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Zu den Projekten

Institut für Schulpädagogik

Von-Melle-Park 8, 20146 Hamburg, Tel.: 4123-4734


Wissenschaftliche Mitglieder

Professoren
Dr. Bernhard Claußen; Dr. Arno Combe; Dr. Ulrich Fiedler; Dr. Carl-Ludwig Furck; Dr. Ingrid Gogolin; Dr. Klaus-Peter Hemmer; Dr. Reiner Lehberger; Dr. Meinert Meyer; Dr. Rosemarie Mielke; Dr. Wulf Rauer; Dr. Helmut Sienknecht; Dr. Hans Josef Tymister; Dr. Angelika C. Wagner; Hubert Wudtke

Hochschulassistenten/Assistenten/wiss. Mitarbeiter
Dr. Eva Arnold; Dr. Johannes Bastian; Dr. Telse Iwers-Stelljes; Dr. Dieter Katzenbach; Heike Niedrig; Dr. Sabine Reh; Ulf Saure; Dr. Carla Schelle; Susanne von Glasenapp

Allgemeiner Überblick

Das Institut für Schulpädagogik im Fachbereich Erziehungswissenschaft widmet sich in Theoriebildung, Forschung und Lehre den Bedingungen und Strukturen der heutigen Schulwirklichkeit, einschließlich ihrer Geschichte und ihres epochalen Wandels. Eine große Rolle spielt dabei auch die Veränderung von Schule im Zusammenhang mit kulturellen und modernen Transformationsprozessen. Die großen Themen der neunziger Jahre - Multikulturalität und Mehrsprachigkeit, Geschlecht, Integration - schlagen sich deutlich in den schulbezogenen Forschungsschwerpunkten des Instituts nieder. Thematisiert werden zunächst Sozialisations- und Bildungsprozesse in verschiedenen kindlichen und jugendlichen Entwicklungsphasen und in den unterschiedlichen institutionellen Kontexten des Primar- und Sekundarschulbereichs. Im Gefolge einer in den siebziger Jahren einsetzenden und in den achtziger Jahren in der Erziehungswissenschaft stark expandierenden professionstheoretischen Diskussion nimmt auch die Thematik des pädagogischen Handelns und der Tätigkeitsprofile und Handlungskompetenzen von Lehrerinnen und Lehrern breiten Raum ein. Neben der Untersuchung der klassischen Grundformen institutionalisierten pädagogischen Handelns, wie z.B. dem Unterrichten und seiner Didaktik, gewinnen auch neue pädagogische Handlungsformen - wie etwa Beratung und die pädagogisch-psychologische Untersuchung von Lernprozessen in der Forschung und Lehre des Instituts zunehmend an Gewicht. Ein Charakteristikum des Instituts ist es, daß die Forschung hier häufig auf unmittelbar pädagogisch-praktische und institutionelle Anforderungen zu reagieren hat. Dies schlägt sich u.a. in der Bedeutung nieder, die am Institut für Schulpädagogik der Schulentwicklung und Schulentwicklungsforschung zugemessen wird. Auch der außergewöhnlich hohe Anteil an Dienstleistungsangeboten wie wissenschaftliche Beratung und Begleitung von Schulen, Behörden, Politik sowie verschiedener Adressatengruppen, etwa von Frauen oder von Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen, ist hierauf zurückzuführen. Für die Forschungssituation von Bedeutung ist auch, daß dem Institut die Arbeitsstelle zur Erforschung der Hamburger Schul- und Unterrichtsgeschichte zugeordnet ist. Insgesamt hat sich die Forschungssituation durch die Einwerbung von Drittmitteln im Verhältnis zum vorangegangenen Berichtszeitraum deutlich verbessert, auch wenn durch Stellenstreichungen zentrale Bereiche der Schultheorie und Schulentwicklung, wie etwa Schulrecht und Schulorganisation, nicht vertreten sind.

Forschungsschwerpunkte

Die folgende Zusammenstellung benennt nach übergreifenden Kategorien geordnet, die zentralen thematischen Forschungsschwerpunkte, die im Berichtszeitraum im Vordergrund gestanden haben:

