden Raster der Module einen kleinen Freiraum für am Mittelalter interessierte TeilnehmerInnen zu schaffen. Nicht an ein unverbindliches Plauderstündchen ist gedacht, aber an ein Angebot ohne Leistungspunkte, ohne Modulzuordnung und ohne vorgegebenes Programm! Es könnten beispielsweise Themen, die Sie immer schon einmal behandelt wissen wollten, bearbeitet, Ausstellungen und Museen besucht, wichtige Neuerscheinungen besprochen oder Kurzexkursionen durchgeführt werden. |
| Themenvorschläge sind jederzeit willkommen, gerne auch per e-mail: reudenbach@kunstgeschichte.uni-hamburg.de |
* |
| Das Kolloquium steht Studierenden ab dem 3. Semester offen. Es wird etwa einmal im Monat stattfinden. Termine und Themen werden bei der Vorbesprechung festgelegt. |
| * |
|
| Pablo Schneider |
| 56-634 |
Konkurrenz und/oder Vorbild – Der Aufenthalt Gianlorenzo Berninis in Paris 1665 |
| 2st. Do 16.00-18.00, ESA W, Rm 119 |
|
| Seminar, AM2, VM1 |
* |
Am 2. Juni 1665 erreicht der Universalkünstler Gianlorenzo Bernini Paris. Als der Vertreter des römischen Barock war er von Papst Alexander VII. Chigi dem französischen König Ludwig XIV. zum erzwungenen diplomatischen Geschenk auf Zeit gemacht worden. Die fünf Monate in Paris wurden zu einer besonderen Zeit angefüllt von künstlerischer Produktion, kunsttheoretischen Erörterungen und Intrigen ungeahnten Ausmaßes. Dokumentiert wurde dies von Paul Fréart de Chantelou in seinem dem Aufenthalt gewidmeten Tagebuch. In dieser einzigartigen Quelle des 17. Jahrhunderts, die den Dreh- und Angelpunkt des Seminars bilden wird, lassen sich nicht nur Vorstellungen davon beobachten, was Konkurrenz und/oder Vorbild bedeuten mag. Auch kann der Frage nachgegangen werden, ob beispielweise die französische Seite nicht gerade eine beeindruckende Inszenierung dieser Situation betrieb, den Ausgang zu ihren Gunsten mit einkalkulierte und minutiös vorbereitete. Durch die im Tagebuch aufgerufenen Protagonisten, wie etwa Charles Le Brun, Nicolas Poussin oder Claude Perrault, soll das Image Roms und die angestrebte Rolle von Paris beschrieben und anhand von Werken der Malerei, Skulptur und Architektur untersucht werden. Denn der Hauptgrund für Berninis „Einladung“ war es, einen Entwurf für die Ostfassade des Louvre vorzulegen, die prominenteste Bauaufgabe, welche Frankreich um 1665 zu vergeben hatte. Neben der Arbeit hieran fertigte Bernini zusätzlich eine Porträtbüste Ludwigs XIV. an, deren Entstehungsprozeß sowie dessen Inszenierung – in einem ganz modernen Sinne – durch Chantelou unmittelbar dokumentiert wurde.
Durch den Aufenthalt Ginalorenzo Berninis in Paris läßt sich der Frage nach Konkurrenz und/oder Vorbild anhand unterschiedlicher Werke nachgehen. Aber ebenso wird das Seminar mit dem Ziel der Begriffsschärfung diskutieren, was am Beispiel dieser zwei Städte als barocke Kunst im 17. Jahrhundert aufgefaßt werden kann.
