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Institut für Geschichte der Medizin

Universitäts-Krankenhaus Eppendorf (UKE), Martinistraße 52, 20246 Hamburg, Tel.: 4717-2140


Wissenschaftliche Mitglieder

Professoren
Dr. Hermann Grensemann; Dr. Ursula Weisser

Allgemeiner Überblick

Während das Institut im Rahmen der medizinischen Ausbildung die Medizingeschichte in ihrem ganzen Umfang sowie die Medizinische Terminologie zu lehren hat, hat sich in der Forschung seit seiner Gründung im Jahr 1963 neben der Pflege der lokalen Medizingeschichte ein Schwerpunkt im Bereich der antiken Medizin und ihres Nachlebens herausgebildet. Nach dem Hinzutreten eines neuen Arbeitsgebietes in Gestalt der wesentlich auf griechischen Traditionen beruhenden Medizin des arabisch-islamischen Mittelalters im Jahr 1987 läßt sich das Forschungsprogramm nunmehr mit dem umfassenderen Begriff der "Alten Medizin" charakterisieren. Als besondere Dokumentationseinrichtung wird am Institut ein Archiv zur Geschichte des Universitäts-Krankenhauses Eppendorf aufgebaut.

Forschungsschwerpunkte

Antike und mittelalterliche Medizin

Hauptarbeitsgebiet ist die Erforschung antiker griechischer und lateinischer Texte, insbesondere der Schriften der Hippokratischen Sammlung. Dazu gehören Untersuchungen zur Entstehungszeit und kulturellen Umwelt, zur direkten und indirekten Überlieferung, zur Nachwirkung und Umgestaltung in späteren Kulturen bis in die Neuzeit hinein.

Arabisch-islamische Medizin

Arbeitsschwerpunkte sind die Erschließung arabischer Texte durch kritische Ausgaben und Übersetzungen, die Erforschung der medizinischen Kenntnisse und Vorstellungen der islamischen Ärzte vor dem Hintergrund der antiken Heilkunde sowie die Rezeption der arabischen Medizin im Abendland.

Medizin in Hamburg

Bei diesem überwiegend durch Dissertationen repräsentierten Arbeitsgebiet liegt das Schwergewicht auf der Geschichte des Eppendorfer Krankenhauses.

Wissenschaftliche Zusammenarbeit

Das Institut hat einen guten persönlichen und wissenschaftlichen Kontakt zum Thesaurus Linguae Graecae am Institut für Griechische und Lateinische Philologie der Universität. Seit 1991 beteiligt es sich an dem ebenfalls dort angesiedelten DFG-Graduiertenkolleg "Griechische und byzantinische Textüberlieferung - Wissenschaftsgeschichte - Humanismusforschung und Neulatein".

Besondere wissenschaftliche Kontakte bestehen zum Medizinhistorischen Institut der Universität Mainz (gemeinsame Herausgabe der Zeitschrift "Medizinhistorisches Journal"). Seit Herbst 1996 besteht eine Kooperation mit dem Istituto della Enciclopedia Italiana in Rom (Koordination des Abschnitts "Arabisch-Islamische Medizin" im Rahmen einer vielbändigen "Geschichte der Wissenschaften" durch Ursula Weisser).

Ausstattungsmängel

Wichtigstes Arbeitsinstrument des Instituts ist eine Bibliothek von ca. 25.000 Bänden. Den steigenden Buchpreisen nicht angepaßte Bibliotheksmittel erlauben es jedoch derzeit nicht mehr, die grundlegende aktuelle Literatur zur Medizingeschichte in ihrer ganzen Breite, geschweige denn wichtige ältere Quellen antiquarisch zu beschaffen. Die räumliche Unterbringung ist überaus beengt. Da das Institut nicht über Assistent/innen bzw. wissenschaftliche Mitarbeiter/innen verfügt, können größere Forschungsprojekte nicht in Angriff genommen werden; aus diesem Grunde erscheint auch der weitere Ausbau des UKE-Archivs gefährdet.

Drittmittel 1996

Keine Angaben

Periodische Veröffentlichungen

Medizinhistorisches Journal (Mitherausgeber)


Forschungsprojekte

4.030.01Untersuchungen zur Geschichte der antiken Medizin
4.030.02Mittelalterliche lateinische Medizin
4.030.03Ein lateinischer Elemententext und seine griechischen und arabischen Quellen
4.030.04Studien zur Medizin des arabisch-islamischen Mittelalters
4.030.05Arabische Bearbeitungen der hippokratischen Schrift "De octimestri partu". Edition und Übersetzung ins Deutsche
4.030.06Studien zur Geschichte der Medizin in Hamburg
4.030.07Untersuchungen zur Medizin im 19. und frühen 20. Jahrhundert

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