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Wissenschaftliche Mitglieder
Professoren
Dr. Bernhard Claußen; Dr. Arno Combe; Dr. Ulrich Fiedler; Dr. Carl-Ludwig Furck; Dr. Ingrid Gogolin; Dr. Klaus-Peter Hemmer; Dr. Reiner Lehberger; Dr. Meinert Meyer; Dr. Rosemarie Mielke; Dr. Wulf Rauer; Dr. Helmut Sienknecht; Dr. Hans Josef Tymister; Dr. Angelika C. Wagner; Hubert Wudtke
Hochschulassistenten/Assistenten/wiss. Mitarbeiter
Dr. Eva Arnold; Dr. Johannes Bastian; Dr. Telse Iwers-Stelljes; Dr. Dieter Katzenbach; Heike Niedrig; Dr. Sabine Reh; Ulf Saure; Dr. Carla Schelle; Susanne von Glasenapp
Allgemeiner Überblick
Das Institut für Schulpädagogik im Fachbereich Erziehungswissenschaft widmet sich in Theoriebildung, Forschung und Lehre den Bedingungen und Strukturen der heutigen Schulwirklichkeit, einschließlich ihrer Geschichte und ihres epochalen Wandels. Eine große Rolle spielt dabei auch die Veränderung von Schule im Zusammenhang mit kulturellen und modernen Transformationsprozessen. Die großen Themen der neunziger Jahre - Multikulturalität und Mehrsprachigkeit, Geschlecht, Integration - schlagen sich deutlich in den schulbezogenen Forschungsschwerpunkten des Instituts nieder. Thematisiert werden zunächst Sozialisations- und Bildungsprozesse in verschiedenen kindlichen und jugendlichen Entwicklungsphasen und in den unterschiedlichen institutionellen Kontexten des Primar- und Sekundarschulbereichs. Im Gefolge einer in den siebziger Jahren einsetzenden und in den achtziger Jahren in der Erziehungswissenschaft stark expandierenden professionstheoretischen Diskussion nimmt auch die Thematik des pädagogischen Handelns und der Tätigkeitsprofile und Handlungskompetenzen von Lehrerinnen und Lehrern breiten Raum ein. Neben der Untersuchung der klassischen Grundformen institutionalisierten pädagogischen Handelns, wie z.B. dem Unterrichten und seiner Didaktik, gewinnen auch neue pädagogische Handlungsformen - wie etwa Beratung und die pädagogisch-psychologische Untersuchung von Lernprozessen in der Forschung und Lehre des Instituts zunehmend an Gewicht. Ein Charakteristikum des Instituts ist es, daß die Forschung hier häufig auf unmittelbar pädagogisch-praktische und institutionelle Anforderungen zu reagieren hat. Dies schlägt sich u.a. in der Bedeutung nieder, die am Institut für Schulpädagogik der Schulentwicklung und Schulentwicklungsforschung zugemessen wird. Auch der außergewöhnlich hohe Anteil an Dienstleistungsangeboten wie wissenschaftliche Beratung und Begleitung von Schulen, Behörden, Politik sowie verschiedener Adressatengruppen, etwa von Frauen oder von Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen, ist hierauf zurückzuführen. Für die Forschungssituation von Bedeutung ist auch, daß dem Institut die Arbeitsstelle zur Erforschung der Hamburger Schul- und Unterrichtsgeschichte zugeordnet ist. Insgesamt hat sich die Forschungssituation durch die Einwerbung von Drittmitteln im Verhältnis zum vorangegangenen Berichtszeitraum deutlich verbessert, auch wenn durch Stellenstreichungen zentrale Bereiche der Schultheorie und Schulentwicklung, wie etwa Schulrecht und Schulorganisation, nicht vertreten sind.
