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Zu den Projekten

Institut für Behindertenpädagogik

Sedanstraße 19, 20146 Hamburg, Tel.: 4123-3749


Wissenschaftliche Mitglieder

Professoren
Dr. Stefan Baumgartner (April 95 - Sept. 96); Dr. Iris Beck (seit Febr. 96); Dr.Dr.h.c. Ulrich Bleidick (bis Sept. 95); Hartwig Claußen (bis Sept. 95); Dr. Michael Dieterich (bis Sept. 95); Dr. Klaus-B. Günther; Dr. Kurt Kallenbach; Dr. Waldtraut Rath (bis März95); Dr. Gerlinde Renzelberg (Okt. 96 - März 98); Dr. Karl Dieter Schuck; Dr. Jürgen Teumer (bis April 95); Dr. Birgit Warzecha (seit April 94); Dr. Hans Wocken; Dr. Andre Zimpel (seit April 94)

Hochschulassistenten/Assistenten/wiss. Mitarbeiter
Dr. Sven Degenhardt (seit April 93); Eveline George (April 93 - Jan. 97); Dr. Joachim Neppert (Nov. 94 - Sept. 96); Dr. Inge K. Krämer-Kiliç (seit Aug. 94)

Allgemeiner Überblick

Das Institut für Behindertenpädagogik weist einen hohen Grad an Differenzierung in den sonderpädagogischen Fachrichtungen aus. Es sind alle Fachrichtungen vertreten, für die es in der Bundesrepublik Deutschland Bildungseinrichtungen für Behinderte gibt. Allerdings stehen diesem Maß an qualitativer Differenzierung Mängel der quantitativen Ausstattung gegenüber. Die Relationen der Studierenden zu Hochschullehrern liegen im Vergleich zu anderen Hochschulen in der Bundesrepublik im unteren Bereich. Vielfach bildet die personelle Ausstattung des Instituts das Schlußlicht.

Der im Jahre 1996 verabschiedete Strukturentwicklungsplan untergliedert das Institut in zwei Arbeitsbereiche mit differenzierten Kompetenzbereichen:

Arbeitsbereich "Wahrnehmung und Kommunikation"


Arbeitsbereich "Lernen und Entwicklung"

Dem Institut für Behindertenpädagogik ist eine Arbeitsstelle Integrationspädagogik angegliedert. Die Arbeitsstelle hat die Funktion, die Hamburger Modellversuche zur Einrichtung von Integrationsklassen und integrativen Regelklassen in der Grundschule und der Sekundarstufe I wissenschaftlich zu begleiten. Darüber hinaus dient sie der interdisziplinären Diskussion, der Information, der Koordination und dem Erfahrungsaustausch der beteiligten Hochschullehrer.

Mitglieder der Arbeitsstelle: Dr. Andreas Hinz, Dr. Dieter Katzenbach, Prof.Dr. Wulf Rauer, Prof.Dr. Karl Dieter Schuck (Leiter), Prof.Dr. Hans Wocken, Prof.Dr. Hubert Wudtke.

Seit 1996 werden Forschung und Lehre des Instituts durch die Kurt und Käthe Klinger-Stiftung kontinuierlich gefördert. Das Startprojekt der Stiftung war die Einrichtung eines Ressourcenzentrums mit Handbibliothek, Computerarbeitsplätzen und einem studentischen Beratungsangebot.

Forschungsschwerpunkte

Trotz der genannten materiellen Unzulänglichkeiten und des knappen Personaltableaus am Institut ist es den Mitgliedern gelungen, eine Fülle von grundlegenden und praxisbezogenen Fragestellungen in enger Kooperation mit anderen Hochschulen und in Verbindung mit anderen beteiligten Institutionen und Behörden zu realisieren. Vor dem Hintergrund knapper Ressourcen, die durch Drittmittel nur in geringem Maße kompensiert werden, können die Forschungsleistungen des Instituts eher hoch eingeschätzt werden. Die Beiträge zur Forschung begründen vor allem den guten Ruf des Instituts im bundesrepublikanischen Vergleich. In der Öffentlichkeitswirkung wird die unzureichende Ausstattung durch die breit angelegte Forschungstätigkeit eher verdeckt.

Die in den Berichtszeitraum fallenden Forschungsprojekte lassen sich schwerpunktmäßig fünf großen Bereichen zuordnen:

I. Theorie und Geschichte der Behindertenpädagogik

Im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung und Akzentuierung sonderpädagogischer Theoriebildung stehen konzeptionelle Studien zum "Sonderpädagogischen Förderbedarf als systemischen Begriff" und die Analyse der "Konzepte von Behinderung und Theorien der Behindertenpädagogik in ihren Konsequenzen für sonderpädagogische Diagnostik und Förderung". Die akzentuierte Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Aspekte erfolgt in dem Forschungsprojekt "Geschlechterdifferenz in der Sonderpädagogik".
Die Historiographie der Behindertenpädagogik kam in einer einschlägigen Ringvorlesung "Geschichten aus der Geschichte der Behindertenpädagogik" im WS 1995/96 zur Geltung und findet des weiteren einen Niederschlag in dem zeitgeschichtlichen Forschungsprojekt "Hilfsschule-Schule für Lernbehinderte-Förderschule". Schließlich werden in dem Projekt "Ethik für die Behindertenpädagogik" aktuelle gesellschaftliche Themen wie Früheuthanasie, humangenetische Beratung und Eugenik, bioethische Konvention und Gewalt gegen Behinderte untersucht.