Geschichte, Theorie und Empirie der Schulentwicklung


Interkulturelle Bildungsforschung


Professionalisierung und berufliche Sozialisation von Lehrerinnen und Lehrern


Psychosoziale Problemlagen und Beratung


Sozialpsychologie von Lern- und Entwicklungsprozessen


Die Breite des thematischen Spektrums der Forschung ermöglicht im Institut für Schulpädagogik einen offenen und produktiven Dialog zwischen methodologisch verschieden orientierten Forschungsrichtungen. Hierbei bringen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts nahezu gleichwertig verschiedene forschungsmethodologische Traditionen ein. So gibt es eine erziehungs- und sozialgeschichtliche Ausrichtung, die in erster Linie historische Quellen bearbeitet. Daneben spielen auch empirisch-analytische Ansätze eine Rolle, die bestrebt sind, ihre Analysen der Schul- und Erziehungswirklichkeit sowie die Analyse von Lernparadigmen und Beratungssettings auf eine erfahrungswissenschaftliche Grundlage zu stellen. Ferner werden hermeneutisch rekonstruierende qualitative Verfahren systematisch ausgebaut und konzeptualisiert und für die Aufhellung von interaktiven Prozessen im Bereich pädagogischen Handelns fruchtbar gemacht. Diese Impulse qualitativer Sozialforschung führen auch zu ethnographischen und biographieanalytischen Zugängen. In vielen Bereichen, wie etwa im Bereich der Schulentwicklungsforschung und der interkulturellen Bildungsforschung, werden kombinierte methodische Verfahren angewandt.

Wissenschaftliche Zusammenarbeit

Die Mitglieder des Instituts kooperieren mit einer Reihe von Kollegen an Universitäten des In- und Auslands sowie in außeruniversitären Einrichtungen. Die jeweilige Kooperation ergibt sich aus den inhaltlichen Schwerpunkten der einzelnen Forschungsprojekte und den damit verknüpften persönlichen Beziehungen zu den Fachkollegen. Es sind insbesondere die erziehungs- und sozialwissenschaftlichen Fachbereiche der Universitäten Arizona (USA), Berlin, Cork, Genf, Essen, Frankfurt, Glasgow, Kiel, Bordeaux und Tôkyô zu nennen. Darüber hinaus bestehen Kooperationen mit verschiedenen Institutionen wie dem Deutschen Jugendinstitut München, dem Deutschen Volkshochschulverband, der Hans-Böckler-Stiftung, der Max-Traeger-Stiftung sowie zahlreichen Lehrerfortbildungsinstitutionen anderer Bundesländer und dem Deutsch-Französischen Jugendwerk.
Außerdem arbeitet eine große Zahl von Wissenschaftlern in der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft und ihren überregionalen Fachkommissionen mit.

Anwendung in der Praxis

Einzelforschungsprojekte stehen im unmittelbaren Kontakt zur Praxis und sind im Zusammenhang mit institutionellen Anforderungen der Schulentwicklung und Politikberatung entstanden. Modellversuche im Bildungssystem werden wissenschaftlich begleitet. Lehrerbildung und Lehrerfortbildung werden forschend weiterentwickelt und die dabei entwickelten Innovationen vor allem im Bereich der phasenübergreifenden Lehrerbildung gleichzeitig evaluiert. Darüber hinaus finden vielfältige Kooperationen mit Schulen, Lehrerfortbildungseinrichtungen, Behörden und Ministerien sowie zahlreichen Verbänden statt. Prototypisch für das Gewicht der psychosozialen Beratung im Institut für Schulpädagogik ist der Aufbau eines Expertinnen-Beratungsnetzes, in dem beruflich qualifizierte Frauen im Ruhestand ihr Erfahrungswissen an jüngere Frauen weitergeben. Besondere Erwähnung bedarf auch die Einrichtung "Beratung im Schulumfeld", in der Initiativen im Bereich der Familienberatung, der Persönlichkeitsberatungen und auch der berufsbezogenen Beratung (Supervision) zusammengeführt sind.

Ausstattungsmängel

Drei, für das Institut für Schulpädagogik zentrale Hochschullehrerstellen, (Allgemeine Didaktik; schulische Sozialisation; Pädagogik der Sekundarstufen) wurden erst gegen Ende 1996 besetzt bzw. sind noch vakant. Dies führte zu einem hohen Auslastungsgrad in der Lehre. Auch ist die Anzahl der Stunden für studentische Hilfskräfte viel zu gering, wie die jährlichen Anforderungen zeigen. Außerdem ist die Ausstattung mit Geräten und Sachmitteln defizitär, so daß Forschung nur unter sehr erschwerten Bedingungen möglich ist.

