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Wissenschaftliche Mitglieder
Professoren
Dr. Matthias Jantzen; Dr. Manfred Kudlek; Dr. Carl Adam Petri (Ehrenprofessor); Dr. Rüdiger Valk
Hochschulassistenten/Assistenten/wiss. Mitarbeiter
Bernd Farwer (seit Okt. 94); Dr. Dirk Hauschildt (bis Sept. 96); Dr. Bernd Kirsig; Olaf Kummer (seit Juli 96); Dr. Daniel Moldt; Mark-Oliver Stehr (seit Juni 96)
Gastwissenschaftler
Prof.Dr. Ludwig Czaja (Nov. 96 - Nov. 96); Prof.Dr. Pál Dömösi (Juli 96 - Juli 96); Prof.Dr. Sándor Horváth (März 96 - April 96); Prof.Dr. Mitkov Ruslan (Nov. 96 - Dez. 96); Prof.Dr. Josef Schwertner (Nov. 96 - Dez. 96)
Allgemeiner Überblick
Die schnelle technologische Entwicklung und der zunehmende Einsatz von Informatiksystemen machen theoretische Studien und Grundlagenforschung immer notwendiger. Ein wichtiger Schwerpunkt des Arbeitsbereichs TGI ist daher die Untersuchung von komplexen Systemen auf der Grundlage formaler Modelle. Dabei stehen folgende Problemkreise im Vordergrund: korrekte Darstellung (Syntax), inhaltliche Korrektheit (Semantik), Erfüllung von Spezifikationen (Verifikation), effiziente Realisierung (Komplexität). Der Arbeitsbereich ist darüber hinaus an der nichtformalen Informatik-Grundlagenforschung beteiligt (Selbstverständnis, erkenntnistheoretische und philosophische Bezüge, Auswirkungen von Problemen der Softwarekorrektheit).
Forschungsschwerpunkte
Praktisch alle Informatiksysteme basieren auf imperativen bzw. funktionalen Programmiersprachen oder Deduktionssystemen. Ihre Entwicklung beruht weitgehend auf Ergebnissen der Theoretischen Informatik. Während das Gebiet in der Lehre fast lückenlos dargestellt wird, findet in der Forschung eine Konzentration auf einige Teilgebiete statt.
Formale Sprachen und Kalküle
Abstrakte Modellbildungen sind erforderlich, um daran Lösungsparadigmen untersuchen und weiterentwickeln zu können. Deren Anwendbarkeit und Grenzen werden im Bereich der Formalen Sprachen und Kalküle studiert. Eingesetzt werden die Ergebnisse für Spezifikationen von Programmcode, Prozessen und Wissensrepräsentation. Modelle von Automaten, Grammatiken, Ersetzungskalkülen bzw. Deduktionssystemen stellen konkrete Studienobjekte dar, die in ihrer Mächtigkeit verglichen und zueinander in Beziehung gesetzt werden.
Berechenbarkeit und Komplexität
Gegenstand der Theorie der Berechenbarkeit ist es, Funktionen dahingehend zu untersuchen, ob sie durch ein algorithmisches Verfahren berechnet werden können. Um den Begriff Algorithmus festzulegen, ist ein mathematischer Formalismus erforderlich, der üblicherweise durch Turing-Maschinen gegeben ist. Das Hauptziel der Komplexitätstheorie ist es, grundlegende Aussagen zu machen, mit welchem Aufwand an Speicherplatz und Rechenzeit algorithmische Probleme auf einer Maschine gelöst werden können. Von besonderer Wichtigkeit sind dabei untere Schranken, also Aussagen über den Mindestbedarf an Ressourcen, die erforderlich sind, um ein Problem auf einer Maschine zu lösen.
Nebenläufige Systeme und verteilte Algorithmen
Heutige Informatiksysteme erbringen Dienste vorwiegend durch kooperierende und kommunizierende Prozesse oder Rechner. Bei der Modellierung und Analyse der dabei auftretenden Erscheinungen und Probleme werden seit vielen Jahren erfolgreich Petrinetze eingesetzt. Höhere Petrinetze erlauben die konkrete Spezifikation und den detaillierten Entwurf sowohl sequentieller als auch nebenläufiger Systeme. Durch die Analyse ihrer Struktur und der Entwicklung von Analyseverfahren hat sich der Arbeitsbereich TGI einen internationalen Ruf erworben.
