nächster Bericht
Zu den Projekten

Neurochirurgische Universitätsklinik und -Poliklinik

Universitäts-Krankenhaus Eppendorf (UKE), Martinistraße 52, 20246 Hamburg, Tel.: 4717-2750/3750


Wissenschaftliche Mitglieder

Professor
Dr. Hans-Dietrich Herrmann

Hochschulassistenten/Assistenten/wiss. Mitarbeiter
Dr. Alf Giese; Dr. Johannes A. Köppen; PD Dr. Manfred Westphal

Allgemeiner Überblick

Bei dem Labor für Hirntumorbiologie handelt es sich um ein Forschungslabor in der neurochirurgischen Abteilung der Neurologischen Universitätsklinik im Universitätskrankenhaus Eppendorf. Das Labor wurde im Oktober 1984 eingerichtet und beschäftigt sich seither mit der Grundlagenbiologie von hirneigenen Tumoren. Unter der Klinikleitung von Prof. Herrmann wird die wissenschaftliche Arbeit im Labor geleitet von PD Dr. Westphal und zwei Gruppenleitern, Dr. J.H. Köppen und Dr. A. Giese. Die experimentellen Aufgaben werden zum größten Teil wahrgenommen von Drittmittel finanzierten technischen Assistentinnen und Doktoranden. Aufgrund der Gegebenheiten im UKE entfällt 30% der Arbeitszeit auf infrastrukturelle Grundtätigkeiten, Selbstverwaltung, Erstellung von Aufträgen und Abfassen von Berichten.

Forschungsschwerpunkte

Grundsätzlich läßt sich der Inhalt der Arbeiten im Labor für Hirntumorbiologie in zwei Schwerpunkte gliedern:

  1. Zellbiologie der hirneigenen Tumoren (Gliome)
  2. Hirntumorimmunologie
  3. Hirntumormigration
  4. Angiogenese

Zu 1. Im zellbiologischen Arbeitsbereich wird anhand von primären Zellkulturen und mittlerweile 31 etablierten Zellinien von Gliomen und auch an fünf in der Nacktmaus wachsenden Tumorlinien die Wachstumsautoregulation der Tumorzellen untersucht. Einzelprojekte sind hier:

a) Charakterisierung der Zellzusammensetzung in Kulturen, insbesondere bei Primärkulturen und Erarbeitung serumfreier Primärkulturbedingungen für Lineage-Analyse. Lineage Analyse.
b) Regulation von Zelldifferenzierung, Proliferation und Zellmigration durch extrazelluläre Matrix
c) autokrine Wachstumsstimulation durch von den Zellen selbst produzierte Wachstumsfaktoren und Inhibierung dieser Wachstumsstimulation
d) Autoregulation von Zellmigration durch autokrin produzierte Migrationsfaktoren, die in einem Spheroidzellkultursystem untersucht werden
e) molekulargenetische Analytik von Onkogen- und Suppressorgen-Expression zunächst an Zellinien, dann auch an Frischtumormaterial (c-erbB, HER-2, c-sis, c-neu, c-kit, c-TRK, p53, p16)

Zu 2. Der immunologische Arbeitsbereich befaßt sich mit der Interaktion zwischen Tumorzellen und Lymphozyten. Es wird hier an Primärkulturen untersucht, wie sich tumorinfiltrierende Lymphozyten oder periphere Blutlymphozyten, die mit Interleukin 2 zu Lymphokinen aktivierten Killerzellen stimuliert werden, in ihrer zytotoxischen Aktivität optimieren lassen. Hierbei wird zum einen daran gearbeitet, die von den Tumorzellen produzierten immunsuppressiven Substanzen zu antagonisieren und zum anderen die Effizienz der Lymphozyten gegen die Tumorzellen zu steigern. Diese Arbeiten beinhalten ein S-2 Projekt der anti-sense Transfiction mit TGF-ß2.

Kongreßorganisation

Dr. Westphal: Jahrestagung DGNC (1996)

Preisverleihungen

Wissenschaftliche Zusammenarbeit

Bezüglich der neuropathologischen Analytik und überlappender Fragestellungen wird mit der neuropathologischen Abteilung, Direktor Prof. Dimitri Stavrou, zusammengearbeitet. Auswärtige Zusammenarbeiten bestehen mit:

Anwendung in der Praxis

Die bisherigen Forschungsergebnisse bezüglich der Autoregulation der Zellproliferation bei Gliomen und die damit entstandenen Publikationen haben dazu geführt, daß eine Studie zur Anwendbarkeit eines monoklonalen Antikörpers gegen den EGF-Rezeptor von Prof. Herrmann und Dr. Westphal geleitet und zu Ende gebracht wurde. Es wurden 10 Patienten multizentrisch eingebracht. Es gibt 4 Jahre später einen Langzeitüberblick. Weder der Antikörper noch die Entdeckung regelhaften Auftretens von EGF-Rezeptoren auf Gliomzellen stammt aus dem Labor für Hirntumorbiologie.

Eine adjuvante Immuntherapie für Gliome mit speziell vorbehandelten patienteneigenen Lymphozyten erscheint machbar, eine erste klinische Serie ist bisher jedoch erfolglos gewesen, wobei daraus erkannte, neue Ansätze derzeit in vitro erarbeitet werden.
Aus den Untersuchungen zum p53 sind tierexperimentelle Voruntersuchungen für eine Aderovirus-vermittelte Gentherapie entstanden.
Die Bedeutung des Forschungslabors liegt darin, potentiell machbare neue Therapieformen hier in einer bundesweit eher ungewöhnlichen Kombination von Klinik und Labor auf ihre Anwendbarkeit überprüfen zu können und dann gegebenenfalls auch als erstes anwenden zu können. Derzeit werden Hirntumorpatienten mit dem HSV-th Gen behandelt. Daraus kann ein Zentrum für die Behandlung von Hirntumoren entstehen.

Ausstattungsmängel

Das Labor wurde bisher ausschließlich über Drittmittel finanziert, wobei von 1984 bis 1996 etwa DM 1 Million angeworben werden konnten. Die benötigten apparativen Ausstattungen sind aus Drittmitteln beschafft, wobei hier lediglich ein Zellzähler und ein ELISA-Reader durch das UKE beschafft worden sind. Die Grundausstattung der Klinik hat zur Arbeit in dem Labor nur in vernachlässigbarem Umfang beigetragen. Mängel bestehen in dem erheblichen Verwaltungsaufwand und den großen Schwierigkeiten, trotz in erheblichem Umfang eingebrachter Drittmittel apparative Beschaffungen durch das UKE genehmigt zu bekommen. Die räumliche Situation ist mittlerweile sehr zufriedenstellend durch die Übernahme großer Teile des Pav. 22. Die Schwierigkeiten im Forschungsbetrieb entstehen hauptsächlich dadurch, daß die Verantwortlichen mit Genehmigungen, Anträgen, Abschlußberichten, Berichten und Zwischenberichten und Verteidigung der Infrastruktur 80% ihrer potentiell für Wissenschaft nutzbare Zeit einsetzen müssen.

Drittmittel 1996

FördereinrichtungBetrag
Deutsche Krebshilfe 140.000
Bauer Stiftung 20.000
Gesamtförderung 160.000


Wissenschaftliche Einrichtungen

nach oben