|
| bei Fragen zum Seminar erreichen Sie mich vorab per E-Mail: pablo.schneider@rz.hu-berlin.de |
* |
Literatur:
-
Blunt, Anthony: Art and architecture in France. 1500 – 1700. New Haven 51999
-
Erben, Dietrich: Paris und Rom. Die staatlich gelenkten Kunstbeziehungen unter Ludwig XIV. Berlin 2004; Ders.: Die Kunst des Barock. München 2008
-
Lavin, Irving: Visible spirit. The art of Gian Lorenzo Bernini. London 2007
-
Panofsky, Erwin: Was ist Barock? Berlin 2005
-
Reinhardt, Volker / Büchel, Daniel (Hrsg.): Modell Rom? Der Kirchenstaat und Italien in der Frühen Neuzeit. Köln 2003
-
Rose, Hans: Das Tagebuch des Herrn von Chantelou über die Reise des Cavaliere Bernini nach Frankreich. München 1919
-
Schneider, Pablo / Zitzlsperger, Philipp (Hrsg.): Bernini in Paris. Das Tagebuch des Paul Fréart de Chantelou über den Aufenthalt Ginalorenzo Berninis am Hof Ludwigs XIV. Berlin 2006
-
Stanic, Milovan: Journal de voyage du cavalier Bernin en France. Paris 2001
-
Wittkower, Rudolf: Gian Lorenzo Bernini. The sculptor of the Roman baroque. London 1955
-
Wölfflin, Heinrich: Renaissance und Barock. Eine Untersuchung über Wesen und Entstehung des Barockstils in Italien. München 1888; Ders.: Kunstgeschichtliche Grundbegriffe. Das Problem der Stilentwicklung in der neueren Kunst. München 21917
|
mögliche Themenkomplexe für Referate und Hausarbeiten: Nicolas Poussin / Berninis Werke in Rom / Die Louvreplanungen und Entwürfe / Charles Le Brun / Antikenbild und -rezeption / Jean Warin (auch Varin) / Die Ikonographien Ludwigs XIV. / Berninis Porträt Büste Ludwigs XIV. / Simon Vouet / François Girardon / Jules Hardouin-Mansart – Invalidendom / Versailles |
|
| Charlotte Schoell-Glass |
| 56-614 |
Amerikanische Malerei des 19. Jahrhunderts |
| 2st. Mo 14.00-16.00, ESA W, Rm 119 |
|
| Seminar, AM3, VM1 |
LV-Beginn |
| Die amerikanische Malerei und Kunst des 19. Jahrhunderts wurden lange, wenn überhaupt, nur in den USA gewürdigt. Noch 1945 konnte der deutschstämmige Horst W. Janson auf seiner ersten Stelle als Kurator des Universitätsmuseums der Washington University in St. Louis, Missouri, 150 amerikanische Bilder des Museums verkaufen, um mit den so erlösten Dollars europäische klassische Moderne und Avantgarde anzukaufen. Heute wäre das schwierig, und sowohl in Europa wie sowieso in den USA werden die Bilder von John Trumbull, Gilbert Stuart, John Vanderlyn, Thomas Cole, Frederick Edwin Church, John Frederick Kensett, George Caleb Bingham, George Catlin, Emanuel Leutze oder Albert Bierstadt, Thomas Eakins oder Winslow Homer (um nur einige der Bekanntesten zu nennen) prominent ausgestellt, intensiv erforscht, und als wichtige historische und kunsthistorische Zeugnisse betrachtet. |
| * |
* |
Hinweise: Das Seminar soll die amerikanische Malerei, insbesondere die Landschaftsmalerei, des 19. Jahrhunderts und ihre Themen bekannt machen und zugleich auch die neueren Forschungsfragen vorstellen, die an die Bilder gestellt werden (können) und die sie in der enstehenden amerikanischen Gesellschaft mit ihren Gründungsmythen und -ideologemen verankern.
Gute Englischkenntnisse sind unerlässlich. Kurze Referate werden von allen Teilnehmern und Teilnehmerinnen erwartet, Hausarbeiten werden auf Wunsch vergeben.
|
Literatur:
- R. Hughes, Bilder von Amerika: die amerikanische Kunst von den Anfängen bis zur Gegenwart, München: Blessing, 1997 (Überblick)
- B. Novak, American Painting of the Nineteenth Century. Realism, Idealism, and the American Experience, 3. Auflage, Oxford: Oxford University Press, 2007.
- Dies., Nature and Culture. American Landscape and Painting 1825-1875, Oxford: Oxford University Press, 2007.
- Th. Gaehtgens und H. Ickstadt, American Icons. Transatlantic Perspectives on Eighteenth and Nineteenth Century Art, Chicago und Santa Monica: University of Chicago Press, 1992.
Zu Beginn des Semesters werden weitere Materialien (Bibliographie, Links) im Virtuellen Semesterapparat eingestellt und der übliche Semesterapparat in der Bibliothek aufgestellt.
