nächster Bericht
Zu den Projekten

Institut für Geophysik

Bundesstraße 55, 20146 Hamburg, Tel.: 4123-2973


Wissenschaftliche Mitglieder

Professoren
Dr. Seweryn J. Duda; Dr. Dirk Gajewski; Dr. Hans Bodo Hirschleber (bis März 96); Dr. Jürgen Klußmann; Dr. Jannis Makris; Dr. Wilfried Weigel

Wiss. Mitarbeiter
Dr. Gholamali Dehghani; Dr. Bernd Kummer (bis März 96); Dr. Ekkehart Tessmer (seit Jan. 94); Dr. Gisa Teßmer (bis Okt. 94)

Gastwissenschaftler
Prof.Dr. B. Kashtan; Prof.Dr. Dan Kosloff; Prof.Dr. Tatiana B. Yanovskaya (Jan. 94 - Febr. 94)

Allgemeiner Überblick

Im Institut für Geophysik sind 5 Professoren, 3 wissenschaftliche Mitarbeiter und 6 Angestellte des technischen und Verwaltungspersonals hauptamtlich tätig. Weitere 13 wissenschaftliche Mitarbeiter und 6 technische Angestellte sind mit Aufgaben in drittmittelfinanzierten Forschungsprojekten beschäftigt.
Z.Zt. werden etwa 100 Studentinnen und Studenten im Fachgebiet Geophysik ausgebildet, von denen eine große Zahl nach dem Vorexamen an den Forschungsaufgaben des Institutes mitarbeitet. Diese Aufgaben konzentrieren sich im wesentlichen auf drei Gebiete:


Auf diesen Gebieten wird in insgesamt fünf Arbeitsgruppen - dazu gehört die Erdbebenstation der Geophysikalischen Institute - Forschung betrieben. Zwei Gruppen beschäftigen sich schwerpunktmäßig in teils unterschiedlichen Zielrichtungen mit der Marinen Geophysik, dem gegenwärtigen Hauptthema des Instituts.

Forschungsschwerpunkte

Marine Geophysik

Die Aktivitäten erstrecken sich in: Grundlagenforschung, rohstoffbezogene Forschung, Instrumententwicklung in der Seismik, Entwicklung und Erprobung neuer Methoden zur Nutzung der Informationsinhalte geophysikalischer Daten.

Hauptziele der Grundlagenforschung sind:


Angewandte und Umwelt-Geophysik

Im Vordergrund steht das Studium von seismischen Wellenausbreitungsvorgängen mit Hilfe von numerischen Methoden in Hinblick auf aktuelle Fragestellungen zur Interpretation von Felddaten der angewandten Seismik.

Folgende Fragestellungen wurden untersucht:


Erdbebenseismik

Die Arbeiten erstrecken sich im wesentlichen auf folgende Bereiche:


Beobachtungsergebnisse werden zum internationalen Gebrauch im "Bulletin of the International Seismological Centre" veröffentlicht.

Wissenschaftliche Zusammenarbeit

Das Institut pflegt Kontakte zu einer großen Zahl in- und ausländischer Institute. Es bestehen Beziehungen zu den Ländern: Bolivien, China, Dänemark, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Indien, Indonesien, Iran, Irland, Israel, Italien, Kanada, Marokko, Norwegen, Pakistan, Peru, Rußland, S-Korea, Saudi-Arabien, Schweiz, Spanien, USA.

