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Zu den Projekten

Arbeitsbereich Angewandte und Sozialorientierte Informatik (ASI)

Vogt-Kölln-Straße 30, Haus D, 22527 Hamburg, Tel.: 54940-2425


Wissenschaftliche Mitglieder

Professoren
Dr. Horst Oberquelle; Dr. Bernd Page; Dr. Arno Rolf; Dr. Peter Schefe

Hochschulassistenten/Assistenten/wiss. Mitarbeiter
Yvonne Dittrich (bis März 96); Dr. Andreas Häuslein (bis Sept. 96); Dr. Lorenz Hilty (bis Sept. 96); Dr. Ralf Klischewski; PD Dr. Susanne Maaß; Dirk Martinssen (seit Okt. 94); Andreas Möller (seit April 95); Holger Mügge (seit April 95); Wiebke Oeltjen (seit April 95); Dr. Heidi Schelhowe (bis März 96); Ernestine Schikore (seit Juli 96); Angela Schwabl

Allgemeiner Überblick

Der Arbeitsbereich "Angewandte und sozialorientierte Informatik" (ASI) hat sich zur Aufgabe gestellt, möglichst integrativ spezielle Methoden der Angewandten Informatik und ausgewählte Anwendungen unter der Zielsetzung sozialverträglicher Gestaltung zu erforschen. Dazu zählt auch die Technikfolgenforschung und die Technikbewertung.
Insbesondere werden Software-Ergonomie, Organisations- und Kommunikationstechnologien und ihre Wirkungen, Simulationsmethoden, Umweltinformatik, Frauenforschung in der Informatik sowie Fragen zur wissenschaftstheoretischen und philosophischen Fundierung der Informatik behandelt.
Neben der inhaltlichen Kooperation zwischen den Forschungsschwerpunkten gehört auch eine enge personelle Kooperation bei internen Forschungsvorhaben und bei der Einwerbung von Drittmitteln zum Konzept des Arbeitsbereiches.

Forschungsschwerpunkte

Software-Ergonomie (H. Oberquelle, S. Maaß, W. Oeltjen)

Ziel dieses Schwerpunktes ist die Bereitstellung von Prinzipien, Methoden, Hilfsmitteln und Theorien für die benutzergerechte, aufgabenorientierte, organisationsangemessene und technikbewußte Gestaltung der Mensch-Computer-Interaktion (MCI) und deren Vermittlung in der Lehre. Die Hauptaktivitäten liegen in den Bereichen Perspektiven und Metaphern der MCI, Software-ergonomische Prinzipien, Werkzeuge für die Gestaltung der MCI, Multimedia-Einsatz und Software-ergonomische Evaluation. Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt liegt im Bereich der computerunterstützten Dokumentenerstellung.

Organisations- und Koordinationstechnologien (H. Oberquelle, A. Rolf, R. Klischewski, H. Schelhowe)

Ziel dieses Schwerpunktes ist das Studium von Anwendungen, Wirkungen und Gestaltungsmöglichkeiten, die sich beim Einsatz von vernetzten Rechnern in und zwischen Organisationen ergeben. Die behandelten Themen reichen von Leitbildern der Organisationsgestaltung und Rechnernutzung bis zu konkreten Fragen der Anwendungs- und Schnittstellengestaltung bei CSCW-Systemen und Groupware.

Umweltinformatik (B. Page, A. Rolf, A. Häuslein, L. Hilty, D. Martinssen, A. Möller, H. Mügge, E. Schikore)

In diesem Schwerpunkt der Angewandten Informatik werden Informatiksysteme im Umweltbereich zusammen mit verschiedenen Kooperationspartnern (Behörden, Umweltforschungsinstitute und Unternehmen) konzipiert und umgesetzt. Dazu gehören Softwarewerkzeuge für die Umweltmodellierung, die umweltbezogene Simulation von Verkehrs- und Logistiksystemen, die Entwicklung von Stoffstrommanagementsystemen sowie öffentliche und betriebliche Umweltinformationssysteme (z.B. Ökobilanzierungs- und Öko-Controlling-Systeme für Betriebe). Darüber hinaus werden die Wechselwirkungen von Informationstechnik und Umwelt analysiert (Ökologische Technikfolgenabschätzung).