Verteilung der Themen und Semesterplanung in der ersten Sitzung. |
|
| Charlotte Schoell-Glass |
| 56-619 |
Künstlerroman – Kunst und Kunstgeschichte in der Literatur |
| 2st. Do 10.00-12.00, ESA W, Rm 119 |
|
| Seminar, AM2, AM3, AM5, VM1 |
LV-Beginn |
| Die Geschichte der Kunst ist, bis heute, begleitet von einem spezifischen literarischen Kommentar, dem Künstler- oder vielmehr dessen Sonderform, dem Malerroman sowie von zahlreichen literarischen Texten, in denen die Rolle und der Status von Bildern reflektiert wird.Unzählige Beispiele der gesamten europäischen (auch der russischen) und amerikanischen Literatur widmen sich dem Thema, das aus Motiven der kunsthistorischen Biographik seit Vasari gespeist wird, diese aber weiterentwickelt und mit immer neuen Problemkreisen verbindet. Tatsächlich lassen sich auch nationale Eigenarten in den verschiedenen Traditionen ausmachen, die über die Rolle der Kunst, der Künstler und der Kunstkritik in den verschiedenen Gesellschaften Auskunft geben können. Auch die Gattungen der Künstlernovelle und –erzählung sowie der Künstleranekdote (schon im 15. und 16. Jahrhundert) begleiten die Malerromane, die mit Heinses Ardinghello (1787) – leicht anrüchig – einsetzen. Wie verhält sich die literarische Spiegelung zur wissenschaftlichen Kunstgeschichte? Wie verändert sich im Lauf der Zeit das Bild des Künstlers, insbesondere im 19. Jahrhundert? Welche Aspekte werden in Künstlerromanen und -erzählungen des 20. Jahrhunderts betont, und was macht sie immer noch interessant für Autoren und die lesende Öffentlichkeit (etwa: John Updike, Seek my Face, 2003)? |
| * |
* |
Hinweise: Das Seminar ist nur für diejenigen Studierenden interessant, die gerne viel lesen und möglichst ausser Deutsch eine weitere Sprache können. Lektüre wird in der ersten Sitzung verteilt. |
Literatur:
- E. Kris, O. Kurz, Die Legende vom Künstler, Wien: Krystall-Verlag, 1934
- Th. R. Bowie, The Painter in French Fiction, (Univ. of North Carolina Studies in the Romance Languages and Literatures 15),
- Chapel Hill: Univ. of North Carolina, 1950
- K. Brams, Erfundene Kunst. Eine Enzyklopädie fiktiver Künstler von 1605 bis heute, (Die andere Bibliothek), Frankfurt a. M.: Eichborn, 2003
- M. Mai, Bilderspiegel – Spiegelbilder. Wechselbeziehungen zwischen Literatur und bildender Kunst in Malerromanen des 20. Jahrhunderts (Epistemata. Würzburger wissenschaftl. Schriften, Reihe Literaturwissenschaft 325), Würzburg: Königshausen und Neumann, 2000
- A. Rieger, Alter Ego. Der Maler als Schatten des Schriftstellers in der frz. Erzählliteratur von der Romantik bis zum Fin de siècle (Pictura und Poesis 14), Köln, Weimar: Böhlau, 2000
Zu Beginn des Semesters werden weitere Materialien (Bibliographie, Texte, Links) im Virtuellen Semesterapparat eingestellt und der übliche Semesterapparat in der Bibliothek aufgestellt.
Verteilung der Themen und Semesterplanung in der ersten Sitzung.
|
|
| Martina Sitt |
| 56-603 |
Kunstwerke des 14.-19. Jahrhunderts im Blick und die kunsthistorische Methodik
auf dem Prüfstand
|
| 2st. Fr 14.00-16.00, ESA C (Erwin-Panofsky-Hörsaal) |
Beginn: Freitags - 17.4, Zusatztermin Fr. 5.6. und 13.6. als Studientag |
Im Zuge der Publikation des Bestandskatalogs der Hamburger Kunsthalle wurden zahlreiche Forschungsfragen zu Werken aus dem Sammlungsbestand angeregt. Die Vorlesung vermittelt anhand ausgewählter Kunstwerke einen Überblick, welche Fragen an die Werke gestellt werden bzw... sich während der Analyse und Bildinterpretation entwickeln, welche Forschungsansätze hierfür in Betracht gezogen werden können und wie die Quellenlage beschaffen ist.
Dadurch ergibt sich gleichermaßen ein Einblick in die Museumsarbeit wie auch ein Überblick über die methodischen Ansätze, die vorgestellt werden. Hierzu werden die Hauptwerke des Mittelalters der Kunsthalle - Meister Bertram und Francke sowie die Tafeln aus dem Umkreis des Göttinger Barfüßeraltars als auch um 1500 ein ungewöhnlicher Fall von Bildzusammenführung bei Jan Baegert präsentiert.
Der zweite Schwerpunkt der Beispiele liegt im 17. und 18. Jahrhundert: auf eine Nachlese zur Stillleben-Ausstellung (die Hamburger Maler 2009 in Rom) ein Vorblick auf die Recherchen zur Ausstellung der Marinemalerei sowie Fragen zu der Himmelfahrt Mariens von Rubens und der Beweinung von Pompeo Batoni (Ausstellungen Herbst/Winter 2008) sowie aktuelle Forschungen zu Sebastiano Ricci. Ein ergänzender und verpflichtender Studientag 13.6. wird im Gespräch mit Prof. Peter Klein (Institut für Holzbiologie, Universität Hamburg) zu Fragen der Dendrochronologie und der Kooperation mit anderen Wissenschaften in der Universität beginnen und anhand der Originale in der Kunsthalle fortgesetzt.