Nationale Kooperation wird zu folgenden geophysikalischen Institutionen gepflegt:

Anwendung in der Praxis

Die Ergebnisse geophysikalischer Meeresforschung können Hinweise für die Entstehung und Existenz von Rohstoffen geben (Hydrothermalgebiete: Erzlagerstätten; Sedimentbecken: Erdgas-/Erdölvorkommen).
Ferner werden Ozeanbodenseismographen mit Langzeitregistrierung für marine Seismizitätsmessungen eingesetzt.
Spezielle Datenbearbeitungs- und Auswertemethoden führen zu einem besseren Verständnis von Wellenausbreitungsvorgängen und der Interpretation von Wellentypen sowie zu einer Optimierung geologisch/petrologischer Aussagen. Wichtige diesbezügliche Erkenntnisse ergeben sich aus der 3D-Modellierung. Durch umweltgeophysikalische Untersuchungen werden kontaminierte Böden und Metallobjekte in Mülldeponien geortet.
Praxisbezogene Erdbebenstudien benutzt man zur Erhöhung der Sicherheit von Personen in Erdbebengebieten. Durch die Entwicklung von Instrumenten, wie die Breitbandregistrierung und Aufzeichnung seismischer Daten mit hoher Dynamik (Digitalgeräte) konnte die Datenqualität erhöht werden.

Technische Ausstattung

Das Institut verfügt über ein Elektronik-Labor, eine feinmechanische Werkstatt und über Möglichkeiten für die Erprobung seegeophysikalischer Meßgeräte. Arbeitsgruppengebunden stehen Rechner zur Verfügung wie PC's, mehrere Workstations und gemeinsam mit dem Max-Planck-Institut für Meteorologie und dem Meteorologischen Institut eine Großrechenanlage zur Verfügung. Das Institut verfügt über eine reflexionsseismische Ausrüstung (DFS-V-Apparatur, EPC-Schreiber, 24-kanaliger Hochauflösungsstreamer, einen 48-kanaligen Standard-Streamer), sechs Kompressoren (Junkers), zehn Airguns und eine Watergun, ein Seegravimeter KSS30 mit Datenerfassungsanlage, ein Seemagnetometer ELSEC, 50 Ozeanbodenseismographen für Seismizität und Weitwinkel-Seismik. Für terrestrische Messungen sind diverse Geräte vorhanden: 50 mobile seismische Apparaturen, zwei Gravimeter, zwei Magnetometer, eine Geoelektrikapparatur, Geräte für elektromagnetische Messungen sowie eine Radarapparatur.

Ausstattungsmängel

Das Institut benötigt im personellen Bereich: Zwei Assistentenstellen und zwei Techniker-Stellen für die Betreuung der marinen Ausrüstung und der Rechenanlagen.
Gerätemäßig ist es wünschenswert, eine 24-kanalige seismische Apparatur neuzubeschaffen.
Sachmittel sind zu gering und reichen nicht aus für die Betreuung und Reparatur der vorhandenen Geräte bzw. die Abdeckung der Materialkosten für laufende und geplante Forschungsprojekte.