Drittmittel 1996

FördereinrichtungBetrag
BSJB 70.000
BSJB 40.000
DFG 150.000
DFJW 50.000
Max-Traeger-Stiftung 80.000
Gesamtförderung 390.000


Forschungsprojekte

6.030.01Übergang in die Mutterschaft - Ein Vergleich zwischen alleinlebenden und partnerschaftlich lebenden Erstgebärenden
6.030.02Hochschuldidaktik. Evaluation hochschuldidaktischer Konzepte unter Einbeziehung Lehrender und Lernender an der Universität Hamburg
6.030.03Epidemiologische Studie zu Körperkontakt und sexuellen Kontakten im psychotherapeutischen Setting
6.030.04Reform der gymnasialen Oberstufe. Wissenschaftliche Begleitung eines Schulversuchs an der Max-Brauer-Schule in Hamburg
6.030.05Integration gesellschaftswissenschaftlicher Anteile in pädagogischen Studiengängen und pädagogischen Handlungsfeldern
6.030.06Belastung von Lehrerinnen und Lehrern an unterschiedlichen Schulformen. Lehrerhandeln und Schulentwicklung
6.030.07Grundschulunterricht im Kontext nationaler und kultureller Interdependenzen
6.030.08Formalisierungen von Problemlösungsprozessen im (Gruppen-) Unterricht der Grundschule
6.030.09Die Zukunft von (jeweils) nationaler Schulpädagogik und nationalen Unterrichtsinhalten in einem Kontext europäischer und globaler Internationalisierungen/Interkulturalisierungen
6.030.10Struktur und Reform des Schulsystems seit 1945
6.030.11Politik der Gerechtigkeit und die Möglichkeiten in der Praxis des Sprachunterrichts (Policy for Equity and Opportunity in the Practice of Language Education: The PEOPLE Project)
6.030.12Schulbildung für Migrantenkinder und Kinder autochthoner Minderheiten in der BRD. Eine Bestandsaufnahme.
6.030.13Bilinguale Kinder in monolingualen Schulen: Internationaler Vergleich des Unterrichts in der Sprache der Majorität
6.030.14Wissenschaftliche Begleitung des Schulversuchs: "Integrative Grundschule"
6.030.15Ärger und Bewußstseinskonflikte in Leistungs- und Ärgersituationen - eine empirische Studie
6.030.16Verkehrserziehung - Kreativitätsförderung - Spielpädagogik
6.030.17Bewältigungsstrategien "negativer sozialer Identität". Eine Begleitstudie zum ost-westdeutschen Integrationsprozeß (DFG-SPP "Sozialer und politischer Wandel im Zuge der Integration der DDR-Gesellschaft")
6.030.18Selbst-Wirksamkeit und Lernen
6.030.19Struktur sportrelevanter Werte
6.030.20Einstellungen zu Akkulturationszielen
6.030.21Soziale Identität und Rechtfertigung aggressiven Verhaltens
6.030.22Der bildungspolitische Diskurs um "language in education" im neuen Südafrika
6.030.23Pädagogik-StudentInnen am Beginn ihres Hochschulstudiums: Bildungserfahrung, Studienfachentscheidung, Studien- und Berufsmotivation
6.030.24Hermeneutische Rekonstruktionen lebensweltlicher Strukturen in Hinblick auf politisches Lernen und schulpädagogische Entwicklungen
6.030.25Beratung im Schulfeld - Familienberatung, Persönlichkeitsberatung und berufsbezogene Beratung (Supervision) als Teil der Fortbildung für Lehrer, Berufserzieher und Andragogen
6.030.26Prävention des Analphabetismus - Fortbildung von Grund- und Sonderschullehrerinnen
6.030.27Supervision mit Lehrern als Form ganzheitlicher Lehrerfortbildung
6.030.28Expertinnen-Beratungsnetz Hamburg: Entwicklung, Erprobung und Evaluation eines neuen generationsübergreifenden Modells der Beratung von Frauen in Fragen des beruflichen Weiterkommens durch Expertinnen
6.030.29Weiterentwicklung der Theorie subjektiver Imperative
6.030.30Empirische Untersuchungen zur Imperativtheorie I: Subjektive Imperative und Imperativverletzungskonflikte in Lernsituationen
6.030.31Empirische Untersuchungen zur Imperativtheorie II: Geschlechtsspezifische Unterschiede bei Imperativen und Imperativverletzungskonflikten
6.030.32Empirische Untersuchungen zur Imperativtheorie III: Medien.
Die Auswirkungen imperativischer Formulierungen in Zeitungstexten auf das Behalten von Sachinformationen
6.030.33Empirische Untersuchungen zur Imperativtheorie IV: Subjektive Theorien und Imperative bei Lehrern
6.030.34Angewandte Imperativtheorie I: Die Auflösung von Imperativverletzungskonflikten bei reaktiv Depressiven in der gemeindenahen Psychiatrienachsorge
6.030.35Angewandte Imperativtheorie II: Entwicklung und erste Erprobung der Methode des konstatierenden aufmerksamen Wahrnehmens beim Üben am Musikinstrument
6.030.36Angewandte Imperativtheorie III: der Abbau von Schwerhörigkeit - eine Pilotstudie

Wissenschaftliche Einrichtungen

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