Forschungsschwerpunkte
Die folgende Zusammenstellung benennt nach übergreifenden Kategorien geordnet, die zentralen thematischen Forschungsschwerpunkte, die im Berichtszeitraum im Vordergrund gestanden haben:
Geschichte, Theorie und Empirie der Schulentwicklung
Wissenschaftliche Zusammenarbeit
Die Mitglieder des Instituts kooperieren mit einer Reihe von Kollegen an Universitäten des In- und Auslands sowie in außeruniversitären Einrichtungen. Die jeweilige Kooperation ergibt sich aus den inhaltlichen Schwerpunkten der einzelnen Forschungsprojekte und den damit verknüpften persönlichen Beziehungen zu den Fachkollegen. Es sind insbesondere die erziehungs- und sozialwissenschaftlichen Fachbereiche der Universitäten Arizona (USA), Berlin, Cork, Genf, Essen, Frankfurt, Glasgow, Kiel, Bordeaux und Tôkyô zu nennen. Darüber hinaus bestehen Kooperationen mit verschiedenen Institutionen wie dem Deutschen Jugendinstitut München, dem Deutschen Volkshochschulverband, der Hans-Böckler-Stiftung, der Max-Traeger-Stiftung sowie zahlreichen Lehrerfortbildungsinstitutionen anderer Bundesländer und dem Deutsch-Französischen Jugendwerk.
Außerdem arbeitet eine große Zahl von Wissenschaftlern in der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft und ihren überregionalen Fachkommissionen mit.
Anwendung in der Praxis
Einzelforschungsprojekte stehen im unmittelbaren Kontakt zur Praxis und sind im Zusammenhang mit institutionellen Anforderungen der Schulentwicklung und Politikberatung entstanden. Modellversuche im Bildungssystem werden wissenschaftlich begleitet. Lehrerbildung und Lehrerfortbildung werden forschend weiterentwickelt und die dabei entwickelten Innovationen vor allem im Bereich der phasenübergreifenden Lehrerbildung gleichzeitig evaluiert. Darüber hinaus finden vielfältige Kooperationen mit Schulen, Lehrerfortbildungseinrichtungen, Behörden und Ministerien sowie zahlreichen Verbänden statt. Prototypisch für das Gewicht der psychosozialen Beratung im Institut für Schulpädagogik ist der Aufbau eines Expertinnen-Beratungsnetzes, in dem beruflich qualifizierte Frauen im Ruhestand ihr Erfahrungswissen an jüngere Frauen weitergeben. Besondere Erwähnung bedarf auch die Einrichtung "Beratung im Schulumfeld", in der Initiativen im Bereich der Familienberatung, der Persönlichkeitsberatungen und auch der berufsbezogenen Beratung (Supervision) zusammengeführt sind.
Ausstattungsmängel
Drei, für das Institut für Schulpädagogik zentrale Hochschullehrerstellen, (Allgemeine Didaktik; schulische Sozialisation; Pädagogik der Sekundarstufen) wurden erst gegen Ende 1996 besetzt bzw. sind noch vakant. Dies führte zu einem hohen Auslastungsgrad in der Lehre. Auch ist die Anzahl der Stunden für studentische Hilfskräfte viel zu gering, wie die jährlichen Anforderungen zeigen. Außerdem ist die Ausstattung mit Geräten und Sachmitteln defizitär, so daß Forschung nur unter sehr erschwerten Bedingungen möglich ist.
Drittmittel 1996
| Fördereinrichtung | Betrag |
| BSJB | 70.000 |
| BSJB | 40.000 |
| DFG | 150.000 |
| DFJW | 50.000 |
| Max-Traeger-Stiftung | 80.000 |
| Gesamtförderung | 390.000 |
Forschungsprojekte
| 6.030.01 | Übergang in die Mutterschaft - Ein Vergleich zwischen alleinlebenden und partnerschaftlich lebenden Erstgebärenden |
| 6.030.02 | Hochschuldidaktik. Evaluation hochschuldidaktischer Konzepte unter Einbeziehung Lehrender und Lernender an der Universität Hamburg |
| 6.030.03 | Epidemiologische Studie zu Körperkontakt und sexuellen Kontakten im psychotherapeutischen Setting |
| 6.030.04 | Reform der gymnasialen Oberstufe. Wissenschaftliche Begleitung eines Schulversuchs an der Max-Brauer-Schule in Hamburg |
| 6.030.05 | Integration gesellschaftswissenschaftlicher Anteile in pädagogischen Studiengängen und pädagogischen Handlungsfeldern |
