nächster Bericht
Zu den Projekten

Institut für Praktische Theologie

Sedanstraße 19, 20146 Hamburg, Tel.: 42838-3797


Wissenschaftliche Mitglieder

Professoren
Dr. Peter Cornehl; Dr. Wolfgang Grünberg; Wulf-Volker Lindner

Hochschulassistenten/Assistenten/wiss. Mitarbeiter
Dr. Anne Steinmeier (bis März 94); Dr. Ellen Stubbe (bis März 95); Dr. Petra Zimmermann (seit Okt. 95)

Wiss. Mitarbeiter
Gisela Groß (seit April 96); Susanna Kempin (seit Okt. 96); Ralf Meister-Karanikas (bis März 96); Bernd Schwarze (bis Dez. 95); Dr. Dennis Slaubaugh

Allgemeiner Überblick

Die Forschung im Fach Praktische Theologie ist durch die Schwerpunktsetzung der Professorenstellen auf die Arbeit in drei Teilbereichen der Praktischen Theologie spezialisiert: Homiletik/Liturgik, Religionspädagogik/Katechetik, Seelsorge/Pastoralpsychologie. Gemeinsam ist allen drei Teilbereichen der starke Praxisbezug. Übergreifender Horizont der Forschung in den drei Teilbereichen ist die Arbeit an einer Theorie des kirchlichen Handelns im Kontext der Gegenwartskultur, insbesondere im Kontext der multikulturellen und multireligiösen Metropole Hamburg, und deren historische Dimension.

Forschungsschwerpunkte

Folgende Forschungsschwerpunkte haben sich im Zusammenhang langjähriger Arbeitsvorhaben entwickelt:

  1. Theorie des kirchlichen Handelns

  2. Die Arbeit an einer Theorie des kirchlichen Handelns wurde fortgesetzt. Dazu gehörte insbesonders die Erforschung der Struktur und der Entwicklung der Volkskirche in der Bundesrepublik u.a. durch Mitarbeit im begleitenden wissenschaftlichen Gremium bei der Auswertung der dritten Repräsentativumfrage von 1992 über Kirchenmitgliedschaft der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Inhaltlich ging es dabei um die wissenschaftliche Auswertung eines Fragebogens zur Kirchenmitgliedschaft und von 34 themenorientierten Erzählinterviews mit sogenannten "treuen Kirchenfernen". Aus Anlaß der Situation der evangelischen Kirche nach der Wende kamen kirchentheoretische Reflexionen und Beiträge hinzu.

  3. Der evangelische Gottesdienst in der modernen Welt
    Erforscht wurden die biblischen Grundlagen des christlichen Gottesdienstes, die Geschichte des christlichen Gottesdienstes in der Neuzeit und in der gegenwärtigen evangelischen Literaturwissenschaft, die Beziehung von Individuum und Gemeinschaft im Gottesdienst und das christliche Kirchenjahr und die gesellschaftliche und kulturelle Bedeutung von Festen und Festzeiten in Vergangenheit und Gegenwart.

  4. Religion und Frömmigkeit
    Erforscht wurden mit Hilfe theologischer, religionssoziologischer und religionspsychologischer Methoden neuzeitliche Formen der Weltbewältigung und deren implizite und explizite religiöse Implikationen am Beispiel der Bedeutung von Engeln in zeitgenössischer Kunst, Literatur und Theologie und des Werkes des Malers Rudolf Hauser (1914-1995).

  5. Kirche in der Stadt
    Die Großstadt als Horizont kirchlichen Handelns ist ein exemplarischer Ort für die oben unter 1. und 2. genannten Fragestellungen. Die Arbeitsstelle "Kirche und Stadt" erforscht strukturgenetisch die Differenzierung von kirchlichem und städtischem Leben und untersucht Säkularisierungs- und Resakralisierungstendenzen städtischer Lebensformen und kirchlicher Praxis. So wurden im spezifischen multikulturellen und multireligiösen Kontext der Metropole Hamburg insbesondere die jüdische Pädagogik und ihre Bedeutung für die evangelische Religionspädagogik erforscht, ein Lexikon der Hamburger Religionsgemeinschaften erstellt und eine interdisziplinäre Publikationsreihe zum Wandel von Religion und Kirche in der Stadt weitergeführt.

