Universitäts-Krankenhaus Eppendorf (UKE), Martinistraße 52, 20246 Hamburg, Tel.: 4717-2701/3710
Wissenschaftliche Mitglieder
Professoren
Dr. Michael Albani; Dr. Margarete Berger; Dr. Rolf Grüttner; Dr. Hans Henning Hellwege; Dr. Ernst W. Keck; Dr. Alfried Kohlschütter; Dr. Günter Landbeck; Dr. Dirk E. Müller-Wiefel; Dr. Ernst Richter; Dr. Franz Josef Schulte; Dr. Rolf-Heinz Willig; Dr. Kurt Winkler
Dozenten
Dr. Hans Peter Koepp; Dr. Christel Plettner; Dr. Günter Schröder; Dr. Nikolaus Stahnke
Hochschulassistenten/Assistenten/wiss. Mitarbeiter
Dr. Hans Altrogge; Dr. Franz Otto Ambraß; Dr. Oliver Amon; Dr. Manfred Ballmann; Dr. Karl Bentele; Dr. Gerhard Beron; Dr. Martin Bitzan; Dr. Corinna Budde-Steffen; Dr. Peter Clemens; Dr. Jens Commentz; Dr. Ralf Dittmann; Matthias Dürken; Dr. Rudolf Erttmann; Dr. Ines Fenner; Dr. Rainer-Christian Goerne; Dr. Irene Görtitz; Dr. Lutz Grävinghoff; Dr. Christine Greenshaw; Dr. Gerd Hausdorf; Dr. Knut Helmke; Dr. Peter Höger; Dr. Christoph Hübner; Dr. Gritta-Elisabeth Jank-Schaub; Dr. Hartmut Kabisch; Dr. Peter Koepp; Dr. Stefan Lindner; Dr. Sigrun Lork; Bernd Mack; Dr. Susanne Matthes-Martin; Dr. Bodo Niggemann; Dr. Volker Petersen; Dr. Christine Purfürst; Dr. Theresia Rettig; Dr. Christoph Schröder; Dr. Christine Seitz; Dr. Gerrit Sinnecker; Dr. Andreas Steinhoff; Dr. Kirsten Stollhoff; Dr. Jürgen Strehlau; Dr. Peter Struck; Dr. Eva-Maria Thuressen; Dr. Wolfgang Tiedke; Dr. Norbert Veelken; Renate Wendt; Dr. Peter Winkler; Dr. Andreas Wistuba; Dr. Hennig Wulbrandt
Allgemeiner Überblick
Die Kinderklinik ist nach einem Departmentsystem strukturiert, d.h. Forschung, Lehre und Patientenversorgung liegen für die speziellen Erkrankungen in der Verantwortung von sechs selbständigen Abteilungen:
- Kernklinik (allgemeine Pädiatrie sowie Arbeitsgruppen für Endokrinologie, Neonatologie und Intensivmedizin, Nephrologie, Neuropädiatrie, Stoffwechselerkrankungen einschließlich Gastroenterologie und Ernährung)
- Abteilung für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie
- Abteilung für Klinische Immunpathologie
- Kardiologische Abteilung
- Psychosomatische Abteilung
- Röntgenabteilung
Abteilungen und Arbeitsgruppen unterhalten für die ambulante Behandlung von Patienten Spezialsprechstunden, während die stationäre Versorgung im Regelfall in der Kernklinik gemeinsam mit den Spezialabteilungen erfolgt. Auf diese Weise ist eine innige Verzahnung des gesamten know how der Klinik in Krankenversorgung, Forschung und Lehre gewährleistet, was in den zahlreichen, die Abteilungsstrukturen übergreifenden Forschungsprogrammen zum Ausdruck kommt.
Forschungsschwerpunkte
Der wissenschaftliche Auftrag der Kinderklinik wird in der vorwiegend klinischen Forschung mit einer möglichst direkten Rückwirkung auf die Patienten gesehen und erfüllt. Im einzelnen bestehen folgende Forschungsschwerpunkte:
- Die besondere psychische und psychosoziale Problematik von Kindern mit chronischen Erkrankungen unter sehr eingreifenden Therapieformen wurde innerhalb der einzelnen Abteilungen und Arbeitsgruppen von unseren Kinderpsychiatern und Psychologen richtungsweisend untersucht. Dabei geht es uns insbesondere auch um die psychosoziale Betreuung der Kinder mit malignen Tumoren, mit dialysepflichtiger Niereninsuffizienz, mit Störungen der Sexualentwicklung und mit chronischen Erkrankungen des Nervensystems.
- Zu der eindrucksvollen Senkung der neonatalen Sterblichkeit und der zentralnervösen Restschäden auch bei den schwersten Neugeborenenerkrankungen, wie Ateminsuffizienz, angeborenen Herzfehlern und Infektionen, haben wissenschaftliche Untersuchungen und die schnelle Umsetzung weltweiter Erfahrungen in die Praxis der Klinik beigetragen. Insbesondere ist die vorgeburtliche Diagnostik und Behandlung der Kinder mit Blutgruppenunverträglichkeit seit vielen Jahren ein wissenschaftlicher Schwerpunkt, und die diesbezüglichen Erfahrungen und Ergebnisse werden nur an wenigen Stellen der Welt erreicht.
Von uns werden alle Frühgeborenen mit einem Geburtsgewicht unter 1500 g, die in Hamburg geboren werden, in regelmäßigen Abständen bis zum 8. Lebensjahr nachuntersucht. Wir wollen auf diese Weise die Entwicklungsstörungen frühzeitig erkennen und behandeln.