These lectures will present new results of the museum work of 2007/2008. Researching for the new inventory catalogue of the Hamburger Kunsthalle a lot of questions arouse concerning paintings of the 14th-19th century. These new approaches to the paintings will be visualised and discussed in the realm of all its methodological consequences. This widens the eye for all categories of both technological research and museum everyday work. Beginning with main works of the late middle ages some new results of interdisciplinary cooperation for Meister Bertram and Francke or for instance concerning Jan Bagaert can be introduced. Second I would like to emphasize some special cases of the 17th and 18th century, where recent exhibition projects provided new insights. We will discuss especially an ambitious exhibition on painters from Hamburg in Rome (starting march 2009), on main questions concerning the assumption by Rubens (exhibition closed in January) as well as the new presentation of the lamentation by Pompeo Batoni and the question of provenance of the Sebastiano Ricci.
|
| ggf. Email |
ggf. Links |
| Hinweise |
| Literatur |
|
| Maike Steinkamp |
| 56-620 |
Fotografie und Presse |
| 2st. Di 10.00-12.00, ESA W, Rm 120 |
|
| Seminar, EM2, AM3, AM5 |
Beginn: 7. April 2009 |
In den 1920er Jahren erlebte die Pressefotografie durch die Verbesserung der technischen Voraussetzungen und die Entwicklung neuer Kameratypen einen Durchbruch. Innerhalb weniger Jahre erschienen in ganz Europa und Amerika eine Vielzahl von illustrierten Zeitschriften und Magazinen, die sich massiv der Fotografie als Medium bedienten und durch diese Verwendung eine völlig neue Bildsprache schufen. Der geschriebene Text verlor an Dominanz, das Bild wurde in Form von einzelnen Aufnahmen, Bildsequenzen, Fotoreportagen und -montagen zum wichtigsten Faktor der Nachrichtenvermittlung. Fotografen wie Erich Salomon, Martin Munkásci, Alexander Rodtschenko, Robert Capa, Margaret Bourke-White oder Henri Cartier-Bresson hielten politische und gesellschaftliche Ereignisse fest, reisten in ferne Ländern, gingen als Kriegsreporter an die Front, dokumentierten soziale Probleme oder berichteten über Mode, Sport und Kultur. Die Fotografen erschlossen neue Themenbereiche, nahmen ungewöhnliche Perspektiven und Standpunkte ein, griffen fotografische Strategien des "Neuen Sehens", der Dokumentar- und Sachfotografie auf und entwickelten eine Bildsprache, die das Medium Fotografie und die illustrierte Presse maßgeblich prägte.
Im Rahmen des Seminars soll die Entwicklung der Fotografie in der Presse seit dem Ende des 19. Jahrhunderts bis in die Nachkriegszeit in den Fokus genommen werden. Exemplarisch sollen anhand einzelner Protagonisten, Zeitschriften und Themenbereiche die Veränderungen des Mediums hinsichtlich der Motive, der Art der Darstellung, der Verwendungsweise und Funktion in der Presse behandelt werden. Das journalistische Foto soll dabei nicht isoliert, sondern innerhalb seines Kontextes betrachtet werden. Untersucht werden neben den fotografischen Qualitäten und Charakteristiken der Bilder, das Verhältnis von Text und Foto, die Nutzung von Typographie sowie die Anordnung und Kombination von Fotografien in den illustrierten Blättern. Auch die Adressaten sollen ebenso wie Retusche, Manipulation, Zensur und Propaganda nicht unberücksichtigt bleiben.
Diese und andere Themen sollen im Rahmen des Seminars sowohl in Form von Referaten als auch anhand theoretischer Texte diskutiert werden. Voraussetzung für einen Leistungsnachweis (2+4 Punkte) ist die Übernahme eines Referats, kontinuierliche Mitarbeit und das Verfassen einer Hausarbeit. Für einen benoteten Teilnahmeschein (2+2 Punkte) ist die Übernahme eines Kurzreferats oder von zwei Stundenprotokollen verpflichtend.
|
| * |
* |
Literatur:
-
Walter Benjamin: Kleine Geschichte der Fotografie, 1931 (im Semesterapparat)
-
Siegfried Kracauer: Die Fotografie, 1927 (im Semesterapparat)
-
Tim Gidal: Deutschland. Beginn des modernen Photojournalismus, Franfurt/Main 1972.
-
Kiosk. Eine Geschichte der Fotoreportage. 1839-1973, hg. von Robert Lebeck und Bodo von Dewitz, Ausstellungskatalog, Museum Ludwig, Agfa Foto-Historama, Köln 2001.
