|
|
Wissenschaftliche Mitglieder
Wiss. Mitarbeiter
Dr. Reinhard Kusel; Dr. Bernhard Rassow
Gastwissenschaftler
H. Stiller (Jan. 94 - Dez. 96); Dr. (Shanghai/VR China) Ying Wang (Jan. 94 - Dez. 96)
Allgemeiner Überblick
Die Abteilung für Medizinische Optik ist eine weitgehend selbständige Einheit, in der Physiker an der Weiterentwicklung der diagnostischen und therapeutischen Methoden und Hilfsmittel der Ophthalmologie und der Augenoptik arbeiten. Dies erfolgt in engem fachlichen Kontakt mit den Ärzten der Augenklinik, mit Partnern in anderen Universitäten und der ophtalmologisch-optischen Industrie. Diese Kooperation macht es möglich, neue physikalische Erkenntnisse und apparative Entwicklungen für die augenärztliche Tätigkeit direkt nutzbar zu machen.
Forschungsschwerpunkte
Die bisherigen und laufenden wissenschaftlichen Arbeiten sind in 4 Gruppen zusammenzufassen:
Laseranwendung
Die Abteilung hat sich viele Jahre intensiv mit Problemen des chirurgischen Einsatzes des Lasers in der Ophtalmologie beschäftigt. Es wurden, noch bevor kommerzielle Argon-Laser-Koagulatoren erhältlich waren, mit einem in der Abteilung entwickelten Gerät Netzhautbehandlungen durch die Ärzte der Augenklinik durchgeführt. In späteren Jahren hat sich der Schwerpunkt dann zur diagnostischen Anwendung des Laserlichtes verschoben. Aus diesem Arbeitsbereich ist ein augenärztliches Untersuchungsgerät zur Messung der "retinalen Sehschärfe" hervorgegangen, das weltweit eingesetzt wird.
Auf diesem Gebiet laufen jetzt weitere Arbeiten zur laser-interferometrischen Bestimmung augenoptischer Daten.
Objektive Refraktionsbestimmung
Die Qualitätskontrolle automatischer Geräte zur Refraktionsbestimmung und daraus folgend eigene Vorschläge zur Verbesserung dieser Geräte waren besonders in den 80er Jahren ein zentrales Arbeitsgebiet der Abteilung. In Fortsetzung dieser Untersuchungen wird zur Zeit im Rahmen eines EU-Forschungsprojektes an der Verbesserung der Methode der Photorefraktion gearbeitet, mit dem Ziel, ein einfaches Verfahren zur Refraktionsbestimmung bei Kleinkindern zu entwickeln. In Zusammenhang damit hat die Abteilung für Medizinische Optik zusammen mit der Abteilung für Ple- und Orthoptik der Universitäts-Augenklinik Hamburg die Projektleitung eines internationalen Forschungsprojektes, das von der EU im sogenannten "Alpha-Programm" finanziert wird. Es arbeiten dabei 3 europäische und 3 lateinamerikanische Arbeitsgruppen zusammen, um den Einfluß der frühen Korrektion von Sehfehlern auf die Entwicklung der Sehschärfe bei Kindern zu untersuchen. Eine weitere von der EU geförderte Zusammenarbeit bezieht sich auf die theoretischen Grundlagen und die technische Realisierung der exzentrischen Photorefraktion. Im Rahmen dieser Arbeitseinrichtung sind in den letzten Jahren auch Untersuchungen zum Einsatz der "Visuell Evozierten Corticalen Potentiale" (VECP) in der augenärztlichen Diagnostik durchgeführt worden.
Standardisierung der Bestimmung der Sehschärfe und der Kontrastempfindlichkeit
In dem Bereich Standardisierung der Sehschärfenbestimmung und ihre Verbindung zur Kontrastempfindlichkeit werden Meßverfahren zur einfachen Messung der Kontrastempfindlichkeitsfunktion - diese auch bei Dämmerung und unter Blendeinwirkung - entwickelt. Diese Funktion ist für Sehaufgaben unter herabgesetzten Beleuchtungs- und Kontrastbedingungen wichtiger als die üblicherweise geprüfte Sehschärfe.
Projekte in Zusammenarbeit mit der Klinik
Die spezifischen visuellen Funktionsdefizite älterer Verkehrsteilnehmer, die besonders unter den herabgesetzten Beleuchtungsbedingungen des nächtlichen Straßenverkehrs auftreten, sollen weiter erforscht, dafür geeignete diagnostische Verfahren entwickelt und die für diesen Personenkreis eingesetzten optischen Hilfsmittel (Brillengläser, Kontaktlinsen, Intraokularlinsen und optoelektronische Empfänger und Verstärker) verbessert werden.
Weiterhin soll die Verbesserung der Diagnostik der retinalen Funktionen mit laser-interferometrischen Verfahren (siehe oben Laseranwendungen) weitergeführt werden. Außerdem ist begonnen worden, zusammen mit dem Physiologischen Institut des Fachbereichs Medizin der Hamburger Universität, die Magnetenzephalographie zur Diagnostik und Therapie ophtalmologisch-neurologischer Erkrankungen einzusetzen. Die dabei benötigten optischen Stimuli, samt ihrer elektronischen Aussteuerung, sind in unserer Abteilung entwickelt worden und werden jetzt erprobt. Weitere gemeinsame Forschungsprojekte mit der Kernklinik ergeben sich aus der dort schwerpunktmäßig bearbeiteten Transplantationsmedizin. Auch hieran wird die Abteilung einen steigenden Anteil erhalten, sofern die Personalkapazität erweitert werden kann.
Technische Ausstattung
Die Abteilung verfügt über mehrere Dunkellabors, in denen Hilfsmittel zur Durchführung physikalisch-optischer und physiologisch-optischer Messungen bereitstehen. Außerdem gehört zu der Abteilung eine feinmechanische Werkstatt, in der Meßapparaturen nach eigenen Angaben hergestellt werden können.
Ausstattungsmängel
Die mit nur zwei Wissenschaftlerstellen ausgestattete Abteilung muß fast alle wissenschaftlichen Arbeiten mit Doktoranden und Diplomanden des Fachbereichs Physik und mit Wissenschaftlern auf Drittmittelstellen bearbeiten. Wegen der dadurch bedingten ständigen Fluktuation der Mitarbeiter ist die Durchführung längerlaufender Forschungsprojekte erschwert.
Drittmittel 1996
Keine Angaben
Forschungsprojekte
| 4.152.01 | Messung visuell evozierter Magnetopotentiale der Sehrinde |
| 4.152.02 | Entwicklung der Videorefraktionstechnik für die pädiatrische Übeprüfung des Sehvermögens (Development of videorefraction techniques for pediatric vision screening) |
| 4.152.03 | Europäisch-Lateinamerikanisches Screening zur Photorefraktion (European-Latin-American Photorefractometric Screening) |
| 4.152.04 | Messung der optischen Übertragungsfunktion des menschlichen Auges |
| 4.152.05 | Laserinterferometrie des Auges |
| 4.152.06 | Moderne Refraktionsverfahren |
| 4.152.07 | Messung der optischen Informationsverarbeitung des menschlichen visuellen Systems mittels visuell evozierter Potentiale (VEP) |
| 4.152.08 | Tomographische Messungen mit Weisslicht und Anwendungen in der Medizin, insbesondere der Ophthalmologie |
| 4.152.09 | Kontrastempfindlichkeit beim Sehen durch Windschutzscheiben |