| 6.030.06 | Belastung von Lehrerinnen und Lehrern an unterschiedlichen Schulformen. Lehrerhandeln und Schulentwicklung |
| 6.030.07 | Grundschulunterricht im Kontext nationaler und kultureller Interdependenzen |
| 6.030.08 | Formalisierungen von Problemlösungsprozessen im (Gruppen-) Unterricht der Grundschule |
| 6.030.09 | Die Zukunft von (jeweils) nationaler Schulpädagogik und nationalen Unterrichtsinhalten in einem Kontext europäischer und globaler Internationalisierungen/Interkulturalisierungen |
| 6.030.10 | Struktur und Reform des Schulsystems seit 1945 |
| 6.030.11 | Politik der Gerechtigkeit und die Möglichkeiten in der Praxis des Sprachunterrichts (Policy for Equity and Opportunity in the Practice of Language Education: The PEOPLE Project) |
| 6.030.12 | Schulbildung für Migrantenkinder und Kinder autochthoner Minderheiten in der BRD. Eine Bestandsaufnahme. |
| 6.030.13 | Bilinguale Kinder in monolingualen Schulen: Internationaler Vergleich des Unterrichts in der Sprache der Majorität |
| 6.030.14 | Wissenschaftliche Begleitung des Schulversuchs: "Integrative Grundschule" |
| 6.030.15 | Ärger und Bewußstseinskonflikte in Leistungs- und Ärgersituationen - eine empirische Studie |
| 6.030.16 | Verkehrserziehung - Kreativitätsförderung - Spielpädagogik |
| 6.030.17 | Bewältigungsstrategien "negativer sozialer Identität". Eine Begleitstudie zum ost-westdeutschen Integrationsprozeß (DFG-SPP "Sozialer und politischer Wandel im Zuge der Integration der DDR-Gesellschaft") |
| 6.030.18 | Selbst-Wirksamkeit und Lernen |
| 6.030.19 | Struktur sportrelevanter Werte |
| 6.030.20 | Einstellungen zu Akkulturationszielen |
| 6.030.21 | Soziale Identität und Rechtfertigung aggressiven Verhaltens |
| 6.030.22 | Der bildungspolitische Diskurs um "language in education" im neuen Südafrika |
| 6.030.23 | Pädagogik-StudentInnen am Beginn ihres Hochschulstudiums: Bildungserfahrung, Studienfachentscheidung, Studien- und Berufsmotivation |
| 6.030.24 | Hermeneutische Rekonstruktionen lebensweltlicher Strukturen in Hinblick auf politisches Lernen und schulpädagogische Entwicklungen |
| 6.030.25 | Beratung im Schulfeld - Familienberatung, Persönlichkeitsberatung und berufsbezogene Beratung (Supervision) als Teil der Fortbildung für Lehrer, Berufserzieher und Andragogen |
| 6.030.26 | Prävention des Analphabetismus - Fortbildung von Grund- und Sonderschullehrerinnen |
| 6.030.27 | Supervision mit Lehrern als Form ganzheitlicher Lehrerfortbildung |
| 6.030.28 | Expertinnen-Beratungsnetz Hamburg: Entwicklung, Erprobung und Evaluation eines neuen generationsübergreifenden Modells der Beratung von Frauen in Fragen des beruflichen Weiterkommens durch Expertinnen |
| 6.030.29 | Weiterentwicklung der Theorie subjektiver Imperative |
| 6.030.30 | Empirische Untersuchungen zur Imperativtheorie I: Subjektive Imperative und Imperativverletzungskonflikte in Lernsituationen |
| 6.030.31 | Empirische Untersuchungen zur Imperativtheorie II: Geschlechtsspezifische Unterschiede bei Imperativen und Imperativverletzungskonflikten |
| 6.030.32 | Empirische Untersuchungen zur Imperativtheorie III: Medien. Die Auswirkungen imperativischer Formulierungen in Zeitungstexten auf das Behalten von Sachinformationen |
| 6.030.33 | Empirische Untersuchungen zur Imperativtheorie IV: Subjektive Theorien und Imperative bei Lehrern |
| 6.030.34 | Angewandte Imperativtheorie I: Die Auflösung von Imperativverletzungskonflikten bei reaktiv Depressiven in der gemeindenahen Psychiatrienachsorge |
| 6.030.35 | Angewandte Imperativtheorie II: Entwicklung und erste Erprobung der Methode des konstatierenden aufmerksamen Wahrnehmens beim Üben am Musikinstrument |
| 6.030.36 | Angewandte Imperativtheorie III: der Abbau von Schwerhörigkeit - eine Pilotstudie |