-
Rolf Sachsse: Fotografie, Vom technischen Bildmittel zur Krise der Repräsentation, Köln 2003.
|
| * |
|
| Gia Toussaint |
| 56-626 |
Jerusalem – Konstantinopel - Rom |
| 2st. Di 12.00-14.00, ESA W, Rm 120 |
|
| Seminar, AM1, VM1, MASt-V3, MASt-A4 |
* |
| Im Mittelpunkt des Seminars stehen drei Metropolen mit wechselvoller Geschichte. Mannigfaltigen politischen, religiösen und wirtschaftlichen Einflüssen ausgesetzt, sind diese Städte seit Jahrhunderten Schmelztiegel unterschiedlicher Kulturen und Religionen, die in der einen oder anderen Weise ihr Erscheinungsbild bestimmen. Dieser Prozess überdauerte die Zeitläufte und hält bis heute an. Dennoch kann eine Epoche namhaft gemacht werden, die für alle Städte von zentraler Bedeutung war: die Etablierung des Christentums in der Spätantike. Konstantinopel, das heutige Istanbul, verdankt diesem Zeitraum seine Gründung, Jerusalem und Rom richtungweisende Kirchenbauten. Die Wiege der im Mittelalter gültigen Grundlagen der Sakral- und Imperialarchitektur Mitteleuropas stand im Osten; aber auch in der westlichen Schatzkunst lassen sich zahlreiche östliche Einflüsse ablesen. Im Seminar sollen neben der Geschichte und Topographie der einzelnen Orte exemplarische Denkmäler unter Berücksichtigung ihrer Veränderung und Rezeption behandelt werden. |
| * |
* |
Hinweis: In den Sitzungen im April sollen Einführungsreferate zur Geschichte und Topographie der jeweiligen Stadt gehalten werden: 14. April: Jerusalem; 21. April: Rom; 28. April: Konstantinopel. Interessenten für diese Referate können sich bei mir im März melden: gia.toussaint@uni-hamburg.de. Weitere Referate werden in der ersten Sitzung vergeben. |
Die Literatur zu den Städten ist äußerst umfangreich; spezifische Literaturhinweise werden im Zusammenhang mit den einzelnen Themen gegeben. Zur Orientierung eignen sich:
-
Richard Krautheimer: Rome. Profile of a City, Princeton 1980 (dt. Ausgabe: Rom. Schicksal einer Stadt, München 1987 (2. Aufl.).
-
Max Küchler, Jerusalem. Ein Handbuch und Studienreiseführer zur Heiligen Stadt, Göttingen 2007.
-
Peter Schreiner, Konstantinopel. Geschichte und Archäologie, München 2007 (Beck Wissen).
-
Johannes G. Deckers, Die frühchristliche und byzantinische Kunst, München 2007 (Beck Wissen).
|
|
| Monika Wagner |
| 56-608 |
Visuelle Argumente: Bilder in Medien der Kunstgeschichtsschreibung |
| 2st. Di 14.00-16.00, ESAW, Rm 119 |
|
| Hauptseminar, VM1 |
Beginn: 7.4. |
| Wenn Bilder für Kunsthistoriker Argumente sind, dann ist es wichtig zu verstehen, wie sie eingesetzt werden. Das Hauptseminar setzt Kenntnisse in der Kunstgeschichte und ihren Methoden voraus. Analysiert werden soll der Einsatz von Bildern in unterschiedlichen Medien der Kunstgeschichtsschreibung des 20. Jahrhunderts. Zu ermitteln ist, ob, bzw. inwiefern unterschiedliche Methoden der Kunstgeschichte spezifische visuelle Argumentationstechniken privilegieren oder gar entwickelt haben. Am Beispiel relevanter Texte unterschiedlicher methodischer Provenienz - unter Einbeziehung von Zeitschriften, Fotobüchern, populären Reihenwerken und elektronischen Medien - werden Auswahl, Anordnung, formale Gestaltungen und Funktionen der Bilder untersucht. Dies erfolgt im Bewußtsein der Medienumbrüche des 20. Jahrhunderts und der mit ihnen einher gehenden Veränderungen von Sehgewohnheiten.