- Wir haben in Hamburg ein spezielles Programm zur Verhütung des plötzlichen Kindstodes eingeführt auf der Basis unserer wissenschaftlichen Untersuchungen über die Ursachen dieser Form der Säuglingssterblichkeit.
- In der Kinderkardiologie und Röntgenologie konnte die Diagnostik durch Herzkatheter und andere invasive Verfahren, durch breite Anwendung des Ultraschalls, insbesondere am Herzen und an der Niere wesentlich vereinfacht werden.
In der Radiologie werden die neuen Verfahren der Ultraschalldiagnostik und insbesondere auch der Dopplersonographie bei der Erkennung von cerebralen Erkrankungen bei Früh- und Neugeborenen wissenschaftlich erfolgreich eingesetzt.
- Auf immunologisch/hämatologisch/onkologischem Gebiet hat die Pädiatrie in den letzten Jahren ihre eindrucksvollsten Erfolge zu verzeichnen. Die hämatologisch/onkologische Abteilung und die mit ihr kooperierenden Wissenschaftler anderer Subspezialitäten der Klinik wie auch weiterer Fachgebiete des Universitätskrankenhauses sind an diesen Erfolgen maßgeblich beteiligt. Multizentrische Studien zur Behandlung der Leukämie und des Osteosarkoms im Kindesalter werden in unserer Klinik geleitet. An der Neueinrichtung eines Zentrums für Knochenmarkstransplantationen ist die Abteilung für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie der Kinderklinik wesentlich mitbeteiligt. Molekularbiologische und Molekulargenetische Fragen werden vor allem beim Neuroblastom bearbeitet.
- Im Rahmen der Endokrinologie sind Wissenschaftler der Kinderklinik insbesondere an der Aufklärung von Beziehungen zwischen dem Nervensystem und endokrinen Organen wie Nebennierenrinde, Zirbeldrüse, Schilddrüse und Hypophyse beteiligt. Unsere endokrinologische Arbeitsgruppe ist eine zentrale Anlaufstelle im norddeutschen Raum für die Behandlung von Kindern mit Wachstumsstörungen.
- Die Arbeitsgruppe Stoffwechsel und Gastroenterologie untersucht vorwiegend biophysikalische und biochemische Prozesse an Membranen bei Muskelerkrankungen einerseits und bei Darmresorptionsstörungen andererseits. Auf diese Weise konnte die Pathogenese einiger Erkrankungen entscheidend aufgeklärt werden.
- Zusammen mit der neurochirurgischen Abteilung des UKE wurden neue Behandlungsverfahren bei Kindern mit Hirntumoren erarbeitet. Im Rahmen dieser Bemühungen konnten beachtliche Heilungserfolge in sog. Pinealislogentumoren mit rezidivfreien Überlebensraten von über 80% erzielt werden.
Wissenschaftliche Zusammenarbeit
Die neuropädiatrische Arbeitsgruppe der Kinderklinik hat zusammen mit Neurophysiologen, Neurologen, Neurochirurgen, Anästhesisten und Neuropsychologen einen Sonderforschungsbereich (1347) beantragt: "Cerebrale Funktionsdiagnostik", in den einige der diagnostischen und Überwachungsmethoden cerebraler Funktionen bei Frühgeborenen eingehen sollen.
Die vorgeburtliche Betreuung von Schwangeren mit Blutgruppenunverträglichkeit erfolgt in Zusammenarbeit mit der Frauenklinik des UKE. Im Rahmen der Onkologie, der Kardiologie, der Nephrologie und der Stoffwechselerkrankungen ist durch eine Einbindung dieser Arbeitsgruppen in nationale und internationale Forschungsverbände ein dauernder Qualitätsvergleich gewährleistet.
Im Rahmen eines wissenschaftlichen Verbundprogrammes, an dem in- und ausländische neonatologische Zentren beteiligt sind, werden in der Kinderklinik sehr unreife Frühgeborene mit Lungenentfaltungsstörungen einem neuen Behandlungsverfahren unterworfen mit sog. oberflächenaktiven Substanzen. Die bereits jetzt erkennbaren großen Erfolge dieser Behandlung haben zu einer deutlichen Senkung der Frühgeborenensterblichkeit geführt.
Anwendung in der Praxis
Durch die klinische Ausrichtung der Forschung ist die direkte Rückwirkung der Arbeit auf die Krankenversorgung zwangsläufig gegeben. Sie geht aus den hier dargestellen Schwerpunkten unserer Forschung hervor. Diese klinische Anwendung ist das unmittelbare Ziel aller wissenschaftlichen Forschungsprogramme in unserer Klinik. Darüberhinaus wurden im Berichtszeitraum Untersuchungen geplant, die sich mit dem Einfluß von Umweltfaktoren, insbesondere von Dioxin, auf die Gesundheit von Kindern beschäftigen. Das Auftreten von Fehlbildungen einerseits und von bestimmten hämatologischen/immunologischen bzw. stoffwechselchemischen Veränderungen andererseits wird in Abhängigkeit von Umweltbelastungen untersucht.
Ausstattungsmängel
Ohne die Drittmittel der diversen Förderorganisationen, aber auch ohne erhebliche Mittel aus privaten Spenden, wäre jede hier dargestellte Forschung nicht möglich. Die apparative technisch-wissenschaftliche Ausstattung der Kinderklinik kann - dank dieser Hilfen - als gut beurteilt werden. Die baulich-räumliche Ausstattung der Kinderklinik ist unzureichend, teilweise schlecht. Entsprechende Stufenpläne zur Sanierung der Patientenunterbringung einerseits und der Laboratorien andererseits konnten zeitlich nicht eingehalten werden.
Drittmittel 1996
Keine Angaben
Wissenschaftliche Einrichtungen