II. Wissenschaftliche Begleitung von Modellversuchen

Im Zentrum des Selbstverständnisses der Arbeit des Instituts für Behindertenpädagogik stehen Beiträge zur Konzeptentwicklung und zur wissenschaftlichen Begleitung der "Integration Behinderter". Dies schlägt sich in der Beteiligung an verschiedenartigen Modellversuchen und wissenschaftlichen Projektbegleitungen nieder. Herausragende Projekte sind die langfristig angelegten Evaluationsstudien der wissenschaftlichen Begleitung von Integrationsklassen und integrativen Regelklassen (Projekt "Integrative Grundschule") sowie der gemeinsamen Beschulung behinderter und nichtbehinderter Schüler in Gesamtschulen (Projekt "Integration in der Sekundarstufe I"). Ferner ist hier anzuführen die "Wissenschaftliche Begleitforschung des bilingualen Schulversuchs an der Hamburger Gehörlosenschule".

III. Sonderpädagogische Fördermaßnahmen und Fördereinrichtungen

Naturgemäß richtet sich ein großer Teil der Forschungsprojekte auf die Untersuchung von Maßnahmen und Einrichtungen zur Förderung behinderter Kinder und Jugendlicher. Dieser Bereich ist deshalb stark ausgeprägt und in spezifischen Projekten realisiert. Als Beispiel seien Forschungsbemühungen genannt, die sich auf die sogenannten Neuen Medien richten. Diesem herausragenden Forschungsfeld der Gegenwart wird etwa in folgenden Projekten Aufmerksamkeit geschenkt: "Die CD-ROM an Blinden- und Sehbehindertenschulen (Modellversuch IRIS)", "Computereinsatz bei behinderten Kindern - der PC als Hilfsmittel, Medium und Lerngegenstand", "Der Computer im Leben blinder und sehbehinderter Menschen".
Bezüglich der Erforschung sonderpädagogischer Institutionen richtet sich das Forschungsinteresse derzeit auf die aktuelle Diskussion um "Sonderpädagogische Förderzentren".

IV. Berufliche Rehabilitation

Die nachschulische gesellschaftliche Eingliederung behinderter Menschen stellt einen weiteren Schwerpunkt der Forschungsbemühungen des Instituts dar, insbesondere die berufliche Vorbildung, die Berufsbildung und die Rehabilitation im Beschäftigungssystem; so die Projekte "Beratung und Unterstützung Sehgeschädigter bei Berufswahl und Berufsausbildung im Sinne schulischer Nachsorge", "Elementarrehabilitation bei im Alter erblindeten Menschen" und "Entwicklung der beruflichen Rehabilitation behinderter Jugendlicher in den neuen Bundesländern".

V. Bildungs- und Sozialpolitik für Behinderte

Schließlich ist nicht nur der schulische Sektor von Bedeutung. Die sonderpädagogische Arbeit ist Teil der bildungs- und sozialpolitischen Konzeptentwicklung der Parteien, Verbände, Landesregierung sowie der Bundesregierung. In diesen Zusammenhang gehören Analysen der Bildungs- und Sozialpolitik für Behinderte in der Bundesrepublik Deutschland und in den Nachbarländern unter historischen, vergleichenden und reformplanerischen Gesichtspunkten. Als aktuelles Forschungsthema von politischer Relevanz kommt die "Kommunikationstheoretische und bildungspolitische Analyse des Vereinigungsprozesses der alten und neuen Bundesländer auf dem Gebiet der Behindertenpädagogik" hinzu. Im Schnittpunkt von Geschichte und Politik ist das Projekt "Die Bildungspolitik des Verbandes Deutscher Sonderschulen von 1948 bis 1998" angesiedelt.

