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Zu den Projekten

Ordinariat für Hygiene der Universität

Gazellenkamp 38, 22529 Hamburg, Tel.: 586979


Wissenschaftliche Mitglieder

Professor
Prof.Dr. Eberhard Pfeiffer

Wiss. Mitarbeiter
Dr. Klaus Eberlein; Dr. Klaus Hammer; Dr. Grigorios Ketzeridis; Dr. Gerhard Nordholt; Dr. Peter Weidenfeller

Allgemeiner Überblick

Das Ordinariat für Hygiene der Universität Hamburg war bis 1991 mit der Anstalt für Hygiene der Umweltbehörde verbunden. Der jeweilige Ordinarius war gleichzeitig Direktor dieser Einrichtung. Nach 1991 erfolgte die Abtrennung von der Umweltbehörde. Mit eigenem Personal, technischer Ausstattung und Finanzmitteln wurde der Lehrstuhl dem UKE zugeordnet. Um die Erledigung der umfangreichen Dienst-, Lehr- und Forschungsaufgaben langfristig gewährleisten zu können, besteht nun die dringende Notwendigkeit der Errichtung eines eigenen Instituts für Umwelthygiene. Diese universitären Institute bestehen seit langer Zeit an allen medizinischen Fakultäten.
Die Zielvorstellungen des Fachs Hygiene sind die Erkennung und Verhütung von Krankheitsursachen in der Umwelt des Menschen. In der Umwelthygiene wird die Beziehung zwischen Gesundheit einerseits und Wasser, Boden, Luft, Wohnung und Lebensmitteln andererseits abgehandelt. Die Hygiene ist damit ein wesentlicher Betsandteil der Präventiv-, insbesondere der Umweltmedizin. Zur Bearbeitung von Fragestellungen in diesem Bereich bedarf es jedoch enger Zusammenarbeit zwischen der Hygiene und u.a. der Toxikologie, Arbeitsmedizin, Mikrobiologie, Chemie, Biologie und Epidemiologie.
Die wissenschaftliche Tätigkeit umfaßt überwiegend angewandte Forschung, in geringem Umfang Grundlagenforschung. Ein Arbeitsgebiet ist die Erfassung und Bewertung der Belastung des Menschen mit Schadstoffen aus seiner Umwelt. Ein weiteres ist der Nachweis einer Schädigung des Immunsystems, der Enzymsysteme bzw. von Zellwandstrukturen durch Umweltnoxen. Ein anderer Schwerpunkt betrifft Untersuchungen zur Wirkung von Desinfektionsmitteln auf Viren.

Forschungsschwerpunkte

Wasser- und Bodenhygiene

Erfassung und Bewertung mutagener Aktivitäten in Trink-, Bade-, Oberflächen- und Abwässern, Verhalten dieser bei der Aufbereitung. Evaluierung verschiedener biologischer Testverfahren zur Erfassung biologischer Wirkungen komplexer Schadstoffgemische in der Umwelt des Menschen. Auswirkungen des N- und P-Eintrags auf das Meeres-Ökosystem. Nachweis geschädigter pathogener Mikroorganismen in Wässern.

Lebensmittelhygiene

Bestimmung der Keimbelastung und Mikrobizidie, Mutagenität und Antimutagenität von Lebensmittelzusatzstoffen.

Hygiene der ärztlichen und zahnärztlichen Praxis

Entwicklung von Konzepten zur Abfallentsorgung. Untersuchungen zur Schadstoffbelastung des Personals. Besiedlung und Ausbreitung von pathogenen Mikroorganismen in Sanitärbereichen von Krankenhäusern und öffentlichen Einrichtungen im Vergleich zu Haushalten. Untersuchungen zur biologischen Kontrolle der Sterilisation, insbesondere der Strahlensterilisation. Entwicklung von Testverfahren zur Virusdesinfektion; Untersuchungen zur Wirkung von Desinfektionsmitteln auf Viren.

Epidemiologische Untersuchungen zur Schadstoffbelastung und -wirkung auf den Menschen

Es werden biologische Wirkungen verschiedener Schadstoffe (z.B. Autoabgas, Rauchen, Lösungsmittel) auf den Menschen an genotoxischen und immuntoxischen Endpunkten bestimmt. Weiter werden Wechselwirkungen mit den metabolisierenden Enzymsystemen erfaßt. Darüber hinaus werden mögliche Schäden von Zellwänden verschiedner Organsysteme durch Erfassung der Sialinsäurenkonzentration und des Sialinsäurenmusters untersucht.

Anwendung in der Praxis

Aufgrund des Selbstverständnisses des Fachs Hygiene werden vielfältige praktisch orientierte wissenschaftliche Fragestellungen bearbeitet. So werden in diesem Rahmen auch aktuelle Probleme der Wasser-, Boden- und Lufthygiene der FHH mit wissenschaftlicher Relevanz aufgegriffen. Dies führt zu einer engen Kooperation mit den Fachbehörden. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Tätigkeit werden von den Behörden und der Industrie genutzt.

Ausstattungsmängel

Bei der Abtrennung von der Umweltbehörde konnte eine zufriedenstellende Versorgung des Lehrstuhls mit wissenschaftlichem Personal, Sachmitteln und Geräten erzielt werden. Ein wesentliches Manko blieb jedoch bei der Ausstattung mit technischem Personal. Die provisorische räumliche Unterbringung an zwei Orten (Gebäude der Allgemeinen Botanik, Jungiusstr. bzw. der Umweltbehörde, Gazellenkamp) erschwert erheblich einen normalen Arbeitsablauf. Auch die räumliche Entfernung zum UKE behindert sehr stark eine Zusammenarbeit mit den anderen Einrichtungen. Eine Zusammenführung und endgültige Unterbringung ist dringend notwendig.
Nach Schließung einiger Laboratorien durch die Universität aus sicherheitstechnischen Gründen waren die wissenschaftlichen Tätigkeiten während des Berichtszeitraumes wesentlich eingeschränkt.

Drittmittel 1996

Keine Angaben


Forschungsprojekte

4.320.01Schadstoffbelastungen und deren Auswirkungen auf den Menschen im molekularen Bereich
4.320.02Induktion schädlicher Algenentwicklung durch anthropogene Einträge von Schadstoffen in der Nordsee
4.320.03Keimgehalt, Germizidie und Mutagenität von Lebensmittelzusatzstoffen
4.320.04Zur mutagenen Aktivität von Böden
4.320.05Keimbilanzierung der Elbe im jahreszeitlichen Profil
4.320.06Erfassung der geno- und immuntoxischen Wirkungen bzw. Beeinflussung von schadstoffmetabolisierenden Enzymsystemen durch Umweltnoxen bei besonders exponierten Personen

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