Softwaretechnischer Systementwurf von Petrinetzen
Das Programmieren im Großen erfordert spezielle Methoden der Strukturierung und Darstellung, des Versionen- und Projekt-Managements. Entsprechende Fallstudien und Verfahrenstechniken werden auf der Basis des Petrinetz-Konzeptes entwickelt.
Grundlagen der Informatik und Bezüge zu anderen Disziplinen
Der Arbeitsbereich hat sich wiederholt an Diskussionen über das Selbstverständnis der Informatik allgemein sowie über Paradigmenwechsel in der Softwareproduktion beteiligt. Einige Arbeiten befassen sich mit Bezügen zu erkenntnistheoretisch/philosophischen oder linguistischen Fragestellungen.
Wissenschaftliche Zusammenarbeit
Technische Ausstattung
Zur Ausstattung des Arbeitsbereichs gehören mehrere Workstations, darunter mehrere Farbgraphik-Workstation, sowie PC's für die Mitarbeiter und das Sekretariat.
Drittmittel 1996
| Fördereinrichtung | Betrag |
| MATCH (EU) | 75.000 |
| Gesamtförderung | 75.000 |
Periodische Veröffentlichungen
Petri Net Newsletter, Organ der GI-Fachgruppe 1.1.2 "Petrinetze und verwandte Systemmodelle"
Forschungsprojekte
| 18.110.01 | Kategorientheoretische Darstellung nebenläufiger Systeme |
| 18.110.02 | Hybridformen von Automaten |
| 18.110.03 | Petrinetzbibliographie |
| 18.110.04 | Algorithmen zur Analyse von Petrinetzeigenschaften |
| 18.110.05 | Komplexitätsanalyse einfacher Kalküle mit paralleler Komposition |
| 18.110.06 | Generatoren durchschnitts- und twistabgeschlossener Trios |
| 18.110.07 | Anwendung von Ergebnissen über Petrinetze in der Theorie der Matrixgrammatiken |
| 18.110.08 | Strukturelle Untersuchungen dünner Mengen in NSPACE(log n) |
| 18.110.09 | Struktureigenschaften formaler Sprachen |
| 18.110.10 | Allgemeine Charakterisierung von Sprachklassen und Ableitungssystemen |
| 18.110.11 | Kleine Universelle Turing-Maschinen |
| 18.110.12 | Probleme der Mathematischen Linguistik |
| 18.110.13 | Entwicklung von Metafont- und TEX-Systemen für nichtlateinische Schriften |
| 18.110.14 | Kalendersysteme und Chronologie |
| 18.110.15 | Begriffsbildung im Rahmen der Systemspezifikation |
| 18.110.16 | Semantiken für semiformale Spezifikationstechniken |
| 18.110.17 | Objektorientierte Analyse mit Petrinetzen |
| 18.110.18 | Systementwurf mit höheren Petrinetzen |
| 18.110.19 | Die Mächtigkeit von Mehrkopf-Automaten, insbesondere Vergleich verschiedener Modelle |
| 18.110.20 | Spezifikation und Verifikation im Rahmen der Typ-Theorie |
| 18.110.21 | Modellierung und Analyse von zeitlich beschränkten und hierachischen Systemen (Modelling and Analysis of Timed Constrained and Hierachical Systems - MATCH) |
| 18.110.22 | Formale Sprachen, Automaten und Petrinetze |
| 18.110.23 | Algebraic and Syntactic Methods in Computer Science (ASMICS II) |
| 18.110.24 | Objektorientierter Einsatz von höheren Petrinetzen in Systemanalyse, Entwurf und Spezifikation (ARC) |
| 18.110.25 | Dynamische Objekte in Petrinetzen |
| 18.110.26 | Modellieren und Verifizieren von nebenläufigen Systemen mit höheren Petrinetzen |
| 18.110.27 | Petrinetz-Werkzeuge als Grundlage der Modellbildung, Modellbewertung und Modellausführung |
| 18.110.28 | Concurrency Theorie |
| 18.110.29 | Selbstverständnis der Informatik |