Von den TeilnehmerInnen werden selbstständige, empirische Untersuchungen erwartet. Die Arbeitsergebnisse werden in Form von Referaten vorgestellt und diskutiert.
|
|
|
Literatur:
- Gottfried Boehm: Jenseits der Sprache? Anmerkungen zur Logik der Bilder, in: Ders.: Wie Bilder Sinn erzeugen. Die Macht des Zeigens, Berlin 2007, S. 43-53.
|
| * |
|
| Monika Wagner |
| 56-601 |
Kunst seit 1945: Von der „Weltsprache Abstraktion“ zu den Idiomen der Welt |
| 2st. Mo 17.00-19.00, ESA C (Erwin-Panofsky-Hörsaal) |
|
| Vorlesung, EM2, EM3, AM3, AM 5, VM1 |
Beginn: 6.4. |
| Zwischen 1945 und heute haben sich die bildenden Künste nicht nur in ihrer Medialität und Materialität verändert sowie in ihren Funktionen modifiziert; vielmehr hat sich auch das Gegenstandsfeld zeitgenössischer Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg von Europa über die USA auf die gesamte Welt ausgedehnt. Die vielfältigen Umstrukturierungen haben die Debatten geprägt sowie Fragestellungen und Herangehensweisen beeinflußt. Die Vorlesung befasst sich mit den grundlegenden Verschiebungen von der Abstraktion als „idioma universal“, die unter Bezug auf die Positionen der „klassischen Moderne“ nach 1945 aus europäischer - insbesondere deutscher - Perspektive entwickelt wurde, zu nationalen und regionalen Kunstformen im Dienste der Konstruktion „kultureller Identitäten“ in einer globalisierten Welt.
Eine Abschlußklausur ist möglich.
|
| * |
* |
Literatur:
-
Werner Haftmann: Malerei im 20. Jahrhundert, München 1954.
-
Laszlo Glozer: Westkunst. Zeitgenössische Kunst nach 1939, Köln 1981.
-
Rosalind Krauss: The Originality of the Avant-Garde and Other Modernist Myths, Cambridge/Mass., London 1986.
-
Craig Owens: Beyond Recognition. Representation, Power, and Culture, Berkeley, Los Angeles, Oxford 1992.
-
Hans Belting, Lydia Haustein (Hg.): Das Erbe der Bilder. Kunst und moderne Medien in den Kulturen der Welt, München 1998.
-
Monika Wagner: Das Material der Kunst. Eine andere Geschichte der Moderne, München 2001.
Uwe Schneede: Die Geschichte der Kunst im 20. Jahrhundert: Von den Avantgarden bis zur Gegenwart, München 2001.
-
Caroline A. Jones: Eyesight Alone. Clement Greenberg’s Modernism and the Bureaucratization of the Senses, Chicago, London 2005.
-
W.J.T. Mitchell: Eine Theorie der visuellen Kultur, München 2005.
Kataloge der documenta 1-12
|
| * |
|
| Monika Wagner |
| 56-611 |
Sammeln, Ordnen, Zeigen. Kunstsammlungen in Hamburg (max 20 TN) |
| 3st. Fr 10.00-13.00 und nach Vereinbarung, ESA W, Rm 120 |
|
| Seminar, EM2, AM3, AM4, (max 20 TN) |
Beginn: 24.4 |
Nach einer Einführung in die Geschichte des Sammelns, Ordnens und Ausstellens von Kunst wird die Geschichte einzelner Hamburger Kunstsammlungen erarbeitet. Zunächst stehen private Sammlungen, die in die Hamburger Kunsthalle eingegangen sind, zur Debatte; es sind Kriterien des Sammelns zu erörtern und die gegenwärtige Präsentation im Kontext der Kunsthalle zu ermitteln. Die Interessen der Sammler sollen rekonstruiert und das Verhältnis von privater Sammlung und öffentlicher Ausstellung untersucht werden. Danach ist im zweiten Teil des Seminars neben der Erkundung des Ernst-Barlach-Hauses, einem frühen Sammlermuseum, vorgesehen private Sammlungen moderner und zeitgenössischer Kunst in einzelnen Arbeitsgruppen kennen zu lernen. Sammler sollen interviewt sowie Formen der privaten und öffentlichen Präsentation ermittelt und verglichen werden.
Das Seminar setzt absolute Verbindlichkeit der TeilnehmerInnen voraus und erfordert zugleich zeitliche Flexibilität, da einzelne Privatsammlungen auch an anderen Tagen/Wochenenden besucht werden.
|
| * |
* |
Einführende Literatur:
-
Walter Benjamin: Der Sammler in: Ders.: Gesammelte Schriften, Bd. V.1: Das Passagenwerk, S. 269-280.
Ein Hamburger sammelt in London. Die Freiherr J.H. von Schröder-Stiftung 1910, Hamburger Kunsthalle 1984.
-
Die Sammlung Hermann-Josef Bunte. Deutsche Malerei im XX. Jahrhundert, Ausstellungskatalog der Hamburger Kunsthalle, Hamburg 1999.
