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Zu den Projekten

Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaft

Von-Melle-Park 8, 20146 Hamburg, Tel.: 4123-2143


Wissenschaftliche Mitglieder

Professoren
Dr. Stefan Aufenanger; Dr. Herbert Gudjons; Dr. Friedrich Koch; Dr. Rainer Kokemohr; Dr. Ingrid Lohmann; Dr. Helmut Peukert; Ernst Schaack; Dr. Gertrud Schiess; Dr. Fulbert Steffensky

Dozenten
Dr. Wilhelm Dreßler; Dr. Michael Löffelholz; Dr. Renate Luca

Hochschulassistenten/Assistenten/wiss. Mitarbeiter
Gesa Heinrichs; Dr. Torsten Knauth; Dr. Martina Koch; Dr. Hans-Christoph Koller; Sibylla Leutner-Ramme; Holger Tiedemann; Dr. Wolfram Weiße

Allgemeiner Überblick

Das Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaft (IAE) gliedert sich in folgende sechs Arbeitsbereiche:


So wenig sich alle Institutsmitglieder eindeutig einem dieser Arbeitsbereiche zuordnen lassen, so wenig stehen diese auch für jeweils deutlich voneinander abgegrenzte Forschungsprogramme. Vielmehr ist es für die Situation im Institut kennzeichnend, daß seine Mitglieder auf sehr unterschiedliche Forschungsbedürfnisse reagieren (müssen). Das Spektrum reicht von allgemeiner Grundlagenforschung über spezialisierte Einzeluntersuchungen verschiedener Teildisziplinen bis hin zur wissenschaftlichen Begleitung von pädagogischen Modellversuchen und zur Entwicklung hochschuldidaktischer Konzepte.

Forschungsschwerpunkte

Systematische Pädagogik

Prof. Peukert hat seine Untersuchung über den gegenwärtigen Diskussionsstand um allgemeine Erziehungswissenschaft im Verhältnis zu W. Flitners Ansatz abgeschlossen, ebenso wie das Projekt über Kritische Theorie und ihr Verhältnis zur Erziehungswissenschaft. Schwerpunkt der Forschungen von Prof. Peukert ist der Entwurf einer Bildungs- und Erziehungstheorie, die den Herausforderungen der Gegenwart standhält und sich gegenüber der postmodernen Kritik behaupten kann.

Geschichte der Erziehung

Prof. Lohmann arbeitete über den Zusammenhang von Bildung, bürgerlicher Öffentlichkeit und Beredsamkeit und analysierte die pädagogische Transformation der Rhetorik zwischen 1750 und 1850. Ihr neues Forschungsprojekt will den Einfluß jüdischen Denkens auf die pädagogische Theoriebildung der Moderne aufdecken, und zwar anhand einer Fallstudie über die Geschichte der jüdischen Freischule in Berlin (1778-1825).
Prof. Koch hat das pädagogische Konzept in dem Werk von Christian Fürchtegott Gellerts unter besonderer Berücksichtigung der Fabeln und Lehrerzählungen erarbeitet.

Bildungstheorie

Dr. Koller befaßt sich mit der Formulierung eines der soziokulturellen Situation der Postmoderne angemessenen Bildungsbegriffs, der schließlich anhand biographischer Interviews überprüft werden soll.

Pädagogische Interaktionsforschung

Prof. Kokemohr und Dr. Koller bearbeiten in einem Projekt die bildungstheoretisch angesetzte Frage nach der Funktion rhetorischer Figuren in Widerstreit und Konsensbildung im Kontext von Migration und interkultureller Kommunikation, und zwar auf der Grundlage der qualitativen Analyse von Dokumenten interkultureller Kommunikation.
Prof. Kokemohr hat in einem Feldforschungsprojekt, das er in Kamerun, Westafrika durchführte, die kulturellen Bedingungen kategorialen Lernens, besonders die Entstehung neuer Problemlösungsfähigkeiten, untersucht.

Begleitforschung von Schulversuchen

Die Ergebnisse seines Feldforschungsprojektes bilden den Ausgang für die Begleitforschung zu einem Modellschulversuch in Kamerun. Es geht um die Analyse der Möglichkeiten und Bedingungen, die einer wirksamen Schulreform in West- und Zentralafrika vorausliegen.
Prof. Gudjons führt gemeinsam mit Dr. Bastian eine Evaluationsstudie durch, die die Reform der Oberstufe eines Hamburger Gymnasiums durch die Einführung fächerübergreifenden Lernens in konstanten Lerngruppen überprüft.