Simulation (B. Page, A. Häuslein, L. Hilty, D. Martinssen, H. Mügge)

In diesem Schwerpunkt werden Informatikmethoden und -techniken wie graphische Benutzungsoberflächen, alternative Programmierparadigmen, objektorientierte Entwurfskonzepte sowie wissensbasierte Techniken in Hinblick auf ihre Verwendbarkeit für Simulationswerkzeuge untersucht und weiterentwickelt. Auf diesem Wege sollen neue Möglichkeiten einer weitreichenden Unterstützung von Simulationsanwendern, insbesondere solchen ohne spezielle Informatikkenntnisse, erschlossen werden.

Frauenforschung (Y. Dittrich, S. Maaß, H. Schelhowe)

Inhalt des Forschungsschwerpunktes ist die Beschäftigung mit der Situation von Frauen in der Informatik und den Gründen für ihre geringe Präsenz. Es wird darüberhinaus gefragt nach den symbolischen Zuschreibungen und "Vergeschlechtlichungen" von Gegenständen und Methoden der Informatik und nach strukturellen Ursachen für die geschlechtliche Arbeitsteilung im Zusammenhang der Anwendungen von Informationstechnologie.

Grundlagen der Angewandten Informatik (A. Rolf, P. Schefe, Y. Dittrich, R. Klischewski, H. Schelhowe)

Im Vordergrund steht die Frage nach den wissenschaftlichen Grundlagen der Angewandten Informatik. Untersucht und (weiter-)entwickelt werden theoretische Ansätze u.a. zum Gestaltungsbegriff, zum Verstehen des Anwendungskontextes der Informatik, zur Integration der Technikfolgenabschätzung sowie zu Anwendungsmethoden und -modellen. Neue Formen von Forschung und Lehre werden zur Diskussion gestellt und erprobt.

Philosophische Informatik (P. Schefe, Y. Dittrich)

Die Informatik, insbesondere die Softwaretechnik, entwickelt Mittel und Methoden zur Formalisierung und Automatisierung geistiger Tätigkeiten. Sie erzeugt Artefakte, die Handlungssysteme ersetzen oder modifizieren. Ihr massenhafter und vielfältig vernetzter Einsatz wirkt über die lokalen Kontexte hinaus tiefgreifend auf alle Bereiche der Kultur. Sowohl hinsichtlich ihrer Methodik, ihres Rekonstruktionsanspruchs, wie auch ihrer Wirkungen zeigt sie eine Universalität, die sie in ein besonderes Verhältnis zur bisher einzigen Universalwissenschaft setzt: der Philosophie. Die Philosophie versucht, eine möglichst umfassende Theorie der Wirklichkeit zu entwickeln. Sie fragt nach den Bedingungen der Möglichkeit ihrer Erkenntnis, nach ihren grundlegenden Strukturen, nach der Stellung des Menschen in der Wirklichkeit und nach den Motiven, Möglichkeiten, Wirkungen seiner Handlungen, sowie der Begründbarkeit seiner Wertvorstellungen. Sie entwickelt Argumentationsweisen, die sie von den Einzelwissenschaften emanzipieren, muß sie deren spezifische Erkenntnis- und Handlungsweisen doch zum Gegenstand ihrer Reflexion machen. Aufgrund vielfacher Gemeinsamkeiten stellt die Informatik für sie eine besondere Herausforderung dar. Eine Philosophische Informatik betreibt also Grundlagenreflexion, Methodenkritik, anthropologische sowie sozialorientierte Wirkungsanalyse und sucht nach einer humanen Orientierung der Gestaltung von Artefakten. Philosophische Informatik ist naturgemäß ein interdisziplinäres Unternehmen. Eine Zusammenarbeit mit Philosophen, Humanwissenschaftlern und Künstlern in Forschung und Lehre wird daher besonders gepflegt.