-
Private Schätze. Über das Sammeln von Kunst in Hamburg bis 1933, Ausstellungskatalog der Hamburger Kunsthalle, hg. von Ulrich Luckhardt, Uwe Schneede, Hamburg 2001.
-
Konzeptkunst in der Hamburger Kunsthalle. Die Sammlung Elisabeth und Gerhard Sohst, Hamburger Kunsthalle 1997.
-
Klopfen. Sammlung Falckenberg, hg. von Zdenek Felix, Regensburg 2001
|
| * |
|
| Monika Wagner |
| 56-629 |
Realien, Materialien, Techniken |
| 2st. Di 10.00-12.00, ESA W, Rm 119 |
|
| Einführungsseminar, EM1, EM2, EM3 |
Beginn: 7. 4 |
Das Einführungsseminar befasst sich mit Herstellungsweisen und Materialien von Werken der bildenden Künste, insbesondere der Malerei, Skulptur und Installationskunst. Dabei geht es nicht allein um die technische und materielle Beschaffenheit der Werke, sondern auch um die Frage, inwieweit Techniken und Materialien an der Generierung von Bedeutung beteiligt sind. Erkundungen in Hamburger Museen, im öffentlichen Raum und Recherchen im Materialarchiv des Seminars sind vorgesehen.
Teilnahmevoraussetzungen sind die begleitende Lektüre und die Vorbereitung von Kurzreferaten.
Eine Abschlußklausur ist möglich.
|
| * |
* |
Einführende Literatur:
-
Nicolas Penny: The Materials of Sculpture, New Haven, London 1993.
-
Anne Hoormann, Karl Schawelka: Who’s afraid of . . . Zum Stand der Farbforschung, Weimar 1998.
-
Monika Wagner: Das Material der Kunst. Eine andere Geschichte der Moderne, München 2001.
-
Lexikon des künstlerischen Materials. Werkstoffe der modernen Kunst von Abfall bis Zinn, hg. von Monika Wagner, Dietmar Rübel, Sebastian Hackenschmidt, München 2002.
|
| * |
|
| Isabella Woldt |
| 56-633 |
Residenzstadt: Prag (mit Exkursion) |
| 3st. Fr. 14.00-17.00, 14täglich, ESA W, Rm 120 – Beginn 17.04. |
|
| Seminar, AM1, AM2, VM1, Ex |
LV-Beginn |
| Während im Mittelalter der Landesherr stets ein Reisender war, dem seine Verwaltungsorgane folgten und der zahlreiche eigene und fremde Burgen auf Zeit bezog, wird der Herrscherhof etwa seit dem 13. Jahrhundert sesshaft – es entwickelt sich die so genannte Residenzstadt als Mittelpunkt des politischen Lebens, als Herrschaftszentrum, von dem aus die Herrschaftsträger mit ihren Organen die Geschicke des Landes koordinieren und in denen sie sich selbst in einer repräsentativen Form darstellen; als Ort von dem sich das politisch-herrschaftliche und kulturelle Leben des Landes verdichtet und auf das ganze Land ausstrahlt.
Am Beispiel der mitteleuropäischen Metropole Prag soll im Seminar das Konzept einer spätmittelalterlichen bzw. frühneuzeitlichen Residenzstadt erläutert werden, denn auch Prag wurde ab dem 13. Jahrhundert Residenzstadt, zuerst der Böhmischen Herrscher und ab dem 14. Jahrhundert de facto auch des Heiligen Römischen Reiches.
An ausgewählten Beispielen aus Prager Kunst und Architektur wird zunächst die höfische und aristokratische Repräsentation in der Residenzstadt behandelt. Der Blick auf profane und sakrale Zeremonienwege (Königsweg, Triumphzüge) sowie auf die in und durch die Bezirke verlaufenden Handelswege soll helfen auch das Verhältnis zwischen höfisch-aristokratischer und bürgerlicher Repräsentation und Kunstpolitik in einer Residenzstadt zu analysieren.
Voraussetzung für den Erwerb eines Leistungsnachweises ist kontinuierliche Anwesenheit, aktive Mitarbeit und die Vorbereitung eines Referates. Im Rahmen des Seminars wird eine mehrtägige Exkursion nach Prag stattfinden (Anfang August oder Ende September 2009). Die Teilnehmerzahl ist hier auf 20 Personen begrenzt. Voraussetzung für die Teilnahme an der Exkursion ist eine erfolgreiche Bewerbung (s. unten), eine erfolgreiche Teilnahme an der Seminarveranstaltung und eine mündliche Präsentation während der Exkursion.
|
| * |
* |
| Aufgrund der Beschränkung der Teilnehmerzahl sollen für die Exkursion schriftliche Kurzbewerbungen bis Ende März 2009 im Geschäftszimmer des Kunstgeschichtlichen Seminars eingereicht werden. Folgende Informationen sind notwendig: Hauptfach (Semesterzahl), Nebenfach (Semesterzahl); Teilnahme an von Dozenten betreuten längeren Exkursionen; kurzer Motivationsbrief; Hinweis auf Tschechischkenntnisse - wenn vorhanden.