Hochschuldidaktik

Eine Gruppe von AssistentInnen v.a. des IAE - Dr. M. Koch, Dr. H.-Ch. Koller, S. Leutner-Ramme sowie Dr. E. Arnold und Dr. W. Bos - verfolgt ein Projekt, das im Zuge der Selbst- und Fremdevaluation eigener Lehre die Entwicklung eines Konzeptes zur hochschuldidaktischen Qualifizierung von Assistenten zum Ziel hat.
Prof. Gudjons arbeitet zusammen mit einem Wiss. Mitarbeiter an der Bestimmung von "pädagogischen Grundwissen", das - in Form von Lehrbuch-Texten aufbereitet - sowohl dem Stand der erziehungswissenschaftlichen Forschung als auch den aktuellen Prüfungsanforderungen gerecht wird und den Studierenden als Leitfaden für das Studium dienen kann.

Unterrichtsforschung

Im Bereich der Unterrichtsforschung verfolgt Prof. Gudjons zwei Vorhaben. Zum einen ist er mit der Entwicklung einer didaktischen Theorie des Projektlernens befaßt; Grundlage ist ein Kooperationsprojekt mit dem Institut für Lehrerfortbildung und Hamburger Schulen. Zum anderen erarbeitet er ein theoretisches Konzept der Handlungsorientierung im Kontext verwandter didaktischer Ansätze und auf Grundlage pädagogisch relevanter Handlungstheorien.

Medienpädagogik

Prof. Koch untersucht den "Fall" Kaspar Hauser unter erziehungswissenschaftlichen Gesichtspunkten und analysiert seine Darstellung in Spielfilmen.
Dr. Luca hat einen "Atlas" als Wegweiser durch das Angebot der Medienpädagogik und Medienarbeit in Hamburg erstellt. In zwei weiteren Studien verknüpft Dr. Luca medienpädagogische Fragen mit Perspektiven der Frauenforschung. Zum einen untersucht sie die Mediennutzung von Mädchen und Frauen, zum anderen die Bedeutung massenmedialer Produkte für die Identitätsbildung von weiblichen Jugendlichen, also die systematische Frage nach der sozialisatorischen Funktion von Massenmedien.
Prof. Aufenanger führte in Kooperation mit Kollegen der Universität Freiburg ein Projekt zum Thema "Fernsehwerbung und Kinder" durch. Dem schloß sich eine Studie zum Thema "Lustige Gewalt? - Zum Verwechslungsrisiko von inszenierter und realer Fernsehgewalt durch Kinder in humoresken Programmkontexten" an. Weiterhin werden Studien zur Einbettung von Medienerziehung in der Grundschule sowie zur Rezeption von und dem Lernen mit Multimedia-Anwendungen durchgeführt.

Größere Einzeluntersuchungen

Prof. Koch untersucht das sexuelle Stigma und seine Instrumentalisierung in der politischen Auseinandersetzung im theoretischen Rahmen der Vorurteilsforschung. In Mitarbeit von Prof. Glück, Univ. Köln, und Prof. Etschenberg, Univ. Kiel, entwickelt Prof. Koch ein Konzept zur AIDS-Prävention im Rahmen der Sexualerziehung.
Im Zusammenhang eines bundesweiten Kongresses hat Dr. Luca gemeinsam mit H. Kahlert und S. Müller-Balhorn die aktuelle Diskussion der Frauen- und Mädchenbildung aufgearbeitet.
Prof. Schottmayer forschte über Bedingungen, Funktionen und Formen gemeinschaftlichen Wohnens unter besonderer Berücksichtigung familienergänzender und nachbarschaftlicher Wohnformen.

Preisverleihungen

Verleihung des "Wilhelm-Flitner-Preises" des Fachbereiches Erziehungswissenschaft an Dr. Martina Koch für ihre Dissertation: "Die Konstellation der Rationalitäten im interrationalen Bildungsprozeß. J. Habermas, D. Kamper und M. Seel im fiktiven Gespräch über eine Bildinterpretation von K. Mollenhauer".

Wissenschaftliche Zusammenarbeit

Es bestehen zahlreiche Verbindungen sowohl zu Institutionen der Schul- und Unterrichtspraxis als auch zu anderen Fakultäten, Hochschulen und Forschungseinrichtungen innerhalb Deutschlands sowie im europäischen und nicht-europäischen Ausland.

