|
|
Wissenschaftliche Mitglieder
Professoren
David Jackson; Dr. Lambert Schmithausen; Dr. Srinivasa Ayya Srinivasan; Dr. Albrecht Wezler
Dozent
Ph.D. Bahadur Singh
Hochschulassistenten/Assistenten/wiss. Mitarbeiter
PD Dr. Felix Erb; Anne MacDonald; Mudagamuwe Maithrimurthi; Dr. Klaus-Dieter Mathes; PD Dr. Karin Preisendanz; Burkhard Quessel; Jan-Ulrich Sobisch; Eva Wilden
Gastwissenschaftler
Hiroshi Marui; Kaie Mochizuki; Shujun Motegi; Dr. Tatyana Oranskaya; Dr. Akira Yuyama
Allgemeiner Überblick
Das Institut für Kultur und Geschichte Indiens und Tibets umfaßt die Fächer 'Klassische' Indologie (mit den Arbeitsbereichen Alt- und Mittelindische Philologie, Buddhismuskunde und Dravidologie), Neuindische Philologie (mit den Arbeitsbereichen Neuindoarische Philologie und Dravidologie) und Tibetologie.
Hauptgrundlage der Forschung sind Primärquellen, wobei sprachlichen Dokumenten, insbesondere alt-, mittel- und neuindischen sowie tibetischen und - im Falle der Buddhismuskunde - auch chinesischen Texten eine besondere Bedeutung zukommt. Die Forschungstätigkeit vollzieht sich vornehmlich in der Form von Einzelforschung, wobei zwischen den einzelnen Wissenschaftlern ein sehr fruchtbarer, aber zwangloser Gedankenaustausch stattfindet. Eine engere Zusammenarbeit hat sich im Zusammenhang mit Fragen der Ethik und der Einstellung zur Natur entwickelt.
Forschungsschwerpunkte
Der Hauptschwerpunkt der Forschungen des Instituts liegt im Bereich der Philosophie-, Religions- und Kulturgeschichte Indiens und Tibets, wobei sowohl der Hinduismus (Brahmanismus) als auch der Buddhismus und ansatzweise der Jainismus berücksichtigt werden. Dabei werden auch Aspekte der Beziehung und der Auseinandersetzung zwischen diesen Religionen sowie grundsätzliche Fragen der Methodologie und Hermeneutik und der philosophischen bzw. praktischen Relevanz indischer und tibetischer Theorien oder Einstellungen thematisiert.
Im Bereich der brahmanischen Philosophie stehen die älteren Systeme - Samkhya, Yoga, Nyaya, Vaisesika und Mimamsa - im Vordergrund der Forschungsinteressen. Die buddhologische Forschungsarbeit konzentriert sich vor allem auf die Mahayana-Schulen: Madhyamaka und Yogacara, wobei, zumal im Falle des Madhyamaka, auch der Weiterentwicklung und Exegese in Tibet besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird. Weitere Forschungsschwerpunkte in der Tibetologie bilden die Exegese und Weiterbildung der buddhistischen Erkenntnistheorie und Dialektik in Tibet, Studien zur Geschichte des tibetischen Buddhismus im 19. und 20. Jh. sowie zur Entwicklung der verschiedenen Traditionen der tibetisch-buddhistischen Malerei.
Im Bereich der Erforschung des Hinduismus sind Arbeiten zur Rechtsgeschichte hervorzuheben, denen sich begriffsgeschichtliche Untersuchungen beigesellen. Hinzu treten Untersuchungen zur Musik und Religionssoziologie sowie zu den religiösen Vorstellungen der Indus-Kultur.
Zu einem Interessenschwerpunkt des Instituts haben sich Fragen der Ethik und des Verhältnisses zur Natur (Tiere, Pflanzen, Umwelt) im Hinduismus, Buddhismus und Jainismus entwickelt. Diese Fragen werden auch im Hinblick auf ihre Bedeutung für die Gegenwart untersucht.
Im Rahmen gegenwartsbezogener Forschung steht ferner die Sammlung, Edition und Erschließung mündlichen Überlieferungsgutes (Rajasthani-Volksepos), die Übersetzung und Auswertung zeitgenössischer Hindi- und Rajasthani-Literatur sowie die Erstellung von Lehrmaterial für die verschiedenen Varianten des Hindi im Vordergrund.