Drittmittel 1996

Keine Angaben

Periodische Veröffentlichungen


Forschungsprojekte

15.050.01Geophysikalische und geologische Untersuchungen der submarinen Flanken der Vulkaninseln Gran Canaria und Tenerife (Ozeanvulkan)- METEOR-Fahrt 24
15.050.02Auswertung der METEOR-Expedition Nr. 24 (Kanarische Inseln)
15.050.03Geophysikalische Vermessungen im Südpazifik
15.050.04Magnitudenkalibrationsfunktionen (Magnitude Calibrating Functions) - Arbeitsgruppe der Internationalen Assoziation für Seismologie und die Physik des Erdinneren (IASPEI)
15.050.05Berechnung von Strahlen in heterogenen Medien mittels Wellenfrontenkonstruktion
15.050.06Numerische und geometrische Modellierung reflexionsseismischer Daten
15.050.07LITASEIS - Seismische Anisotropie und stratigraphische Dämpfung als Merkmale von Feinschichtfolgen sedimentärer Becken und ihre Auswirkung auf das seismische Processing
15.050.08Nahfeld einer Quelle bei Anisotropie und separate Wellenfelder in Feinschichtung
15.050.09Berechnung von Laufzeiten für dreidimensionale Medien
15.050.10Schnelle Berechnung von synthetischen Seismogrammen in anisotropen Medien mit Störungsrechnung unter Einbeziehung der quasi-Scherwellenkopplung
15.050.11Teufenvorhersage mit pre-stack Tiefenmigration und Qualitätskontrolle durch Modellierung
15.050.12Quantifizierung von Gefügeanisotropie an Gesteinen der KTB und ihre Bedeutung für die seismische Krustenstrukturierung
15.050.13Stratigraphische Modellierung und Inversion
15.050.14Geophysikalische Untersuchungen im Lofoten Becken von Bord des Forschungsschiffes METEOR (Fahrt M 7/1)
15.050.15Reflexionsseismische Untersuchungen im Bereich der Kanaren - METEOR-Fahrt 16/4 - Presite-survey im Rahmen von VICAP (Projekt im DFG-Schwerpunkt "Auswertung von METEOR-Expeditionen")
15.050.16Geophysikalische Untersuchungen am Lofoten Margin, Nord-Norwegen
15.050.17SHEFÄ - Shetland - Faröer Basin
15.050.18ISFA 1993 - Ein seismisches Profil über den Island-Färöer Rücken
15.050.19Seismizitäts- und Krustenstruktur des Toten Meer-Grabens
15.050.20Untersuchung der Teisseyre-Tornquist Zone 1993, FS VALDIVIA (VA 139)
15.050.21Geophysikalische Untersuchungen und Geodynamik des östlichen Mittelmeeres
15.050.22Untersuchungen im Baltischen Raum zwischen Schweden und Litauen (VEJAS)
15.050.23Seismizitätsmessungen in Zypern, flachwasserseismische Messungen in der Bucht von Laruaca, Aufbau eines mikroseismischen Netzwerks
15.050.24Untersuchung der mikroseismischen Aktivität des Toten-Meer-Grabens
15.050.25Lira Geotraverse - SPP "Antarktisforschung"
15.050.26Ligurische Seismizität
15.050.27Trans-Europäische Verbindungs-Zone (Trans-European Suture Zone), Polen 1993
15.050.28Sisbalig II - Untersuchung der natürlichen Seismizität im ligurischen Meer
15.050.29Seismizität der Ligurischen See (SISBALIG II)
15.050.30Krustenstruktur zwischen dem östlichen Ross-Meer und dem transantarktischen Gebirge.
15.050.31Rechenzeitoptimierte Modellierung der seismischen Wellenausbreitung mit Hilfe von Finite-Differenzen Verfahren mit lokal variierenden Zeitschritten
15.050.32Tiefenseismische Untersuchungen am passiven Kontinentalrand von Ostgrönland: Grönland - Kolbeinsey Rücken mit FS POLARSTERN
15.050.33Geophysikalische Untersuchungen an "Hot Spot"-Systemen im Südpazifik (Midplate II) mit FS SONNE (SO 65/2)
15.050.34Geophysikalische Untersuchungen anomaler Lithosphäre (Große METEOR-Bank - Atlantis-Kuppe)
15.050.35Untersuchung der Tiefenstruktur des Jan Mayen- und Aegir-Rückens
15.050.36Geophysikalische Untersuchungen im Bereich der Kanaren - METEOR-Reise 16/4 - Presite survey
15.050.37Geophysikalische Untersuchungen an der Grenze Europa-Afrika unter dem Mittelmeerrücken
15.050.38Auswertung von METEOR-Expeditionen: 1. OZELITH M12/2; 2. VICAP M16/4; 3. Mittelmeerrücken M25/4
15.050.39Seismische Geschwindigkeitsbestimmung der Oberkruste in der Tiefsee - Aufbau einer Meßanordnung und erste Testmessungen (SEEBOSEIS 95)
15.050.40Austauschprozesse zwischen Kruste und Ozean, (EXCO, SO 105): Physikalische Krustenparameter

nach oben