nächster Bericht
Zu den Projekten

Institut für Didaktik der Geographie, Geschichte, Politik und des Sachunterrichts

Von-Melle-Park 8, 20146 Hamburg, Tel.: 4123-2159


Wissenschaftliche Mitglieder

Professoren
Dr. Bernhard Claußen; Dr. Karlheinz Filipp; Dr. Horst Wilhelm Jung; Dr. Ursula Neumann; Dr. Rolf Oberliesen; Dr. Karl-Heinz Reinhardt; Dr. Helmut Schreier; Dr. Bodo von Borries; Dr. Gerda von Staehr

Dozenten
Dr. Winfried Döbertin (bis Sept. 95); Bernd Köhler

Hochschulassistenten/Assistenten/wiss. Mitarbeiter

Inci Dirim; Matthias Heyl (bis März 96); Angela Kindervater (seit April 96); Andreas Körber (seit Aug. 94); Ursula Raabe (seit Okt. 96); Sigried Weidemann (bis März 94); Sylwia Wilberg (Grzeskowiak) (bis Sept. 95)

Gastwissenschaftler
Prof.Dr. Wendelin Szalai (Juli 95 - 95)

Allgemeiner Überblick

Das Institut hat fünf Arbeitsbereiche:


Die Aufgaben des Instituts liegen rein quantitativ vorwiegend in der Lehrerausbildung. Die fachdidaktischen Fragestellungen werden jedoch keineswegs nur auf den Lernort Schule bezogen. Das für sozialwissenschaftliche Lernprozesse fachlich "zuständige" Institut wird durch Wandlungen und Verwerfungen (Arbeitslosigkeit, Globalisierung, Lerngesellschaft) im nationalen wie im internationalen Bereich sowie Probleme von deren mentaler Verarbeitung in hohem Maße herausfordert.

Forschungsschwerpunkte

Das Institut zeigt die für Kultur- und Sozialwissenschaften typische Situation: Gemeinsame Forschungsplanung und -zusammenarbeit finden nur in äußerst geringem Maße statt. Praktisch verantwortet jede/r beteiligte Wissenschaftler/in seine/ihre Arbeit völlig autonom.
Doch gibt es auch Beispiele intensiver und sehr erfolgreicher Arbeitsgruppen im Institut (z.B. Prof.Dr. Jung/Prof.Dr. v. Staehr, Prof.Dr. Neumann/Fr. Dirim, Prof. Schreier/Herr Heyl/Herr Köhler/Prof Martens, Prof. v. Borries/Fr. Weidemann, Fr. Wilberg/Fr. Kindervater/Herr Körber).
Angesichts der hoch individualistischen Forschungspraxis kann ein wirklicher Überblick nur durch das Studium der Einzelangaben im Materialband gewonnen werden; das Institut als ganzes hat dagegen kaum ein definiertes oder gar beschlossenes Forschungsprofil.
Gleichwohl lassen sich in jeweils mehreren Arbeitsbereichen gemeinsame Trends feststellen. Die Konzentration der Arbeit auf fachübergreifende Problemfelder wie Friedenserziehung, Umwelterziehung, Medienerziehung, interkulturelle Erziehung, Dritte-Welt-Pädagogik und geschlechtsspezifische Erziehung ist fortgesetzt worden.
Die stark erziehungswissenschaftliche Ausrichtung, wie sie dem Hamburger Modell der Anlagerung der Fachdidaktiken an die Erziehungswissenschaft statt an die Fachwissenschaften entspricht, wird mit Überzeugung weiter gepflegt. Wie in früheren Berichtszeiträumen haben sich größere qualitativ- und quantitativ-empirische Untersuchungen (z.B. Prof.Dr. Neumann, Dr. Prof. v. Borries) die Waage mit eher hermeneutischen bzw. theoretischen Projekten (z.B. Prof. Jung, Prof. v. Staehr, Prof. Filipp) gehalten. Daneben wurden auch die Vorlage ganz praktischer Unterrichts- und Erziehungshilfen nicht vernachlässigt (z.B. Prof. Schreier, Prof. Schernikau, Prof. Reinhardt, Herr Köhler, Herr Heyl). Selbstverständlich läßt sich keine/r der beteiligten Wissenschaftler/innen nur auf eine dieser Arbeitsrichtungen festlegen.

Kongreßorganisation

Forschungsaufenthalte

Prof. Filipp hat sich auch weiterhin - für seine Arbeiten zur tschechisch-deutschen Verständigung und zur Heimatkunde Böhmens - teilweise in der Tschechischen Republik aufgehalten.

Wissenschaftliche Zusammenarbeit

Die folgenden Angaben sind nur wenige, etwas willkürlich gewählte Beispiele; ein vollständiger Überblick ist mangels gemeinsamer Forschungsplanung kaum zu gewinnen.

Anwendung in der Praxis

Die Mitglieder des Instituts sind (wie früher) im Rahmen des in der Erziehungswissenschaft als praxisbezogenen (aber nicht technologisch orientierten) Faches Üblichen im staatlichen und öffentlichen Bereich als Experten und Dienstleistende tätig geworden. Solche Leistungen bestanden u.a. in Richtlinienarbeit für verschiedene Bundesländer, in Schulbuchproduktionen für verschiedene Fächer, in Jury-Tätigkeiten für Stiftungen sowie in Gutachten und Aufarbeitung für staatliche Stellen. Dazu kommen die üblichen Beiräte und Herausgeberschaften.