Seit dem 1.10.1982 wird das "Nepal-German Manuscript Preservation Project", eines der bedeutendsten und aufwendigsten Forschungsprojekte der deutschen Orientalistik, das seit 1971 mit Unterstützung der DFG in Nepal betrieben wird und bisher mehr als 160.000 Handschriften, Blockdrucke und historische Dokumente verfilmt hat, von Prof. Wezler geleitet.
Wissenschaftliche Zusammenarbeit
Zu auswärtigen Wissenschaftlern bestehen zahlreiche, aber nicht institutionalisierte Kontakte. Besonders eng sind die Verbindungen zu Japan: International Institute for Buddhist Studies (Tôkyô), Tôkyô University, Kyôto University, International Buddhist University (Osaka). Im Zusammenhang mit dem Einscannen tibetischer Texte hat sich eine Zusammenarbeit mit der Universität Lausanne ergeben. Durch die Mitgliedschaft von Prof. Wezler im Vorstand des Instituts für Asienkunde und im wissenschaftlichen Beirat der Gesellschaft für Asienkunde bestehen auch enge Kontakte zu einschlägigen außeruniversitären Forschungsinstitutionen. Ein Band über das Ideal des Nichttötens und Nichtverletzens (ahimsa) wird unter Mitarbeit in- und ausländischer Kollegen erstellt.
Anwendung in der Praxis
Die auf Ethik bezogenen Forschungen des Instituts wollen auch dazu beitragen, daß sich eine neue Mitweltethik durchsetzt, sowohl bei uns als auch in den asiatischen Ländern, wo dies durch eine Rückbesinnung auf eigene traditionelle Einstellungen und Verhaltensweisen unterstützt werden kann.
Weiterbildungsangebote
Allgemeines Vorlesungswesen: Buddhismus in Geschichte und Gegenwart (WS 96/97 u. SS 97)
Ausstattungsmängel
Die Bibliothek des Instituts darf zu den besten in Deutschland gezählt werden. Ein den Erfordernissen von Forschung, Lehre und externen Benutzern sowie der ständig wachsenden Zahl von relevanten Publikationen adäquater Ausbau ist aber ohne erhebliche zusätzliche Sachmittel und ohne massive Unterstützung des Bibliothekars durch Hilfskräfte nicht mehr zu leisten.
Die Ausstattung mit Stellen für Service und wissenschaftlichen Nachwuchs hat sich gegen Ende des Berichtzeitraums in unerträglicher Weise verschlechtert, vor allem im Arbeitsbereich Tibetologie.
Drittmittel 1996
| Fördereinrichtung | Betrag |
| DFG | 714.400 |
| Gesamtförderung | 714.400 |
Periodische Veröffentlichungen
Forschungsprojekte
| 10.010.01 | Religion der Industalkultur |
| 10.010.02 | Studien zum frühen Nyaya |
| 10.010.03 | Indische Logik und Naturphilosophie (Nyaya und Vaisesika) |
| 10.010.04 | Studien zur Ideengeschichte der Yogacara-Schule |
| 10.010.05 | Das Verhältnis der indischen Religionen zur Natur |
| 10.010.06 | Studien zur buddhistischen Ethik |
| 10.010.07 | Studien zum Dasabhumikasutra |
| 10.010.08 | Dokumentation und Untersuchung von Kabir und Mirabai zugeschriebenen oral tradierten Liedern in Rajasthan, Indien |
| 10.010.09 | Hinduismus und ökologische Ethik - einige Bemerkungen |
| 10.010.10 | Zur Akzeptanz der Volksgottheit Mariamma bei Angehörigen höchster Kasten (On high caste acceptance of the folk goddess Mariamma) |
| 10.010.11 | Die Idee der Nicht-Verletzung bzw. der Nicht-Tötung im Nilakeci |
| 10.010.12 | Begriffsgeschichtliche Untersuchungen |
| 10.010.13 | Untersuchungen zum Ideal des Nicht-Tötens und Nicht-Verletzens (ahimsa) |
| 10.010.14 | Verfilmung und Bereitstellung sämtlicher orientalischer Handschriften in Nepal |
| 10.010.15 | Untersuchungen zur indischen Rechtsgeschichte |