Die Auswahl der Exkursionsteilnehmer wird dann unter Miteinbeziehung eines studentischen Tutors erfolgen. |
Literaturhinweise:
-
Rudolf II. and Prague. The Court and the City, hrg. v. Eliska Fucikova, u. a., London 1997.
-
Thomas DaCosta Kaufmann: Höfe, Kloster und Städte. Kunst und Kultur im Mitteleuropa 1450-1800, Köln 1998.
-
Milan Pavlik und Vladimir Uher: Barockarchitektur in Prag, Amsterdam 1998.
-
Krakau, Prag und Wien: Funktionen von Metropolen im frühmodernen Staat, hrg. v. Marina Dmitrieva, Karen Lambrecht, Stuttgart 2000.
-
Karl IV. Kaiser von Gottes Gnaden: Kunst und Repräsentation des Hauses Luxemburg 1310-1437, hrg. v. Jiri Fajt, München 2006.
|
|
| Hendrik Ziegler |
| 56-612 |
Politische Karikatur: Zur Geschichte eines visuellen Kampfmediums |
| 3st. Mo 14.00-17.00, ESA W, Rm 120 – Beginn 4.5. |
|
| Seminar, EM2, AM2, AM3 |
* |
Karikaturen und diffamierende Bilder – meist nicht nur einfache humoristische Zeichnungen, sondern komplexe Kombinationen aus Bild und Text – wurden seit dem frühen 16. Jahrhundert als visuelles Kampfmittel zur Durchsetzung bestimmter politischer Interessen eingesetzt; im England des 18. und im Frankreich des 19. Jahrhunderts erreichte die Gattung schließlich ihren künstlerischen Höhepunkt. Das Seminar möchte der Geschichte der politischen Karikatur anhand ausgewählter Beispiele vom 16. bis zum 20. Jahrhundert nachgehen: von den Druckgraphiken aus der Zeit der Religionskriege über Blätter des Dreißigjährigen Krieges bis hin zu den entlarvenden Druckgraphiken auf das englische Königshaus aus der Hand von James Gillray oder den Attacken Honoré Daumiers auf den französischen Bürgerkönig oder den Karikaturen auf Adolf Hitler von John Heartfield.
Besondere Aufmerksamkeit soll dabei auch der Entwicklung des Rechts geschenkt werden, insbesondere des Persönlichkeitsschutzes (der Herrscher) und des Urheberrechts (der Künstler). Während der Einführungsveranstaltung wählen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer jeweils eine Karikatur oder eine Gruppe von Blättern aus, die sie dann im Laufe des Seminars immer wieder unter verschiedenen Fragestellungen betrachten und vorstellen: kompositorischer Aufbau, Diffamierungsstrategien, Relation von Text und Bild, angewandte künstlerische Techniken, Erläuterung des historischen Kontexts, Verbreitung und Vermarktung, Rezeption und Reaktion bei den Zeitgenossen, ikonographische Vorbilder und Nachwirkungen…. Angestrebt wird, dass im Seminar ein kontinuierlicher Dialog über die Blätter geführt wird, der Kontinuitäten und Diskontinuitäten innerhalb der Entwicklung der Gattung Karikatur offenlegen wird.
|
| * |
* |
Grundlegende Literatur:
-
Ernst H. Gombrich u. Ernst Kris, Caricature. With 16 colour plates and 19 illustrations in black and white, Harmondsworth 1940
-
Werner Hofmann, Die Karikatur. Von Leonardo bis Picasso, Wien 1956
-
Konrad Hoffmann, Das Bild als Kritik, in: Funkkolleg Kunst. Eine Geschichte der Kunst im Wandel ihrer Funktionen, hg. v. Werner Busch, 2 Bde., München 1987, Bd. II, S. 507-531
-
Bild als Waffe. Mittel und Motive der Karikatur in fünf Jahrhunderten, hg. v. Gerhard Langemeyer u. a., Ausstellungskatalog, Hannover, Wilhelm-Busch-Museum, 7.10.1984-2.1.1985 u. a., München 1984
-
Klaus Herding u. Rolf Reichardt, Die Bildpublizistik der Französischen Revolution, Frankfurt a. M. 1989
-
Politische Karikatur. Zwischen Journalismus und Kunst, hg. v. Dietrich Grünewald, Weimar 2002
|
| * |
|