Weiterbildungsangebote

Das wissenschaftliche Weiterbildungsangebot für Lehrer (eine Haupt-Abnehmergruppe von Lehre und Forschung des Instituts) ist traditionell im Institut für Lehrerfortbildung (IfL) institutionalisiert bzw. konzentriert. Mehrere Hochschulehrer/innen des Instituts haben Veranstaltungen im IfL angeboten (sowie in anderen - z.B. ostdeutschen - Bundesländern in der Lehrerfortbildung gearbeitet).

Technische Ausstattung

Großgeräte existieren nicht; eine minimale Computerausstattung wurde vorwiegend aus Drittmitteln beschafft.

Ausstattungsmängel

Die Stellenstreichungen der mittleren achtziger Jahre und die Verzögerung einer Wiederbesetzung (Didaktik der Politik) haben im Personal Lücken gerissen und insbesondere in der Nachwuchsförderung Engpässe ergeben, die trotz wieder gestiegener Zulassungszahlen nicht ausgefüllt worden sind. Der Zustand der Fachbereichsbibliothek erschwert Forschungsarbeiten.
Bei der Einwerbung von Drittmitteln machen sich fehlende Räume und Sachmittel grob negativ bemerkbar. Es gibt erhebliche Probleme, bei Bedarf zureichende Eigenbeteiligungen anzubieten und - neben dem Alltagsbetrieb mit wieder zunehmender Überfüllung - genügend Vorlaufzeit für Antragsstellung und Pilotierung aufzuwenden.
Die jahrzehntealten, beschädigten Möbel sind in einem schäbigen, tristen Zustand. Auch das Fehlen einer Kantine hebt sich negativ von den Verhältnissen in vielen Partnerländern ab.

Drittmittel 1996

FördereinrichtungBetrag
Cornelsen-Stift. 25.000
BMBW 3.200
Eur. Komission 110.000
Körber-Stift. 140.000
Gesamtförderung 278.200

Periodische Veröffentlichungen

Das Institut als solches gibt keine Periodika heraus. Die einzelnen Hochschullehrer/innen sind jedoch vielfach als federführende oder Mitherausgeber bei bekannten Zeitschriften bzw. Jahrbüchern (z.B. - in willkürlicher Herausgebung - "Geschichtsdidaktik. Studien, Materialien", "Jahrbuch für Geschichtsdidaktik", "Geschichte lernen") engagiert.


Forschungsprojekte

6.080.01Geschichtsdidaktische Schulbuchforschung
6.080.02Geschichtsbewußtsein und historische Identität
6.080.03Begleitende Beobachtung und Auswertung zum "Schülerwettbewerb Deutsche Geschichte um den Preis des Bundespräsidenten"
6.080.04Menschheitsgeschichte und Umweltgeschichte als Potential und Gegenstand historischen Lernens
6.080.05Geschichtsbewußtsein von Jugendlichen in Europa 1992 - Pilotierung einer kulturvergleichenden empirischen Studie
6.080.06Kindlich-jugendliches Geschichtsbewußtsein in Ost- und Westdeutschland 1992 - Eine empirische Untersuchung zu Voraussetzungen und Notwendigkeiten politischer Bildung
6.080.07Elterliche Strafen im Erziehungsprozeß. Erfahrungen und Wandlungen seit dem 18. Jahrhundert
6.080.08Studien zur lebensgeschichtlichen Bedeutung der Beschäftigung mit fiktionaler und imaginativer Geschichte
6.080.09Jugend und Geschichte. Geschichtsbewußtsein Jugendlicher im europäischen Vergleich (1994/95). (YOUTH and HISTORY. The Comparative European Project on Historical Consciousness among Adolescents (1994/95))
6.080.10Politische Bildung in der Risikogesellschaft. Schwerpunkt: Technologiefolgen-Abschätzung, Umweltpolitik und politisches Lernen
6.080.11Integration gesellschaftswissenschaftlicher Anteile in pädagogischen Studiengängen und pädagogischen Handlungsfeldern
6.080.12Religiöse und politische Volkserzieher
6.080.13Politisch-Geographische Sozialisation
6.080.14Epochencharakter und historisch-politisches Lernen
6.080.15MOVIES: Flüchtlingsjugendliche in der Schule
6.080.16Bilinguale Kinder in monolingualen Schulen. Lebensweltliche Zweisprachigkeit, deren Wahrnehmung und Bewertung bei Lehrern und Eltern
6.080.17Izmir-Hamburg-Landau: Ein deutsch-türkischer Studentenaustausch
6.080.18Die Deutsche Frage in den Hochschulfächern Geographie und Didaktik der Geographie
6.080.19Ansätze zur Öffnung des Unterrichts in der reformpädagogischen Tradition
6.080.20Heimat- und Weltkunde im Horizont der Einen Welt
6.080.21Rekonstruktion des Sachunterrichts aus dem Geiste der Erfahrungspädagogik John Deweys
6.080.22Umwelterziehung als internationales Projekt - Konzepte und Strategien der Umwelterziehung verschiedener Staaten Europas und Nordamerikas
6.080.23Bedingungen der Möglichkeit, den Sachunterricht der Grundschule mit dem Projekt "Philosophieren mit Kindern" zu verbinden
6.080.24Erziehung nach Auschwitz
6.080.25Ethnomethodische und mentalitätsgeschichtliche Untersuchung zur Schul- und Unterrichtskultur
6.080.26TENAL: Entwicklung von Materialien für einen interkulturellen Biologieunterricht
6.080.27Epochenspezifisches historisch-politisches Lernen nach dem Ende des Ost-West-Konflikts

nach oben