Kongreßorganisation

Arbeitsstelle Integration: Wissenschaftliche Begleitung von Schulversuchen zur integrativen Unterrichtung von Schülerinnen und Schülern mit und ohne Behinderung. Hamburg Feb. 1996

Preisverleihungen

Verleihung der Ehrendoktorwürde durch die Ludwig-Maximilians-Universität München an Prof.Dr.Dr.h.c. Ulrich Bleidick

Wissenschaftliche Zusammenarbeit

Die Vielzahl praxisrelevanter Projekte sowie die Entwicklung und Begleitung von Modellvorhaben gründet sich auf eine enge Vernetzung mit sonderpädagogischen und allgemeinpädagogischen Einrichtungen sowie behördlichen und politischen Institutionen. Innerhalb der einzelnen Projekte wurde die Interdisziplinarität durch Kooperation verschiedener Kollegen des Instituts für Behindertenpädagogik und durch die Beteiligung von Kollegien anderer Hochschulen und Institutionen hergestellt. Kooperationen erfolgten besonders mit:

Anwendung in der Praxis

Ein Teil der Forschungsvorhaben ist als Begleitforschung und Innovationsforschung unmittelbar praxisrelevant. Die Fragestellungen sind der sonderpädagogischen Praxis erwachsen, die Konzepte werden mit Blick auf die Weiterentwicklung der Praxis in den sonderpädagogischen Institutionen konzipiert. Auch die Analysen von Veröffentlichungen, Dokumenten und Verlautbarungen geschehen mit Blick auf Folgerungen für Rahmenbedingungen und Konzeptschritte in praxisbezogener Perspektive. Schließlich stellen Fachtagungen, Kongresse und Symposien wertvolle Foren der Vorstellung von Ergebnissen und Folgerungen für die Praxis dar. Sie sind nicht selten Anlaß zur weitergehenden Formulierung von Forschungsfragestellungen. Auf diese Weise wird ein kontinuierlicher Theorie-Praxis-Dialog gewährleistet, der gerade in der Konturierung und Konkretisierung der sonderpädagogischen Forschungsaufgaben von zentraler Bedeutung ist.

Ausstattungsmängel

Auf die Mangellage am Institut für Behindertenpädagogik haben wir bereits im Überblick hingewiesen. Die Forschung gründet sich daher wesentlich auf die Fähigkeit der betreffenden Vertreter ihres Fachgebietes, auch begrenzte Ressourcen kreativ zu nutzen. Die Improvisationskunst und Bescheidenheit der Mitglieder des Instituts für Behindertenpädagogik sind demzufolge zu "Tugenden" geworden. Forschungsprojekte in Kooperation mit staatlichen und privaten Auftraggebern werden häufig darüber getragen, daß diese Sachaufwendungen und laufende Kosten übernehmen. Wissenschaftliche Mitarbeiter oder Hilfskräfte in Projekten sind eher die Ausnahme.

Dies schlägt sich auch in einer entsprechenden Forschungsstruktur nieder. Die Möglichkeit, zu fundierten empirischen Untersuchungen beizutragen und Grundlagenforschung vornehmen zu können, sind eher gering einzuschätzen.

Drittmittel 1996

FördereinrichtungBetrag
Freie und Hansestadt Hamburg (BSJB) 82.000
Kurt und Käthe Klinger-Stiftung 117.400
Gesamtförderung 199.400

Periodische Veröffentlichungen


Forschungsprojekte

6.050.01Psychologische Aspekte in der Blinden- und Sehbehindertenpädagogik
6.050.02Gehörlosigkeit und Identitätsbildung
6.050.03Kommunikationstheoretische und bildungspolitische Analyse des Vereinigungprozesses der alten und neuen Bundesländer auf dem Gebiet der Behindertenpädagogik
6.050.04Ethische Grundfragen einer Pädagogik Behinderter
6.050.05Die Bildungspolitik des Verbandes Deutscher Sonderschulen von 1948 bis 1998
6.050.06Wissenschaftliche Begleitung des Projektes "CD-ROM" an Blinden- und Sehbehindertenschulen innerhalb des Modellversuches IRIS, Wiesbaden
6.050.07Der Computereinsatz bei behinderten Kindern - der PC als Hilfsmittel, Medium und Lerngegenstand
6.050.08Der Computer im Leben blinder und sehbehinderter Menschen
6.050.09Wissenschaftliche Begleitforschung des bilingualen Schulversuchs an der Hamburger Gehörlosenschule
6.050.10Elternarbeit in Familien mit einem schwerstkörperbehinderten Kind auf der Grundlage von Erhebungen über die besondere psycho-soziale Belastungssituation der Väter dieser Kinder
6.050.11Möglichkeiten und Grenzen einer Elementarrehabilitation bei im Alter erblindeten Menschen
6.050.12Entwicklung Psychologisch-Pädagogischer Beratungskonzepte bei Cochlear-Implantationen
6.050.13Konzepte von Behinderung und Theorien der Behindertenpädagogik in ihren Konsequenzen für sonderpädagogische Diagnostik und Förderung
6.050.14Instrumentarien zur Eingangsdiagnostik bei sprachgestörten Kindern im Vorschul- und Einschulungsalter
6.050.15Wissenschaftliche Begleitung der Integrativen Grundschule in Hamburg

Wissenschaftliche Einrichtungen

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