Kongreßorganisation

Horst Oberquelle: Organisation des 2. Intern. ENACT-Workshops, Warburg-Haus, Hamburg, (21.-23.8.1996)

Wissenschaftliche Zusammenarbeit

Anwendung in der Praxis

Weiterbildungsangebote

Technische Ausstattung

Der Arbeitsbereich ASI verfügt über je einen Macintosh-Rechner in allen Mitarbeiter-Arbeitsräumen und über zwei PC-Labore für spezielle Lehre-Projekte sowie für Studien-, Diplom- und Doktorarbeiten. In den PC-Räumen stehen vier leistungsfähige Macintosh-Rechner, fünf PCs sowie ein Sun Ultra Workstation und ein Drucker zur Verfügung. Ein Macintosh-Rechner wird als Multimedia-Arbeitsplatz mit entsprechender Ausstattung genutzt. Die Rechner sind in das Rechnernetz des Fachbereichs integriert. Der AB ASI verfügt weiterhin über eine Video-Ausrüstung mit zwei Videorecordern (PAL, PAL/NTSC), zwei Monitoren sowie einer Videokamera und Zubehör. Außerdem stehen in Drittmittelprojekten drei leistungsfähige Macintosh-Rechner, zwei PowerBooks, zwei Sun Workstations und zwei leistungsfähige Pentium-Rechner zur Verfügung.

Drittmittel 1996

FördereinrichtungBetrag
EU 12.900
Bund-Länder-Arbeitskreis Umweltinformationssysteme 235.000
BMBF 234.000
VW-Stiftung 880.000
Deutsche Telekom Forschungs- und Technologiezentrum 65.500
Deutsche Bundesstiftung Umwelt 469.000
Gesamtförderung 1.896.400


Forschungsprojekte

18.030.01Formale und normale Sprache bei Softwareentwicklung und Einsatz
18.030.02"Informationsgesellschaft", Technikfolgenabschätzung und Informatik
18.030.03ENACT: European Network for Appropriate Cooperation Technology
18.030.04Leitbilder, Perspektiven und Metaphern der Mensch-Computer-Interaktion
18.030.05Gestaltung von Benutzungsschnittstellen
18.030.06Software-Ergonomie in der Lehre
18.030.07Organisations- und Koordinationstechnologien
18.030.08Fortlaufende Bestandsaufnahme von Konzepten der Umweltinformationssysteme in Bund und Ländern im Auftrag des Bund-Länder-Arbeitskreises "Umweltinformationssysteme" (BLAK-UIS)
18.030.09Entwicklungsperspektiven telekommunikationsgestützter Umweltinformationssysteme
18.030.10Entwicklung von Nutzerführungssystemen für das Wattenmeerinformationssystem WATIS
18.030.11MOBILE - MOdel Base for an Integrative View of Logistics and Environment
18.030.12Entwicklung eines prototypischen Modellierungswerkzeugs für Emissionsprognosen im Verkehrsbereich
18.030.13Neuronale Netze in der Plankton-Prognose
18.030.14Simulationssoftware, insbesondere für den Umweltbereich
18.030.15Stoffstrommangement für mittelständische Filialenunternehmen
18.030.16Potentiale von Methoden der Technikfolgenabschätzung zur Analyse und Bewertung von Technikgeneseprozessen im Bereich Informationstechnologie
18.030.17Grundlagen der angewandten Informatik
18.030.18Methodenentwicklung für Stoffstrommangementsysteme
18.030.19Agenda 21 und Informatik
18.030.20Informatik und Ethik
18.030.21Hypermedia und Kultur
18.030.22Ontologische und erkenntnistheoretische Grundlagen der Softwaretechnik
18.030.23Erfahrung und Abstraktion - Frauenforschung in der Informatik

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