  6. Theorie von Seelsorge und Beratung
    Anknüpfend an die unter 3. genannten Fragestellungen wurde in historischer Perspektive erforscht, in welchen Auseinandersetzungen Seelsorge am Übergang in die Moderne um 1900 gezogen wurde und in welchen Auseinandersetzungen Seelsorge gegenwärtig im interdisziplinären Dialog zwischen Theologie und Psychoanalyse steht. Im Sinne der speziellen Seelsorge wurden Bewältigungsformen alltäglicher, konflikthafter Lebenserfahrung und deren implizite religiöse Dimensionen untersucht: biblische Motive in der Seelsorge am Sterbenden, Bearbeitung von Tod und Trauererfahrung, die religiöse Dimension in der Suchttherapie, Fremdenangst, Fremdenfeindlichkeit und Fremdenhaß sowie Individuum und Gruppe.

Forschungsaufenthalte

Febr./März 1995: Aufenthalt von Prof. Wulf-Volker Lindner am Union Theological Seminary/Religionswissenschaftliche Fakultät an der Univ. Nanjing, VR China

Wissenschaftliche Zusammenarbeit

Kooperationen finden u.a. statt mit:

Anwendung in der Praxis

Die Forschungstätigkeit der Praktischen Theologie bezieht sich überwiegend direkt auf konkrete Erfahrungsbereiche von Alltagswirklichkeit und Arbeitsfelder kirchlicher Praxis. Ziel ist die kritische Praxisbegleitung und -beratung, insbesondere im Bereich der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche (NEK). Dabei besteht enge Zusammenarbeit mit kirchlichen Ausbildungs- und Fortbildungseinrichtungen, wie z.B. Beratungsstelle für kirchliche Arbeit im Kirchenkreis Stormarn, dem Pädagogisch-Theologischen Institut der NEK, dem Prediger- und Studienseminar der NEK in Preetz, dem Pastoralkolleg der NEK in Ratzeburg und der Arbeitsstelle für Gottesdienstliche Fragen der EKD in Hannover.

Ausstattungsmängel

Da dem Seminar kaum Drittmittel zur Verfügung stehen und die Ausstattung mit wissenschaftlichem Personal, Sachmitteln und Geräten bescheiden ist, kann intensive Forschungsarbeit, die in der Praktischen Theologie wegen ihrer empirischen Orientierung nicht nur mit Hilfe von Büchern und Reflexionen, sondern z.B. von Erhebungen und Interviews geschieht, nur eingeschränkt betrieben werden. Das Interesse an praktisch-theologischer Forschung wächst allerdings (s. steigende Zahl von Promovenden/innen und Habilitandinnen).

Drittmittel 1996

FördereinrichtungBetrag
Univ. Hamburg (aus Stiftungsmitteln) 50.000
DFG 2.100
Gesamtförderung 52.100

Periodische Veröffentlichungen


Forschungsprojekte

1.050.01Untersuchungen zur Kirchenmitgliedschaft in der Evangelischen Kirche in Deutschland - Auswertung der dritten Repräsentativumfrage von 1992
1.050.02Das christliche Kirchenjahr und die gesellschaftliche und kulturelle Bedeutung von Festen und Festzeiten in Vergangenheit und Gegenwart
1.050.03Individuum und Gemeinschaft im Gottesdienst
1.050.04Biblische Grundlagen des christlichen Gottesdienstes
1.050.05Forschungen zur Geschichte des Gottesdienstes in der Neuzeit und zur gegenwärtigen evangelischen Liturgiewissenschaft
1.050.06Religiöse Sozialisation im Elementarbereich und biblische Symbole
1.050.07Jüdische Pädagogik und evangelische Religionspädagogik/Gemeindepädagogik. Organisation eines interdisziplinären Arbeitskontaktes auf Konferenzebene zwischen dem Joseph Carlebach-Institut der Bar-Ilan Universität Ramat Gan/Israel und dem J. Carlebach Arbeitskreis der Universität Hamburg.
1.050.08Bewältigung konflikthafter Lebenserfahrung
1.050.09Die religiöse Dimension im Werke des Malers Rudolf Hausner
1.050.10Die religiöse Dimension in der Suchttherapie
1.050.11Biblische Motive in der Seelsorge an Sterbenden
1.050.12Fremdenangst, Fremdenfeindlichkeit und Fremdenhass
1.050.13Bewältigung konflikthafter Lebenserfahrung
1.050.14Dialog zwischen Theologie und Psychoanalyse zur theologischen Begründung des seelsorglichen Gesprächs
1.050.15Die Wirklichkeit der Engel in Literatur, Kunst und Religion
1.050.16Der Totensonntag / Ewigkeitssonntag. Eine empirische und liturgiewissenschaftliche Untersuchung zum letzten Sonntag im Kirchenjahr


Wissenschaftliche Einrichtungen

nach oben