Anwendung in der Praxis

Wohl jedes erziehungwissenschaftliche Forschungsprojekt soll letztlich helfen, die pädagogische Praxis zu verbessern, und diese Maxime gilt entsprechend für die hier aufgeführten Untersuchungen. In einzelnen Fällen ist die Rückmeldung an die Schulbehörden/bildungsplaner und -politiker institutionell von vorneherein gesichert, namentlich bei den Begleituntersuchungen, deren Berichte an die Hamburger Behörde für Schule und Berufsbildung sowie an die Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung gehen. Für die vom Bundesministerium für Jugend, Familie und Gesundheit in Auftrag gegebene Studie gilt entsprechendes. In vielen Fällen (z.B. auch in der empirisch breit angelegten Aufsatzstudie sowie in den Untersuchungen zu Brasilien) wird es ähnliche Rückmeldungen an die entsprechenden Behörden und an die Beteiligten geben.

Ausstattungsmängel

Das IAE ist erst im Laufe des Berichtszeitraums als eigenständige wissenschaftliche Einrichtung im Sinne des Hamburger Hochschulgesetzes entstanden. Insofern verfügt es bisher kaum über eigene Ausstattung, und die bei ihm auftretenden Schwierigkeiten im Forschungsbetrieb durch Ausstattungsmängel werden sich vielfach mit denen anderer Institute des Fachbereichs decken.

Drittmittel 1996

Keine Angaben


Forschungsprojekte

6.010.01Fernsehwerbung und Kinder
6.010.02Lustige Gewalt? Zum Verwechslungsrisiko von realer und inszenierter Fernsehgewalt durch Kinder in humoresken Programmkontexten
6.010.03Medienerziehung an Grundschulen in Hamburg
6.010.04Reform der gymnasialen Oberstufe. Wissenschaftliche Begleitung eines Schulversuches an der Max-Brauer-Schule in Hamburg
6.010.05Ästhetische Bildung
6.010.06Handlungsorientiert Lehren und Lernen - Grundlagen eines Unterrichtskonzeptes für die Sekundarstufe
6.010.07Ansätze zu einer Theorie des Projektunterrichtes
6.010.08Profilbildung als Reformansatz der gymnasialen Oberstufe
6.010.09Die Anfänge der Sexualpädagogik
6.010.10Hochschuldidaktik. Evaluation hochschuldidaktischer Konzepte unter Einbeziehung Lehrender und Lernender an der Universität Hamburg
6.010.11Christian Fürchtegott Gellert - Poet und Pädagoge der Aufklärung
6.010.12Der Kaspar-Hauser-Effekt. Über den Umgang mit Kindern
6.010.13Die gescheiterte Dressur. Das Wilde Kind von Aveyron, sein Lehrer Itard und die Pädagogik der Strafe
6.010.14Migration, interkulturelle Kommunikation und Rhetorik als Bildungsproblem
6.010.15Modellschul-Begleitforschung zum Aufbau einer Modellschule in Kamerun, Westafrika
6.010.16Begleitforschung zum Aufbau einer Modellschule in Kamerun, Westafrika
6.010.17Bildung und Widerstreit. Zur sprachlichen Struktur von Bildungsprozessen in der (Post-)Moderne
6.010.18Mathematisch-naturwissenschaftliche Kenntnisse von 10.000 Schülern
6.010.19Bildung, bürgerliche Öffentlichkeit und Beredsamkeit im Vormärz
6.010.20Jüdische Dialogkultur und das Problem der Interkulturalität - Historische Rekonstruktion am Beispiel der jüdischen Freischule in Berlin (1778-1825)
6.010.21Jüdische Freischule
6.010.22Filme als Leit- und Leidbilder für Weiblichkeit und Lebensorientierung - weibliche Filmrezeption und medienpädagogische Konsequenzen
6.010.23Medien und weibliche Identitätsbildung - Handlungsleitende Themen weiblicher Jugendlicher im Kontext von Medienrezeption und medienpädagogischer Arbeit
6.010.24Entwicklung von Curriculum-Elementen für das erziehungswissenschaftliche Studium von Lehramtskandidaten
6.010.25Analyse von Schülerarbeiten aus der medienorientierten Projektarbeit in der Grund- und Mittelstufe
6.010.26Untersuchung über Bedingungen, Funktionen und Formen gemeinschaftlichen Wohnens unter besonderer Berücksichtigung familienergänzender und nachbarschaftlicher Wohnformen

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